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Katholische Frauengemeinschaft - Bei Dekanatsversammlung über Kirchenentwicklung 2030 und Beitritt zum Bundesverband diskutiert

Main-Tauber-Kreis: Frauengemeinschaften fordern mehr Mitsprache

Unter der Leitung von Manuela Hertlein geht die Frauengemeinschaft des Dekanats in die Zukunft. Einstimmig wurde sie in ihr Amt gewählt.

Von 
Diana Seufert
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Vorstand gewählt: Den Vorsitz der katholischen Frauengemeinschaft im Dekanat übernimmt Manuela Hertlein (Zweite von rechts). Ihr zur Seite steht Thea Hammel (Zweite von links). Zu den Gratulanten gehörten Regina Köhler und Dr. Rainer Gehrig, der Leiter der Diözesanstelle. © Seufert

Main-Tauber-Kreis. Es war ein Abend voller Informationen und Emotionen beim jüngsten Dekanatstreffen der Katholischen Frauengemeinschaft. Die Vertreterinnen der unterschiedlichen Gruppen im Dekanat Tauberbischofsheim mit Teilnehmerinnen von Bestenheid bis Krautheim trafen sich kürzlich in der Laudaer Pfarrscheune.

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Gleich zu Beginn musste das Vorstandsteam um Manuela Hertlein und Thea Hammel eine traurige Nachricht mitteilen. Das langjährige Vorstandsmitglieder Ursula Schaller war kurz zuvor verstorben. Zwölf Jahre lang gehörte sie dem Vorstand der Frauengemeinschaften im Dekanat an und brachte sich mit vielen Ideen und großem Engagement ein. 2012 hatte sie den Vorsitz übernommen, den sie acht Jahre lang innehatte. Ihre Arbeit und ihr Tatendrang wurden auch von Regina Köhler, Regionalfrauenreferentin, gewürdigt.

Es muss sich etwas tun

Der neue Leiter der Diözesanstelle, Dr. Rainer Gehrig, nutzte die Gelegenheit, den Teilnehmerinnen den aktuellen Stand im Prozess „Kirchenentwicklung 2030“ vorzustellen. „Dieser Prozess des Wandels wurde von Erzbischof Stephan Burger angestoßen, weil sich in der Kirche etwas tun muss“, so Gehrig. Kirche vor Ort solle neu gestaltet werden. Die künftige Struktur sieht eine Pfarrgemeinde Nord um Tauberbischofsheim und eine Pfarrgemeinde Süd um Lauda-Königshofen vor, die ab 2026 ihre Arbeit aufnehmen sollen. Es haben sich die Projektteams unter der Leitung von Koordinatoren formiert, die verantwortlich für den Inhalt und die Ressourcen sind. Die Koordinationsteams sieht Gehrig zur Unterstützung und Vernetzung.

„Das Seelsorgemodell ist am Ende, den Gemeindeteams kommt eine neue Bedeutung zu.“ Möglichst viele Christen einzubinden, sei das Ziel. Dabei dürften auch mutige Entscheidungen getroffen und neue Ideen umgesetzt werden. „Es muss in neuen Formaten gedacht werden“, so Gehrig. In seinen Augen wird es neue Freiräume in der Kirche geben.

„System muss sich ändern“

Mit Interesse hörten die Frauen zu, waren aber sehr skeptisch, dass dieser Prozess zu einer wirklichen Erneuerung führen wird. Zahlreiche Beispiele wurden angeführt, bei denen Kirche und auch die Seelsorger vor Ort moderne Prozesse unterbunden haben. „Es ist schon vorgedacht, das System muss sich ändern“, so die grundlegende Kritik mit Blick auf die Bewegung „Maria 2.0“. Über Jahrzehnte habe man viel Herzblut investiert und sei ausgebremst worden, hieß es.

Gehrig bedauerte, dass so viel Energie und Engagement zerstört worden seien. Regina Köhler hatte einen ganz pragmatischen Tipp: „Fragen Sie nicht immer um Erlaubnis, machen Sie einfach, was Ihnen wichtig ist.“ Auch das dürfe man unter neuen Formen verstehen. Und sie ermunterte, die Ideen nicht an Kosten scheitern zu lassen. „Ressourcen können auch finanzieller Art sein.“ Die inhaltliche Arbeit der Projektgruppen sei offen. Gehrig ermutigte nachzuhaken, wenn man das Gefühl habe, wichtige Themen würden nicht behandelt. „Es soll kein Thema unter den Teppich gekehrt werden.“ Er verwies auf den Internetstammtisch von Dr. Robert Koczy als Koordinator für beide künftigen Pfarreien.

Eingebunden in die Kirchenentwicklung wurde auch die Diskussion um einen Beitritt zum Bundesverband der kfd. Bis zum 30. September müssen sich alle Gruppen entschieden haben, ob sie Mitglied im Bundesverband werden oder als Pfarrgruppe bestehen wollen. Regina Köhler und Thea Hammel gingen nochmals auf die Vorteile des Bundesverbands ein, die auch die Verwaltung der eigenen Finanzen bedeute.

Doch egal wie sich die Gruppen entscheiden: die kirchlichen Räume und Einrichtungen dürfen immer genutzt werden und auch die pastorale Versorgung sei zu gewährleisten.

Vorstandsteam gewählt

Einstimmig erfolgte die Wahl des Vorstandsteams. Als Vorsitzende der Dekanatsfrauen wurde Manuela Hertlein bestimmt. Ihr zur Seite steht Thea Hammel als Stellvertreterin und Kassenwartin.

Nachdem Regina Köhler kurz auf das Wimmelbuch der Erzdiözese eingegangen war, stellte Ulrike Gall den Quellenweg durch 15 Orte der Seelsorgeeinheit Krautheim-Ravenstein-Assamstadt vor. Zusammen mit Ursula Schaller und weiteren Mitstreiterinnen hatte sie diesen Weg konzipiert. Als Wanderung auf einem spirituellen Weg werden die Themen Frieden, Schöpfung bewahren und Geschlechtergerechtigkeit neu gedacht. Ulrike Gall sprach von einem lohnenswerten Projekt, das sie mit dem Jakobsweg verglich, allerdings eben im Kleinen.

Redaktion Hauptsächlich für die Lokalausgabe Tauberbischofsheim im Einsatz

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