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„Geschichtsuhr“ in Unterbalbach - Die wesentlichen Stationen der 800-jährigen Historien sind dargestellt

Reminiszenz an das Ortsjubiläum

Von 
Peter D. Wagner
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Eine „Geschichtsuhr“ auf dem Kirchplatz in Unterbalbach zeigt wesentliche Stationen der rund 800-jährigen Historie der Ortschaft.

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Unterbalbach. Das Holzkunstwerk rundet das 2019 anlässlich der 800-Jahrfeier eingeweihte Gesamtensemble des neugestalteten Platzes vor der Kirche mit dem wiederentdeckten Brunnen sowie der sanierten St.-Markus-Straße ergänzend ab.

Eine „Geschichtsuhr“ auf dem Kirchplatz in Unterbalbach zeigt wesentliche Stationen der rund 800-jährigen Historie der Ortschaft. © Peter D. Wagner

Am Auftaktabend zu den Festlichkeiten anlässlich des Ortsjubiläums präsentierte Mitte Januar 2019 das Duo „Fairy Elements“ aus Oberbalbach mit Eva Maria Lanig und deren Showpartnerin Tanja eine spektakuläre und begeisternde Lichtshow, die eine Zeitreise durch die Unterbalbacher Geschichte mit Erinnerungen an bestimmte historische Ereignisse darstellte. Dies habe bei ihm und dem Ortschaftsrat die Idee generiert, einige prägnante Stationen der Unterbalbacher Geschichte bildlich zu manifestieren, berichtete der ehemalige Ortsvorsteher und jetzige Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins Unterbalbach, Andreas Buchmann. Zugleich sei diese Geschichtsuhr eine Reminiszenz an das 800-jährige Ortsjubiläum und die Feierlichkeiten in diesem Jubiläumsjahr.

Keine schriftlichen Nachweise

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Die Geschichtsuhr beginnt mit den Merowingern. „Wir haben zwar zu dieser Epoche keine schriftlichen Nachweise, jedoch aufgrund der archäologischen Grabfunde gehen Historiker davon aus, dass schon im siebten Jahrhundert eine gewisse Art von Besiedelung im Gebiet der jetzigen Ortschaft gewesen sein könnte“, erklärte Buchmann.

Die stattlich zahlreichen archäologischen Ausgrabungen in den Bereichen „Lehmgrube“ und „Mühlbach-Heißgrat“ zeigten, dass Unterbalbach eigentlich bereits wesentlich älter als 800 Jahre ist, doch die erste nachweisbar belegte Erwähnung am 16. Dezember 1219 des Adligen Sifridus de Ballenbach gilt als amtliche „Geburtsurkunde“ des Dorfes „Ballenbach“ und deshalb als Ursprung des heutigen Unterbalbachs. Dementsprechend ist auch auf der Geschichtsuhr 1219 als „Geburtsjahr“ dargestellt.

Im Laufe der Jahrhunderte kam es zu verschiedenen Herrschaften, die sich im 15. und 16. Jahrhundert auf das Hochstift Würzburg (1486) und den Deutschorden (1590) reduzierten. Beide teilten sich die Ortschaft unter sich auf. 1810 ging Unterbalbach vollständig an Baden. Weitere Stationen sind die Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949, die Bildung des Landes Baden-Württemberg 1952, die Eingemeindung Unterbalbachs zur Stadt Lauda-Königshofen 1975 und die Gründung der Ortspartnerschaft mit der ungarischen Gemeinde Rátka 1996.

In der Mitte der Uhr befindet sich das Unterbalbacher Wappen mit dem Ortspatron, dem Heiligen Sankt Markus, auf einem goldenen Löwen sitzend und auf seinem Schoß ein rotes Buch haltend. Umrahmt wird das Wappen von der über Unterbalbach scheinenden „goldenen“ Sonne, deren Strahlen die jeweiligen Geschichtssektoren unterteilen.

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Die künstlerische Ausgestaltung und handwerkliche Herstellung der „Geschichtsuhr“ oblag dem Holzbildhauer Heinz A. Theobald aus Lauda, der unter anderem als Moderator, Discjockey und Holzschnitzer der normalerweise jährlichen „Woodrock-Weinprobe“ der Stadt Lauda-Königshofen sowie von seinem Stand auf dem 800-Jahr-Festwochenende in Unterbalbach bekannt ist. Unterstützt wurde Heinz A. Theobald bei dem Projekt von seinem Assistenten Sascha Bartmann. Für die bauliche Umsetzung und Installation sorgte der neue Ortsvorsteher Jürgen Segeritz.

Zunächst seien Überlegungen im Raum gestanden, eine „Geschichtsuhr“ auf der Glasabdeckung des Kirchplatz-Brunnens einzurichten, dies habe man jedoch verworfen, blickte Buchmann zurück. „Irgendwann kam uns Heinz A. Theobald in den Sinn, der bereits öfters für uns ein Holzkunstwerk für bestimmte Anlässe angefertigt hat“.

Bei dem für die Unterbalbacher Geschichtsuhr verwendeten Grundmaterial handele es sich um die Rückseite eines Holzweinfasses, erzählte Theobald bei der Präsentation des Kunstwerkes. „Bei der Gestaltung sind wir auf die Grundfarben eingegangen, die damals bei allen Wappen vorgegeben waren und mit ihrer Kräftigkeit schon von weiterer Entfernung erkennbar sein mussten“.

Ganz besonderes Jahr

„2019 war für Unterbalbach und seine Bürgerschaft mit dem Ortsjubiläum ein ganz besonderes Jahr. Daher bin ich dem Festkomitee und besonders Andreas Buchmann gegenüber sehr dankbar, dass wir hier jetzt eine so würdige Erinnerung daran haben. Denn so ist es für alle Bürger einsehbar und man hat nochmals alle wichtigen Geschichtsdaten an einem zentralen Ort“, betonte Jürgen Segeritz. Zugleich füge sich das Kunstwerk in das gesamte Platzkonzept mit dem gestalterischen Element des Brunnens sowie mit der mächtigen St.-Markus-Kirche, die ebenfalls eine lange Vergangenheit aufweise, hervorragend ein, unterstrich der Ortsvorsteher.

„Ich finde es sehr schön, einen zentralen Punkt zu haben, an dem man sich verabreden kann, zum Beispiel für einen Ortsrundgang. Ebenso, dass hier auf einer Tafel zum Beispiel auch die Kirche erklärt wird. Touristen suchen oft den Kirchturm, um die Ortsmitte zu finden“, konstatierte Stefan Märkl, Pfarrer der Seelsorgeeinheit Lauda-Königshofen. „Jetzt fehlt nur noch die Neugestaltung der Kirchenaußenanlage“, meinte Märkl.

„Mögen diese Sonnenstrahlen der Geschichtsuhr immer wieder ein Zeichen eines Segens für die Ortsgemeinschaft sein. Dieses Jubiläum war nicht nur ein großes Erfolgserlebnis, sondern hat zudem ganz viel mit seiner Ausstrahlung für die Unterbalbacher Gemeinschaft bewirkt. Da gehören Menschen dazu, die das machen, und man kann dankbar sein, dass es diese gibt“, hob der Pfarrer zum Abschluss erinnernd hervor.

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