Gemeinschaftsprojekt - Bürgerstiftung und Stadt haben nun elf Geräte übergeben

Lauda-Königshofen: Jeder Stadtteil erhält einen Defibrillator

Alle Stadtteile werden nun mit einem Defibrillator ausgestattet. Die Geräte sind leicht zu handhaben und können im Notfall Leben retten.

Von 
Peter D. Wagner
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Jeder Stadtteil von Lauda-Königshofen soll mit einem Defibrillator ausgestattet sein. Diesem Ziel von Bürgerstiftung und Stadt ist man nun etwas näher gekommen. Elf Geräte wurden mit Hilfe von Spendengeldern angeschafft. © Peter D. Wagner

Lauda-Königshofen. Das von der Bürgerstiftung Lauda-Königshofen gemeinsam mit der Stadt initiierte Projekt „Defibrillatoren in allen Ortsteilen“ hat innerhalb sogar weniger als einem Jahr ein wesentliches Kernziel erreicht. Unter dem Motto „Im Notfall Leben retten können“ hat die Bürgerstiftung seit Sommer 2020 in Kooperation mit der Stadt auf Anfrage unter anderem des Gemeinderates und mehrerer Bürger ein Projekt initiiert, das zum Ziel hat, sämtliche Stadtteile mit Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED) auszustatten (wir berichteten). Im vergangenen Herbst wurde das erste der gestifteten Geräte in Unterbalbach am Eingang des neuen Tagespflegehauses seiner Bestimmung übergeben. Nun wurden weitere elf Geräte geliefert.

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„Wir haben es geschafft, dieses Projekt von der Idee zur Umsetzung zu bringen, indem noch dazu sogar in dieser relativ kurzen Zeit tatsächlich bereits zwölf AED besorgt werden konnten“, vermeldeten erfreut Gerhard Glöckner, Vorsitzender der Bürgerstiftung, und Bürgermeister Dr. Lukas Braun bei der Übergabe der neuen AED beim Rathaus in Lauda.

Überwältigende Spendenresonanz

„Nachdem ein entsprechender Wunsch an die Bürgerstiftung herangetragen wurde, waren wir zunächst etwas zurückhaltend, weil wir weder die Kosten für dieses Defi-Projekt noch die Resonanzen darauf absehen konnten“, blickte Glöckner im Namen der beiden Mitvorstände Christian-Andreas Strube und Leo Köhler zurück. „Dass innerhalb kurzer Zeit Spenden von 30 000 Euro für dieses ambitionierte Vorhaben generiert wurden, zeigt uns allen, wie wichtig dieses Anliegen vielen Bürgern ist“, betonten er und Braun.

Insgesamt 29 Spender, unter anderem aus Tauberbischofsheim der Lions Club (3500 Euro) und der Rotary Club (3000 Euro), leisteten ihren Beitrag zu diesem „großartigen Ergebnis“. „Die Spendenbereitschaft sowohl der Stifter als auch von Unternehmen und anderen Institutionen für die Anschaffung von Defibrillatoren war überwältigend. Ich bin bei allen Gesprächen auf offene Ohren gestoßen“, so Glöckner.

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Dass auch der Gemeinderat und die Stadt ohne Zögern für dieses Projekt zu haben gewesen seien, hoben der Stiftungsvorsitzenden und der Bürgermeister übereinstimmend hervor. Daher wurde der Spendensockel seitens der Stadt mit 17 000 Euro als Zuschuss auf einen Gesamtbetrag von 47 000 Euro aufgestockt, der für die Anschaffung der AED inklusive der Boxen zur wetterfesten und temperaturunabhängigen Aufbewahrung benötigt wurde. Die Geräte seien bei einem lokalen Anbieter, der in Kooperation außerdem die dauerhafte Betriebsbereitschaft, Wartung und Überprüfung gewährleiste.

AEDs verfügen über ein digitales Überwachungssystem

Über Details der AED informierte Marco Kiesel, Geschäftsführer der medisystems Medizintechnik GmbH und Mitglied der Bürgerstiftung, der das erste Gerät für Unterbalbach gespendet hatte und mit dem in Zusammenarbeit das Gesamtkonzept umgesetzt wurde. Konzipierung und Ausstattung der Geräte beinhalten, dass sie im Notfall auch von Kindern oder Jugendlichen sicher bedient werden können .

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Eine sogenannte „Emergency Box“ beinhaltet ein intelligentes und digitales Überwachungssystem für den AED. Mit einem speziellen SIM-Kartenmodul, das auch bei geringer Funknetzrate funktioniert, wird der Status aller für den Betrieb des Defibrillators wichtigen Funktionen an eine zentrale Stelle übertragen, so dass eine kontinuierliche Überwachung gewährlistet ist. Zum zweiten verbindet die „Emergency Box“ im Einsatzfall den Benutzer automatisch mit der Notfall- und Rettungsleitstelle im Sprechfunkbetrieb. Auf diese Weise erhält ein Ersthelfer Anweisungen und Unterstützungen durch einen Fachexperten. Zudem bekommt die helfende Person auf Basis entsprechend notwendiger Daten Ansagen und Anleitungen zu Verbesserungshinweisen oder weiteren Vorgehensweisen bei der Hilfeleistung.

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Ein wichtiger Beitrag für die Notfallversorgung

„Wir sind froh, die Geräte nun so zeitnah einrichten und damit diesen wichtigen Beitrag für die Notfallversorgung in allen zwölf Stadtteilen bieten zu können“, resümierten Glöckner und Braun. Außerdem wolle man für Interessenten Einführungen in den Gebrauch der AED anbieten. Ergänzend appellierte der Bürgermeister, regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen, um die entsprechenden Grundkenntnisse und Fertigkeiten zur Notfall-Hilfeleistung aufzufrischen.

Marco Hess, Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion und einer der Ideengeber des Projektes, erinnerte an die Problematik, dass ein Rettungsdienst im Notfall möglicherweise bei länger geschlossenen Bahnschranken in Königshofen oder in Gerlachsheim erst mit reichlich Verzögerung an einen Einsatzort gelange könne. In diesem Fall könnte einem Defibrillator die Rolle eines Lebensretters zukommen, indem mit ihm die Zeit bis zum Eintreffen eines Notfallteams überbrückt werde.

„Ein sehr schönes Projekt, bei dem alle Gemeinderäte an einem Strang gezogen haben“, unterstrich FBL-Gemeinderat Gerd Holler. „Dem Gremium war wichtig, keine unterschiedlichen Abstufungen in der Reihenfolge vorzunehmen zu müssen, sondern möglichst alle Stadtteile annähernd gleichzeitig mit einem Defibrillator ausstatten zu können“, teilte der SPD-/FB-Fraktionsvorsitzende Siegfried Neumann mit.

Glöckner dankte allen Unterstützern, die zur erfolgreichen Realisierung beigetragen haben. Zugleich warb er für weitere Spenden zur Anschaffung eines mobilen AED beispielsweise für den Einsatz bei Veranstaltungen oder für weitere Geräte in größeren Stadtteilen. Diesbezüglich regte Kiesel die Offerte von „Gerätepartnerschaften“ an.

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Peter D. Wagner
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