Dorfjubiläum 1275 Jahre Oberlauda - Ländliche Heimvolkshochschule präsentiert am Samstag, 9. September, Projekte und ihre grüne Oase Ökogarten gibt einen Einblick in Seminararbeit

Von 
Thomas Schreiner
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Die Ländliche Heimvolkshochschule öffnet beim Dorfjubiläum am Samstag, 9. September, ihren Ökogarten. Hier Helmut "James" Hollerbach in der größten Kräuterspirale Nordbadens. Sie misst sechs Meter im Durchmesser.

© Thomas Schreiner

Überall wird letzte Hand für das bevorstehende Dorfjubiläum angelegt. Die Ländliche Heimvolkshochschule ist ebenfalls mit dabei und bietet mit ihrem Ökogarten nicht nur etwas für die Sinne.

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Oberlauda. An der einen Ecke wird noch eine kleine Natursteinmauer hochgezogen, gegenüber erhält sogar das Haus einen neuen Anstrich. Andere wiederum bringen ihren Vorgarten auf Vordermann oder mähen einfach nur noch mal den Rasen. Oberlauda putzt sich für die bevorstehende 1275-Jahr-Feier am 9./10. September fein heraus. Auch im Ökogarten der Ländlichen Heimvolkshochschule (LHVHS) unterhalb des Seminarhauses "Zur Linde" wird noch "gewerkelt". Es ist das Reich von Helmut "James" Hollerbach.

Der Oberlaudaer "lebt" diesen Garten, als wenn es sein eigener wäre. Doch der Schulgarten dient das gesamte Jahr über als Anschauungsobjekt für die verschiedensten Gartenbaukurse der Ländlichen Heimvolkshochschule. Am Samstag, 9. September, öffnet er aber auch für die vielen Besucher des Dorfjubiläums ab 13 Uhr und bietet damit einen sicherlich motivierenden Einblick in die ökologische Erwachsenbildung der LHVHS.

Gemüse neben blühenden Blumen

So findet der Besucher neben Tomaten, Paprika und Mangold blühende Ringelblumen und Gladiolen, aber auch roten Leinsamen als Insektenweide. Dazwischen finden sich Himbeeren und Trauben oder Lauch und Stangenbohnen. Auf den ersten Blick wirkt alles zunächst etwas wild, doch nicht nur Anordnung, sondern auch die Anbaumethoden sind stets durchdacht, häufig experimentell. "Wir bieten hier verschiedene Kultivierungen an, wie Permakultur, Mischkultur und neuerdings Dammkultur", berichtet Hollerbach bei einem Besuch der FN.

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Herzstück des Öko-Gartens ist eine Kräuterspirale, die mit ihren sechs Metern Durchmesser und rund 1,7 Tonnen verbauten Natursteinen zu den größten ihrer Art in Nordbaden zählt. So zeigt die Ländliche Heimvolkshochschule am Ende des Sommers zur Erntezeit nicht nur ihre eigenen Gewächse, sondern stellt am Samstag auch verschiedenste Gartenhandgeräte aus, die einfach zu handhaben sind und mit denen aber auch sehr ökonomisch gearbeitet werden kann.

"Wir bieten ein sehr breites ökologisches Spektrum ", weiß Günther Appel, Vorsitzender und Geschäftsführer des Vereins. Nachdem das ehemalige Gasthaus "Zur Linde" 2013 gekauft und mittlerweile umgestaltet worden ist, werden die im eigenen Garten angebauten Gewächse als gesunde Verpflegung der Kursteilnehmer verwendet, die über das Jahr verteilt aus ganz Deutschland zu den verschiedensten Kursen der Ländlichen Heimvolkshochschule nach Oberlauda anreisen.

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Bis Ende 2015 war der jetzige Garten übrigens noch undurchdringlich mit Bäumen, Schlehenhecken und Brombeeren bewachsen. "Er hatte zuvor rund 50 Jahre im Dornröschenschlaf gelegen" erzählt Günther Appel weiter.

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Sehr viel Zeit wurde seitdem in diesen Garten investiert. "Mittlerweile gibt er ein beglückendes Gefühl des Wachsens und Gedeihens", so der Vorsitzende weiter.

Doch der Verein möchte mit diesem Garten auch etwas wachrütteln. "Es ist erschreckend, dass immer mehr Insektenarten verschwinden." Der Garten dient deshalb ebenso Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten als Lebensraum. Ein zugeflogenes Bienenvolk bewohnt seit dem Frühjahr einen eigenen Stand am Rande des Gartens, mittlerweile wurden daraus 27 Kilogramm Honig geerntet. Torf, Insektizide und Pestizide sind deshalb in diesem Ökosystem absolut tabu.

Am Samstag, 9. September, bietet das Seminarhaus "Zur Linde" ebenfalls einen Einblick in seine verschiedensten Projekte und Kursinhalte des Vereins. Roland Reif stellt im Haus Bilder aus der Natur aus. Einen selbstgebauten Brotbackofen im Hof sowie eine Komposttoilette, wie sie jeder eventuell für Garten oder Freizeitgrundstück selbst bauen und verwenden kann, können die Besucher zudem sehen. Bei schönem Wetter ist der malerische Hof zwischen Garten und Seminarhaus bewirtet, im ehemaligen Gastraum des Hauses gibt es Kaffee und Kuchen sowie Herzhaftes.

Redaktion