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Leserbrief - Zum Ablehnungsbescheid der Widersprüche durch das Regierungspräsidium Stuttgart im Februar

„Mit Glanz und Gloria abgewiesen“

Von 
Dr. Jörg Duden, Günter Brix
Lesedauer: 
© Fotolia/mapoli-photo

Mit Glanz und Gloria hat das Regierungspräsidium unsere Widersprüche abgewiesen, empathiefrei und kaltschnäuzig. Der Aufbereitungsanlage wird einmal mehr völlige Unbedenklichkeit bescheinigt. Weder Lärm, noch Staub, noch Umweltgefahren; belästigungsfrei werde – den Auflagen des Landratsamtes gemäß – diese Anlage betrieben werden.

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Die Riesenmenge von 310 000 Tonnen Abfälle und Schüttgüter wird durchs enge Dorf transportiert werden, sozusagen fast ohne, dass ein Anwohner das merkt. Außerhalb der 500 Meter Abstand von der Anlage gibt es ohnehin keine von einer Behörde zu beachtende Bedenklichkeit.

Dabei weiß es die Gerlachsheimer Bevölkerung inzwischen besser. Die vergangenen Wochen gaben ihr einen kleinen Vorgeschmack auf das, was nun kommen wird: Lkw-Massenverkehr, laut und gefährlich. Die Straße voller Dreck und an manchen Stellen bereits ramponiert.

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Während im Petitionsbericht die 42 Schwerlastfahrten noch als tägliche Obergrenze definiert werden, hält das RP an den 2000 Tonnen als Tageshöchstmenge fest, was ein mögliches Vielfaches der angeblich „nur“ 42 Fahrten bedeutet.

Nach den Gerichten zeigt nun auch das RP nicht die Spur einer Bereitschaft, die berechtigten Anliegen der Bevölkerung zu hören und die auf so undemokratischem Weg zustande gekommene Genehmigung dieser Monsteranlage auch nur einen Millimeter zu relativieren.

Apodiktische Unfehlbarkeitsbescheinigung für das Landratsamt, geballte Ignoranz gegenüber den Menschen, die nun möglicherweise Generationen lang das alles werden aushalten müssen.

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Mit der jetzt endgültigen Entscheidung des RP ist das Todesurteil für zumindest den Altort von Gerlachsheim gefällt. Wer kann, wird wegziehen. Niemand wird mehr da wohnen wollen. Die Gebäude, insbesondere auch die wertvollen historischen Barockbauten, werden verfallen.

Dafür wird ein Unternehmer noch reicher werden und die Stadt Lauda-Königshofen ein bisschen Gewerbesteuer einnehmen. Im Bauantrag des Unternehmens werden übrigens ganze zwei (!) neue Arbeitsplätze verheißen!

Ob es das alles wert gewesen sein wird?

Ach ja, und der nun endgültig erfolglose Widerstand hat uns über 35 000 Euro gekostet.

Und – sozusagen als ultimative Ohrfeige – müssen wir für die Ablehnung der zwei verbliebenen Widersprüche auch noch zahlen: 1100 Euro Verwaltungsgebühren.

Ein Hoch auf unsere Verwaltung und die freiheitlich-demokratische Grundordnung!

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