Initiative für nachhaltigen Naturschutz - Gute Resonanz auf städtische Aktion „Streuobstpaten gesucht“ Obstbaumpflege der besonderen Art

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Tobias Hornung und Irmtraud Mühlbauer aus dem Vorstandsteam des Vereins Tauberländer Bio-Streuobstwiesen verkosten mit Bürgermeister Dr. Lukas Braun und Umweltplanerin Doreen Wenz auf der städtischen Streuobstwiese in Königshofen ein Glas frischen Apfelsaft und freuen sich auf die Zusammenarbeit. © Stadtverwaltung

Im Januar hatte die Stadt Lauda-Königshofen die Bürger der Kommune dazu aufgerufen, Verantwortung für ein Stück Natur im Stadtgebiet zu übernehmen.

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Lauda-Königshofen. Gesucht wurden „Streuobstpaten“, die sich auf einer städtischen Streuobstwiese um den Baumschnitt und eine ökologische Wiesenpflege kümmern und im Gegenzug die Früchte im Spätsommer selbst ernten dürfen. Seitdem ist einiges passiert.

Zahlreiche Bürger sicherten zu, einige Obstbäume auf der Streuobstwiese „Hirtenwiese“ in Königshofen (auf der Straßenseite gegenüber dem Erlebnisspielplatz an der Tauber) zu pflegen. Doreen Wenz, Umweltplanerin bei der Stadt Lauda-Königshofen, steht seitdem mit den potenziellen Streuobstpaten im direkten Kontakt und beantwortet Rückfragen beispielsweise zu neuen Baumschnittkursen.

Naturschutz stärkt Zusammenhalt

Angesichts der aktuellen Lage zum Coronavirus habe sich die Herangehensweise zwar verändert. So sei ein ursprünglich geplanter Rundgang mit allen Teilnehmern vor Ort zwar nicht zustandege kommen. Doch trotzdem durfte sich jeder Streuobstpate seinen Lieblingsbaum heraussuchen, so dass alle Wünsche erfüllt wurden. Unter den Paten sind auch Unternehmer, die die Streuobstpatenschaft als Maßnahme für einen verstärkten kollegialen Zusammenhalt betrachten, denn gelebter Naturschutz bringe die Mitarbeiter enger zusammen und fördere das Gemeinschaftsgefühl, sich für eine gute Sache einzusetzen, so die Initiatoren.

Apfelsaft von heimischen Wiesen

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Als Wertschätzung für die Arbeit des Vereins Tauberländer Bio-Streuobstwiesen und zur Förderung der heimischen Flora und Fauna ist die Stadt Lauda-Königshofen nun dem Verein als Fördermitglied beigetreten. Bei einem Rundgang vor Ort mit Irmtraud Mühlbauer und Tobias Hornung aus dem Vorstandsteam hat sich Bürgermeister Dr. Lukas Braun eingehend über die ökologische Bedeutung des Lebensraumes Streuobstwiese informiert und kurzerhand ein Glas Apfelsaft aus vereinseigenen Wiesen verkostet. Beim Urteil waren sich alle einig: sehr gesund und richtig lecker!

Die Stadt ruft nun weiterhin auf, „Streuobstpate“ zu werden. Wer sich dafür interessiert, die Streuobstpatenschaft für einen Obstbaum im Stadtgebiet zu übernehmen, wendet sich an Doreen Wenz, Umweltplanerin bei der Stadt Lauda-Königshofen, erreichbar für Interessierte unter E-Mail (doreen.wenz@lauda-koenigshofen.de) oder Telefon 09343/5015413.

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Das Landratsamt Main-Tauber-Kreis (Landwirtschaftsamt) fördert die Pflanzung neuer Obstbaumhochstämme mit 30 Euro € und neuer Halbstämme mit 25 Euro.

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Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) Baden-Württemberg fördert den zweimaligen fachgerechten Obstbaumschnitt in einem Fünfjahreszeitraum mit insgesamt 30 Euro als sogenannte Schnittprämie. Diese Schnittprämie lässt sich noch bis 15. Juli mittels eines Sammelantrages beantragen, wobei ein Antrag mindestens 100 Bäume umfassen muss. Die Schnittprämie wird übrigens nicht für Streuobstwiesen gezahlt, die im Zuge von Ausgleichs- oder Ökokontomaßnahmen angelegt wurden.

Weiterhin fördert das MLR eine naturschutzfreundliche Wiesenpflege der Streuobstflächen, insofern die Wiese eine Mindestgröße von 10 a nicht unterschreitet (Mähprämie). Weitere Informationen zur Streuobstförderung des MLR findet man auf streuobst.landwirtschaft-bw.de.

Mit Auflagen verbunden

Da sowohl die Schnitt- als auch die Mähprämie mit Auflagen verbunden sind, die einzelne Streuobstpaten mitunter nicht erfüllen können, bietet die Stadt Lauda-Königshofen für die Pächter der städtischen Streuobstwiesen an, die Anträge auf die Prämien des MLR zentral zu verwalten. Sollten Pächter erwägen, eine oder beide dieser Fördermöglichkeiten zu beantragen, sollen diese sich bitte möglichst zeitnah bei Doreen Wenz (Kontakt siehe oben) melden.

Weiterhin zahlt die Stadt Lauda-Königshofen die Schnittprämie auf Flächen, die als städtische Ausgleichs- oder Ökokontoflächen angelegt wurden, in gleichem Maße wie das MLR diese Prämie auf anderen Flächen gewährt.

Sollten Sie eine derartige Fläche pflegen und wollen für diese die Schnittprämie beantragen, melden Sie sich bitte ebenfalls bei Doreen Wenz. Der Verein Tauberländer Bio-Streuobstwiesen sowie die örtlichen Obst- und Gartenbauvereine bieten wertvolle Unterstützung bei fachlichen Fragen an. An die entsprechenden Ansprechpartner kann man sich wenden.