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Nachruf - Königshofen verliert einen versierten Kenner der Ortsgeschichte und einen zielstrebigen Interessenvertreter

Mit Kreativität und Ideenreichtum hat Werner Keppner viel erreicht

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hvb
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Bei seinem 80. Geburtstag vor drei Jahren erhielt Werner Keppner die Verdienstmedaille des Landtags und die Konrad-Adenauer-Medaille der Senioren Union. © Herbert Bickel

Königshofen. Zielstrebigkeit, Hartnäckigkeit, Willensstärke und ein unbändiges Engagement für das Gemeinwesen zeichneten Werner Keppner aus, der am Mittwoch, 8. Juni, im Alter von 83 Jahren gestorben ist. Leidenschaftlich ging er seinem Beruf als Lehrer nach, als politischer Mensch gehörte er über Jahrzehnte der CDU an, war im Gemeinderat, im Kreistag und bei der Seniorenunion aktiv. Für Königshofen, die Geschichte seines Wohnortes und dessen Weiterentwicklung setzte er sich unentwegt und mit viel Verve ein.

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Geboren wurde Werner Keppner am 19. Februar 1939 als Jüngstes von drei Geschwistern in Pforzheim. Bereits mit drei Jahren zog er jedoch in die Heimat seiner Eltern nach Kupprichhausen. Nach der Volksschule verbrachte er den ersten Teil seiner Gymnasialzeit in Fährbrück und Münnerstadt, um danach zu den Salesianern Don Boscos überzutreten. 1956 beendete er seine Schulzeit mit dem Abitur in Benediktbeuern, wo er sich auch auf den Eintritt in den Orden vorbereitete. Er absolvierte das Noviziat, arbeitete später als pädagogische Assistenz innerhalb des Ordens in Essen, schloss das Philosophikum ab und wurde zum Aufbau eines Jugendheims in Wiesbaden eingesetzt.

Letztlich sollte das klerikale Leben aber nicht seine Berufung sein. Konsequent in der Sache, wie ihn die Königshöfer Mitstreiter kannten, kehrte er den Salesianern 1962 den Rücken und verließ den Orden.

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Dass er gern mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, hatte er bereits erlebt. Und so wundert es nicht, dass er sich zum Studium der Pädagogik entschloss, um Lehrer zu werden. 1965 schloss er sein Studium an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch-Gmünd ab und begann seine berufliche Laufbahn im Kreis Biberach in Mietingen. Im selben Jahr heiratete er seine Frau Agathe. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Seinen Faible für die Politik manifestierte er 1967 mit dem Eintritt in den CDU-Kreisverbands Biberach. Werner Keppner wurde Mitglied der Jungen Union.

1970 wurde die Familie in Königshofen sesshaft. Zuvor hatte er noch die Höhere Prüfung im Schuldienst abgeschlossen, um in Tübingen Pädagogik und Geschichte weiterzustudieren. Nach einem kurzen Deputat an der Grund- und Hauptschule in Grünsfeld, folgte 1971 ein Ruf an die Realschule Lauda, der er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2002 treu bleiben sollte.

Legendär ist sein dortiges Engagement für Theateraufführungen, für die er Schülerinnen und Schüler beim Ehrgeiz packte. Lehrer und Schüler führten gemeinsam das Singspiel „Der liederliche Ferdinand“ auf, auch „Ali Baba und die 40 Räuber“ oder „Halleluja Billy“ wurden vom Publikum begeistert gefeiert.

Weil Historie schon immer sein Steckenpferd war, war er prädestiniert, die Festschriften für seine Schule zu verfassen. Nicht nur die richtige Chronologie und die Faktengenauigkeit lagen ihm dabei am Herzen, sondern auch Begebenheiten und Denkwürdigkeiten, über die sich im Nachhinein schmunzeln lässt. Mit Keppners Initiative zur Gründung der Schülervereinigung „Junge Gilde“ 1976 startete immer am zweiten Weihnachtsfeiertag die jährliche Jugendfastenaktion, die mit Verkaufsständen in 25 Ortschaften aus dem schulischen Einzugsbereich. Dort kamen mit der „Bananenaktion“ unter dem Motto „Helft uns helfen“ erhebliche Beträge für die Dritte Welt zusammen.

Daneben organisierte Werner Keppner Ferienbildungsfahrten in europäische Hauptstädte, Wochenendseminare und Studienfahrten, in denen in Buchenwald oder Theresienstadt auch das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte in den Blick genommen wurde.

Politisch mischte sich Werner Keppner immer wieder mit Sachverstand und demokratischem Bewusstsein ein. Bereits vor der Kommunalreform war er Gemeinderat in Königshofen, von 1999 bis 2014 dann in Lauda-Königshofen. Von 1999 bis 2004 war er CDU-Kreisrat. 2005 gründete er den Stadtverband der Senioren Union in Lauda-Königshofen, den er bis 2015 leitete. 2006 wurde er Kreisvorsitzender der Senioren Union und in dieser Funktion Mitglied des Bezirksvorstands Nordwürttemberg der Senioren Union. Darüber hinaus gehörte er dem Landesvorstand der Senioren Union von 2011 bis 2017 an.

Sein Einsatz galt auch der Königshöfer Messe. „Eine Schau der Superlative“, wie die FN damals schrieben, war der historische Festzug zu 450 Jahre Verleihung des Marktrechts, den Werner Keppner organisiert hatte. Daneben war er Gründer des Zentessens, stellte zahlreiche Ausstellungen auf die Beine und war auch bei dere „Volkshochschule Mittleres Taubertal“ Ideengeber.

Für sein Engagement erhielt Keppner zahlreiche Auszeichnungen wie die Internationale Don-Bosco-Verdienstmedaille, die Staufer-Medaille des Landes, die Landesehrennadel in Gold der Senioren Union und die Bürgermedaille der Stadt Lauda-Königshofen.

Die Beisetzung findet am Freitag, 17. Juni, um 14 Uhr auf dem Friedhof in Königshofen statt. hvb

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