Kunst - Sylvina Schilling aus Neschwitz bei Bautzen bemalt Ostereier nach sorbischer Tradition Ostereier "färben" für Profis

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Der Vorsitzende des Kunstkreises Lauda-Königshofen; Norbert Gleich, und seine Frau Christa hatten die Gelegenheit, der Künstlerin Sylvina Schilling über die Schulter zu schauen.

© Irmgard Jung

Lauda. Noch wenige Tage sind es bis zum großen Frühlingsfest Ostern. Überall sieht man Osterbrunnen, Traditionen werden liebevoll gepflegt. Auf eine ganz besondere Tradition wurden der Vorsitzende des Kunstkreises Lauda-Königshofen Norbert Gleich und seine Frau Christa bei einem Besuch in Neschwitz bei Bautzen aufmerksam: Die sorbischen Ostereier und ihre Symbole, deren älteste bekannte Erwähnung aus der Zeit um 1700 stammt.

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Federkiele, Stecknadeln, Holzstäbe, Farbe, Wachs - und die sprichwörtliche "Engelsgeduld" sind unabdingbare Zutaten für eine besondere Kunst. Jetzt hat sie wieder Hochkonjunktur, diese Kunst, mit uralten Symbolen und Ornamenten Eier zu bemalen.

Meisterin der Traditionskunst

Sylvina Schilling, in deren Haus das Ehepaar Gleich anlässlich der Ausstellung ihres Weihnachtsschmucks im Neschwitzer Museum für einige Nächte zu Gast war, ist eine Meisterin dieser Traditionskunst. Die Gelegenheit, ihr bei dieser Arbeit über die Schulter zu sehen, wurde gerne angenommen - und bereits die umfangreiche Vorarbeit war beeindruckend.

Vorgefertigte Arbeitsutensilien sucht man hier vergeblich; jedes einzelne "Werkzeug", sei es der Federkiel aus einem ganzen Gänseflügel, das selbst entworfene "Wachsfarben-Karussell" oder das Werkzeug aus einem Holzstäbchen mit Glaskopf-Stecknadel für die winzigen Punkte im Traditionsmuster, ist vor dem schöpferischen Einsatz in Handarbeit hergestellt.

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Die Wachsfarben, nur erwärmt zu verarbeiten, werden im "Karussell" auf kleiner Flamme je nach Bedarf vorbereitet - und so entstehen sehr akribisch die Muster mit Namen wie Sonne, Sonnenrad, Wolfszähne, Bienenzelle oder Kiefernzweig. Je nach Anordnung hat jedes Muster eine festgelegte Bedeutung, zum Beispiel das Sonnenrad als Schutz vor dem Bösen oder der Kiefernzweig für Gesundheit.

Für die Galerie "das auge" hat der Kunstkreis Lauda-Königshofen Sylvina Schilling in der vorösterlichen Zeit nächsten Jahres für eine Ausstellung mit Vorführung ihrer faszinierenden Arbeiten bereits vorgemerkt. irg