Integration - Großer Einsatz, um den Flüchtlingen in Lauda-Königshofen zu helfen / Anlaufstelle Mehrgenerationenhaus Organisatorische Hürden erschweren häufig den Berufseinstieg

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Lauda-Königshofen. Angesichts der bisherigen Integrationserfolge bei den Asylbewerber spricht Gisela Keck-Heirich, die Leiterin des Mehrgenerationenhauses in Lauda, von einem "herausragenden Einsatz, um unseren Flüchtlingen den Berufseinstieg in Deutschland zu ermöglichen." Sie klammert aber auch Hindernisse nicht aus: "Die Formalitäten zu klären, ehe ein Flüchtling eine Arbeitsstelle antreten kann, ist äußerst zeitaufwendig."

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Alleine der Verwaltungsaufwand für ein eintägiges Praktikum sei immens. Einen Rat, wie es besser gehen könnte, hat sie schon: "Weniger aufs Papier schauen - und mehr auf die jeweiligen Talente und Fähigkeiten."

Als Schlüssel, um nachhaltige Erfolge zu erzielen, betrachtet Gisela Keck-Heirich individuell zugeschnittene Sprachkurse. "Unser Ziel ist die Selbstständigkeit, auch ohne permanente Begleitung. Dazu ist es notwendig, die Sprache zu erlernen und Behördenvorgänge zu kennen." Dabei arbeite man eng mit der Volkshochschule Mittleres Taubertal, aber auch mit anderen Volkshochschulen, privaten Sprachschulen und mit dem Kolping-Bildungswerk zusammen.

Dort wird eine Vielzahl an Kursen zum Erlernen von Deutschkenntnissen angeboten. Zum Helferkreis, der ergänzende Sprachkurse in Lauda-Königshofen durchführt, zählen derzeit zwölf ehemalige Lehrer. Sie haben vor ihrem Ruhestand in den Schulen im Stadtgebiet - von der Grund- und Förderschule über die Realschule bis zum Gymnasium - unterrichtet und trainieren nun die Sprachkompetenz der Flüchtlinge. Aber auch Ehrenamtliche ohne einen pädagogischen Hintergrund bringen sich von Beginn an in der Deutschnachhilfe ein. Als Nächstes müsse die Dezentralisierung angepackt werden, empfiehlt Gisela Keck-Heirich: "Wenn Integration gelingen soll, müssen die Flüchtlinge im sozialen Gefüge unserer Stadt einen Platz bekommen. Sonst droht eine Ghettoisierung."

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Die Stadt profitiere davon, dass es seit 1989 durchgehend Asylbewerber in Lauda-Königshofen gibt. So seien die Strukturen zur Flüchtlingshilfe schon vorhanden. Das Mehrgenerationenhaus helfe als Vermittlungsstelle zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen bei der täglichen Arbeit mit den Flüchtlingen. Kenan, Soud, Ahmad und Aboubakar eint der Wunsch, sich dauerhaft in Deutschland zu integrieren. Bürokratische Hürden lassen sich dabei aber nicht ausblenden. Hinzu kommt: Viele Flüchtlinge sind (noch) nicht gut integriert. Es wird eine Herausforderung bleiben, weiteren Flüchtlingen den Weg ins Berufsleben zu ermöglichen.

Die Leiterin des Mehrgenerationenhauses ist dennoch überzeugt: "Wir können unsere Flüchtlinge gut im Taubertal gebrauchen. chk/stv