Restaurant "Rebenhof" - Erster "Koch-Buch-Abend" mit Stefan Müller-Ruppert Literarisch-kulinarisches Erlebnis der Spitzenklasse

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Stefan Müller-Ruppert brillierte beim ersten "Koch-Buch-Abend" im "Rebenhof" in Beckstein mit vielfältigen Beiträgen zum Thema Essen.

© Seybold

Beckstein. Eine neue Veranstaltungsreihe feierte im Hotel "Rebenhof" Premiere - und wenn es nach dem Auftakt geht, könnte dieser Reihe ein langes Leben gewiss sein. "Koch-Buch-Abend" lautete der Titel.

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Allerdings ging es am wenigsten über echte Kochbücher, vielmehr präsentierte Stefan Müller-Ruppert Literarisches aus den verschiedensten Jahrhunderten rund ums Thema Essen. Den Part "Koch" im Titelthema übernahm der Küchenchef des "Rebenhofs", Tobias Winkler, mit einem frühlingshaften delikaten Vier-Gänge-Menü. Was wäre aber ein Essen - und gerade noch in Beckstein - ohne die passende Weinbegleitung. Und für diese sorgten edle Tropfen vom einheimischen Winzerhof Strebel.

Es war eine bunte literarische Mischung, die Stefan Müller-Ruppert mitgebracht hatte. Zum Schmunzeln Wilhelm Buschs Gedanken zum Mund, passend zur Vorspeise Beobachtungen bei der Spargelernte von Friedrich Georg Jünger. Sehr amüsant die Reflexionen der hier nicht unbekannten Entertainerin Gyle Tufts über den typisch deutschen "Spargel-Hipe". Weit zurück ins 16. Jahrhundert führte Stefan Müller-Ruppert die Zuhörer mit den Gedanken des Sperone Speroni zum Beruf des Kochs.

Sehr viel Spaß hatte das Publikum mit den von Stefan Müller-Ruppert ins badisch-fränkische übersetzten Alltagsgeschichten des badischen "Bruddlers" Otmar Schnurr. Herrlich der Bericht über den erstmaligen Besuch in einem Sterne-Restaurant.

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Wer es bis dahin nicht wusste: Auch Vincent Klink, aus dem Fernsehen nicht unbekannter Sterne-Koch, hat sich literarisch betätigt. Erst zum Schmunzeln die Geschichte über die samstägliche Suppe des Vaters aus den Resten der Woche, die leider schon etwas zu lange gelagert waren. Fast schon tragisch, dass die Kritik des Sohnes am Endprodukt zu einem jahrzehntelangen Zerwürfnis in der Familie geführt hatte. Dazwischen streute Stefan Müller-Ruppert immer wieder kurzweilige Informationen zum jeweiligen Gang des Menüs ein.

Am Ende durfte man die Qualen von Siegfried Lenz angesichts einer jütländischen Kaffeetafel sehr authentisch mitfühlen, ein Gedicht von Ringelnatz entließ schließlich die Gäste mit einem Schmunzeln in die Nacht.

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Der Auftakt der Reihe hat auf jeden Fall Appetit gemacht. Sowohl auf mehr Literatur im Rebenhof mit Christiane und Martin Bauer als Gastgeber rund ums Thema Essen, wie auch auf das nächste Menü von Tobias Winkler samt passender Weine. Das Thema wird der Sommer sein, zwei weitere Abende im Herbst und Winter - jeweils am letzten Samstag des Quartals, werden noch folgen. sey