Sinnvoll und geboten

Diana Seufert zum künftigen Schienengüterverkehr

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Diana Seufert
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Unmengen von Gütern werden in Deutschland auf der Straße transportiert. Auf den Autobahnen reihen sich Lkw in schier endlosen Schlangen auf. Und wohl jeder kennt das Szenario, im Stau zwischen zwei Brummis zu stehen oder sich vor einer Ausfahrt in die schmale Lücke zwischen die Laster quetschen zu müssen, um überhaupt rechtzeitig auf die Ausleitungsspur zu kommen. Nicht nur einmal habe ich mich dabei gefragt, warum nicht mehr Güter von der Straße auf die Schiene verlagert werden können.

Sicherlich ist nicht überall ein passender Gleisanschluss vorhanden. Die Deutsche Bahn hat sich vor Jahren von vielen solcher Gleise getrennt – aus Spargründen. Aber wenigstens dort, wo es sie gibt, sollten sie nicht brach liegen, sondern wieder genutzt werden.

So wie in Königshofen, wo ein Gleisanschluss der Strabag Rail für den Schienengüterverkehr nach Aussagen der Fachleute relativ schnell einsatzfähig wäre. Bei Strabag verschließt man sich dieser Idee nicht. Der Standort könnte damit zu einem wichtigen Umschlagplatz für Güter aller Art werden und würde auch bei Gewerbeansiedlungen punkten. Und warum setzt man auch am Mainhafen in Wertheim, wo auch schon seit Jahren kein Zug mehr abgefahren ist, lieber auf die Straße?

Dass nun einige Kommunalpolitiker, darunter Lauda-Königshofens Bürgermeister Dr. Lukas Braun sowie die FDP-Kreistagsfraktion, sich für die Wiederbelebung einsetzen, ist mehr als Symbolpolitik – auch wenn sie wissen, dass hier ziemlich dicke Bretter zu bohren sind. Unterstützung kommt vom Kompetenzzentrum Güterverkehr der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg. Nun braucht es den Schulterschluss aller Beteiligten vor Ort. Zumal seit Jahren die Verlagerung der Verkehrsströme von der Straße auf die Schiene ein Punkt bei der Klimaschutz-Debatte ist. Doch wo die Infrastruktur fehlt, kann auch nichts auf der Schiene transportiert werden.

Wo es möglich ist, sollte daher auch der politische Wille da sein, mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Ökologisch und ökonomisch wäre das einfach nur sinnvoll. Die Autobahnen wären nicht so vollgestopft und mit Spurrillen gespickt. Dem Anspruch, den sich das Bundesverkehrsministerium gegeben hat, könnte damit Rechnung getragen werden, statt als „Sonntagsrede“ zu verhallen.

Redaktion Hauptsächlich für die Lokalausgabe Tauberbischofsheim im Einsatz

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