Imkerverein Taubergrund - Ehrungen standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung Trockenheit und Hitze prägten das Jahr

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Die Imker ehrten langjährige Mitglieder (von links): Die Geehrten Karl Ludwig Oehm, Albert Blank, Erich Stauß und Vorsitzender Bernd Weckesser.

© Imkerverein

Lauda. Sichtlich erfreut zeigte sich der Vorsitzende. Bernd Weckesser über die große Anzahl von Imkerinnen und Imkern, die sich im Gasthaus "Zum Goldenen Stern" in Lauda zur Jahreshauptversammlung einfanden.

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Nach der Begrüßung und einem ehrenden Gedenken verstorbener Vereinsmitglieder war der erste Teil der Veranstaltung einem Vortrag von Hartmut Lindner vom Landwirtschaftsamt vorbehalten. In seinen Ausführungen stellte er die neuen Förderprogramme für eine umweltorientierte und nachhaltige Landwirtschaft in Baden-Württemberg vor. Mit FAKT, dem Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl wird das erfolgreiche Vorgängermodell MEKA fortgeschrieben und in wesentlichen Punkten weiterentwickelt. Rund ein Drittel der finanziellen Zuwendungen entfallen auf dieses Programm. Die Teilnahme ist freiwillig, beinhaltet aber einen Verpflichtungszeitraum von fünf Jahren.

Anschaulich stellte Lindner einzelne der 40 Teilmaßnahmen vor, die auch untereinander kombinierbar sind. Hier wurde deutlich, dass sich Maßnahmen wie der Einsatz von Begrünungsmischungen, Brachebegrünungen, Förderung von Streuobstbeständen oder Verzicht auf chemisch-synthetische Produktionsmittel durchaus günstig auf die Trachtsituation der Honigbiene und anderer blütenbestäubender Insekten auswirken können. Andererseits stelle die enorme Vielfalt an Maßnahmen eine große Herausforderung für den Landwirt dar, der die jeweils zu beantragende Maßnahme in seiner Wirtschaftlichkeit einschätzen muss. Kurz ging Herr Lindner noch auf die aktuelle Situation zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vor allem beim Raps ein.

In seinem Jahresrückblick ging der Vorsitzende nochmals auf das vergangene Bienenjahr ein, das von Trockenheit und Hitze geprägt war. Bis in den Winter hinein stellte die Suche nach dem richtigen Zeitpunkt zur Varroabehandlung eine besondere Herausforderung dar.

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Das Hauptereignis für den Verein war allerdings die Fertigstellung und Eröffnung des neuen Gebäudes am Lehrbienenstand. Er bedankte sich nochmals bei allen Beteiligten, die beim Bau des Gebäudes und bei der Durchführung der Festveranstaltung geholfen haben.

In seinem Kassenbericht gab der Werner Meyer einen Überblick über die finanzielle Situation des Vereins. Trotz der Ausgaben für das neue Gebäude am Lehrbienenstand hat der Verein noch Rücklagen. Die Kasse wurde von Markus Häflein und Josef Wiedemann geprüft und der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

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Anschließend wurden zehn verdiente Mitglieder für ihre langjährige Zugehörigkeit zum Verein geehrt. Für zehnjährige Mitgliedschaft wurden mit der Ehrennadel in Bronze Karl-Ludwig Oehm, Samuel Teller, Johannes Schneider, Albert Blank, Günter Schmiedel, und Matthias Wegert geehrt. Für 20-jährige Mitgliedschaft erhielten die Ehrennadel in Silber Erich Strauß, Gudrun Schirmer und Kurt Dötter. Die Ehrennadel in Gold für 30-jährige Mitgliedschaft erhielt Christa Wild.

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Der Leiter des Lehrbienenstandes, Bernhard Gehrig, berichtete, dass im vergangenen Jahr an rund 30 Imker Zuchtstoff ausgegeben werden konnte. 112 Ableger wurden beweiselt und die Königinnen gezeichnet. Alle Völker am Lehrbienenstand wurden gut überwintert. Es stehen drei Reinzuchtköniginnen für dieses Jahr zur Verfügung. Am 7. Mai ist ein Sammelbrutableger geplant und ab 22. Mai können Zellen abgegeben werden. Die Ableger sollten nicht zu früh, eher Ende Mai, Anfang Juni gebildet werden. Ebenso ist darauf zu achten, nicht zu viele Drohnen in die Ableger einzubringen.

Ausführlich berichtete Bernd Weckesser abschließend noch vom Badischen Imkertag, der in Triberg im Schwarzwald stattfand. In der Vertreterversammlung der Vorsitzenden wurde mehrheitlich eine Erhöhung des Monatsbeitrags auf 15 Euro beschlossen. Mit dieser erstmaligen Erhöhung seit 28 Jahren sollen einerseits die Zinsverluste ausgeglichen werden, zum anderen stehen größere Investitionen an den beiden Imkerschulen in Oberrentersbach und in Heidelberg-Kirchheim an.

Peter Rosenkranz, vom Hohenheimer Institut, ging nochmals ausführlich auf das bestehende Varroabehandlungskonzept ein. Er plädierte für eine konsequente Durchführung, wobei alle Imker darin ausreichend geschult werden sollten. Den Abschluss bildete die Vorstellung einer Methode zur Bienenhaltung, in der mit einem angepassten Brutraum geimkert wird. Dadurch wird stets eine ideale Temperatur im Brutbereich erzielt, die letztlich nicht nur für eine gesunde Bienenentwicklung ausschlaggebend ist, sondern auch eine starke Entwicklung der Varroamilbe bremst.

Varroabehandlungsmittel sollten spätestens bis zum 7. Mai beim Vorsitzenden bestellt werden. Anmeldungen zum Imkerausflug am 19. Juni nach Nürnberg/Feucht sind ebenfalls beim Vorsitzenden unter Telefon 09343/ 580514 möglich.