Lärmaktionsplanung - Gemeinderat besprach Maßnahmen zur Reduzierung der Lautstärke des Verkehrs auf der B 290 in Königshofen und Unterbalbach Tempo 30 für die Ortsdurchfahrt?

Lärm ist störend und kann krank machen. Doch nicht überall ist Straßenlärm zu vermeiden. Eine Aktionsplanung entlang der B 290 soll nun Abhilfe schaffen.

Von
Diana Seufert
Lesedauer:
Die Ortsdurchfahrt Königshofen ist einer der Lärmschwerpunkte im Stadtgebiet von Lauda-Königshofen. © Seufert

Lauda-Königshofen. Täglich brausen tausende Autos und Lkw über die B 290. Die Blechlawine schlängelt sich durch Königshofen und Unterbalbach und sorgt bei den Anwohnern teils für großen Frust. Die Verkehrsbelastung ist hoch, wie der Bericht zur Lärmaktionsplanung zeigt. Den hat der Gemeinderat bei seiner mehr als zweistündigen Sitzung am Montag in der Stadthalle Lauda einstimmig gebilligt und über mögliche Maßnahmen gesprochen.

Im Gemeinderat notiert

Der Bebauungsplan „Landwirtschaftliche Schuppen“ auf Gemarkung Beckstein sowie die 7. Änderung des Flächennutzungsplans 2010plus der Stadt Lauda-Königshofen wurden vom Gemeinderat bei der Sitzung am Montag in der Stadthalle einstimmig nun als Satzung beschlossen. Damit können die Nebenerwerbswinzer am Grüngutsammelplatz nun ihre Geräteschuppen errichten. Gleichzeitig macht man sich bei der Stadt Gedanken über einen neuen Platz für das anfallende Grüngut.

Um weitere fünf Jahre verlängert wurde der Mietvertrag mit dem Caritasverband im Tauberkreis für das Alten- und Pflegeheim in der Luisenstraße in Lauda. Die Konditionen bleiben unverändert.

Das Martin-Schleyer-Gymnasium erhält elf weitere digitale Tafeln. Den Zuschlag erhielt die VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken aus Tauberbischofsheim zum Preis von 54 959 Euro. Für die Anschaffung gibt es Gelder aus dem Digitalpakt. Kürzlich hatte der Verwaltungs- und Finanzausschuss der Vergabe von neun digitale Tafeln zum Preis von 61 442 Euro für die Josef-Schmitt-Realschule zugestimmt. dib

AdUnit urban-intext1

Grundlage für die Lärmkartierung und den Aktionsplan, den das Büro Bernhard Gruppe ZT für die Stadt erstellt hat, ist die Verkehrsbelastung mit mehr als 8400 Fahrzeugen pro Tag im Jahresschnitt. Dabei liegen die Streckenabschnitte der B 290 zwischen Unterbalbach und Gerlachsheim mit bis zu 16 400 Fahrzeugen deutlich vorne. Beeinträchtigungen gibt es auch auf der L 511 (Am Wörth) zwischen der B 290 und der Oberlaudaer Straße. Die Stadt ließ parallel zudem die Ortsdurchfahrt in Gerlachsheim begutachten, auch wenn die Zahl der Fahrzeuge mit rund 4500 am Tag unter dem Durchschnitt liegt.

Lärmschwerpunkte

Mit der B 290 als Ortsdurchfahrt in Königshofen wurde ein Lärmschwerpunkt ausgemacht. Ein weiterer ist in Unterbalbach die Bürgermeister-Kolb-Straße vom Bildweg bis zum Ortsausgang. Für die Ortsdurchfahrt von Gerlachsheim kommt der Bericht zu dem Ergebnis, dass hier ebenfalls ein Lärmschwerpunkt vorliegt. Für den Stadtteil Lauda und die B 290 westlich von Gerlachsheim könne kein Lärmschwerpunkt identifiziert werden, heißt es weiter.

Kurzfristig umsetzbar

Das Maßnahmenkonzept beinhaltet Überlegungen zur Geschwindigkeitsreduzierung und -überwachung. Konkret sprechen die Gutachter von Tempo 30 in Königshofen nördlich der B 292, von Tempo 50 auf der B 290 bei Gerlachsheim und von Tempo 70 an den Ortseingängen in Unterbalbach, was kurzfristig umzusetzen sei. Ein Antrag bei der Verkehrsbehörde und dem Regierungspräsidium werde derzeit vorbereitet, erklärte Bürgermeister Dr. Lukas Braun.

AdUnit urban-intext2

Als längerfristiges Projekt ist der Einbau von Flüsterasphalt zu sehen. Das werde bei Arbeiten an der Ortsdurchfahrt Königshofen schon jetzt berücksichtigt, machte Stadtbaumeister Tobias Blessing deutlich. Aber: „Entweder Tempo 30 oder Flüsterasphalt“, so Blessing.

Eine mögliche Lärmschutzwand wegen der Beeinträchtigung durch die B 290 bei Gerlachsheim werde aufgrund von Kosten und Aufwand als „unverhältnismäßig“ angesehen. Möglich sei aber die Geschwindigkeitsüberwachung an den Ortseingängen von Unterbalbach und Königshofen. Zur Lärmminderung könnte auch die Umgestaltung der Ortseingänge beitragen, ist im Bericht zu lesen. Ebenso könnten passive Schallschutzmaßnahmen in Betracht gezogen werden, heißt es weiter.

AdUnit urban-intext3

Gemeinderat Herbert Bieber (FBL) wollte wissen, warum im Bereich „Wöllerspfad“ in Königshofen kein Tempo 70 in Betracht gezogen wird. Ins gleiche Horn stieß Gerd Holler. Die Maßnahmen lege die Kommune fest. Sein Vorschlag: Vor beiden Ortseinfahrten von Königshofen die Geschwindigkeit auf 70 Stundenkilometer zu reduzieren. „Es hat schon genügend Unfälle gegeben. Worauf warten wir?“ Die beiden erfuhren vom Stadtbaumeister, dass die Verkehrsbehörde im Landratsamt keine Notwendigkeit für Tempo 70 dort sehe. Das fand Holler frustrierend. „Wir dürfen uns Maßnahmen ausdenken, die dann im Sande verlaufen.“

AdUnit urban-intext4

Bürgermeister Braun will das Thema im Blick behalten – auch eine Geschwindigkeitsreduzierung in der Königshöfer Ortsdurchfahrt kann er sich vorstellen. Auch in anderen Kommunen sei dies möglich, was er auf den Verkehrsschauen immer wieder mit Beispielen belege.

Zur Lärmaktionsplanung ist eine Beteiligung der Öffentlichkeit und Träger öffentlicher Belange vorgesehen, was der Gemeinderat beschloss.

Mehr zum Thema

Lauda / Königshofen Mit Kreativität in die Zukunft

Veröffentlicht
Von
Diana Seufert
Mehr erfahren

Redaktion Hauptsächlich für die Lokalausgabe Tauberbischofsheim im Einsatz