Konzert - Berührende Passionsmusik zweier Chöre und Solisten in der Stadtkirche St. Jakobus in Lauda Momente des Innehaltens und Nachdenkens

Von 
Peter D. Wagner
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Eine beeindruckende und gefühlsbewegende ökumenische Konzertsoiree mit Passionsmusik präsentierten unter anderem der katholische Kirchenchor St. Jakobus unter der Leitung von Christian Abelein sowie der evangelische Kirchenchor Lauda-Königshofen unter Leitung von Volker Ernst.

© Peter D. Wagner

Lauda. Eine sowohl musikalisch beeindruckende als auch sehr gefühlsbewegende ökumenische Konzertsoiree mit Passionsmusik präsentierte zum Palmsonntag und als Auftakt der Karwoche die Kirchenmusik Lauda in der sehr gut besuchten St.-Jakobuskirche.

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Zur Aufführung kamen geistliche Werke zum Palmsonntag und zur Passion von verschiedenen Komponisten und Zeitepochen, beginnend im 16. Jahrhundert bis hin zur Neuzeit. Ausführende waren der katholische Kirchenchor St. Jakobus Lauda unter Leitung von Christian Abelein, der evangelische Kirchenchor Lauda-Königshofen unter Leitung von Volker Ernst sowie als Solisten Franziska Braun und Annika Müller (Sopran), Sven Geier (Bariton), Susanne Nerger (Violine), Ulrich Nerger (Orgel) und Christian Abelein (Orgel).

Die diesjährige Passionsmusik war in ihrer Anlage zweigeteilt. Im ersten Abschnitt griff sie mit zwei Werken den Einzug Jesu in Jerusalem auf. Eröffnet wurde das Konzert bereits sehr stimmungsvoll durch die Chormotette "Hosianna Davids Sohn" von Ludovico Vittoria, gefolgt von der kleinen Kantate "Stimmet Hosianna an" von Wolfgang Carl Briegel für Chor, Violine und Basso continuo. Die Soloarie "Jesu, dir sei Preis" für zwei Soprane und Orgel aus Bachs Kantate 142 sowie Melchior Francks Motette für Chor "Also hat Gott die Welt geliebt" leiteten behutsam vom noch freudigen Charakter des Palmsonntags zur Passion Jesu über.

Im zweiten Konzertteil stand das Leiden Jesu im Mittelpunkt. Der Eingangschor "Siehe, das ist Gottes Lamm" für Chor und Orgel aus Gottfried A. Homilius gleichnamiger Passionskantate deutete auf die Erlösungstat Jesu hin. Paul Gerhards "O Haupt voll Blut und Wunden", einem der bekanntesten Passionschoräle, wurde als Gemeindelied gemeinsam mit den Konzertbesuchern gesungen.

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Im Zentrum des zweiten Abschnittes, zugleich als einer der wesentlichen Höhepunkte des gesamten Konzertes, standen drei Werke für Chor, Bariton und Orgel aus. "Die Kreuzigung" des britischen Komponisten und Organisten John Stainer. "Jesus, Herr Jesus" und "Ihr Männer und Frauen" wurden ebenso von den beiden Kirchenchören gemeinsam dargeboten wie auch die weiteren choralen Stücke des Konzerts. Einzige Ausnahme war Stainers "So sehr liebte Gott", das der evangelische Kirchenchor alleine aufführte. Auf eine Großleinwand projizierte Bilder des Malers Rudolph Lodes unterstrichen eindrucksvoll Stainers Musik und regten auf zusätzliche Weise zum Nachdenken an.

Mit Gustav Gunsenheimers Schlusschor "Wann o Herr Jesu" aus der Choralkantate klang die Passionsmusik aus, die zudem auch mit Instrumentalmusik von Bach, Mozart und Veracini als Zwischenspiele zum Nachsinnen animierte. Umrahmt wurde das Passionskonzert darüber hinaus durch zwei Evangeliumslesungen sowie einem Gebet, Vater unser und Segen mit Ralph Walterspacher, Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit Lauda.

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"Musik, die dazu helfen kann, die Ebene der Gefühle zu erreichen", hatte Walterspacher in seiner Begrüßung nach dem Auftaktchoral angekündigt. Dies gelang den beiden Chören, den drei Gesangssolisten und den Instrumentalisten gemeinsam in sehr eingehender und bewegender und unter die Haut gehender Manier. Dies zum einen durch die stimmungsvolle Repertoireauswahl und stimmige Programmabfolge, zum zweiten durch die ebenfalls sehr stimmungsvolle und zudem musikalisch sehr gekonnte Darbietungsweise. Dadurch gelang es den Mitwirkenden, Momente des Innehaltens, Nachdenkens und Besinnens zu erzeugen.

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Das Publikum möge erst nach dem Läuten der großen Glocke St. Jakobus am Ende des Konzerts sowie einem anschließenden Moment der Stille den Mitwirkenden applaudieren, hatte Walterspacher ebenfalls in seiner Begrüßung gebeten.

Eben nach diesem Glockenläuten und folgender Stille erschien es zwar wie ein ungewöhnlicher Kontrast, als der Applaus bis hin zu stehenden Ovationen einsetzte, verdient hatten sich dies die beiden Chöre nebst ihrer Leiter Abelein und Ernst sowie die Solisten und Instrumentalisten jedoch allemal für diese sehr gelungene und stimmungsvolle Passionsmusik.

Am Ostersonntag, 5. April, um 10.30 Uhr präsentieren bei einem festlichen Osterhochamt in der St. Jakobuskirche in Lauda der Kirchenchor St. Jakobus gemeinsam mit Orchester und Solisten "Missa brevis" von Haydn sowie Auszüge aus Händels Oratorium "Messias".