Technischer Ausschuss - Gremium stimmt Bau eines Technikraums auf dem Dach eines Mehrfamilienhaus am Marktplatz zu

Lange Suche nach Kompromisslösung

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dib
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Die Planungshistorie des Neubaus eines Mehrfamilienhauses am Marktplatz in Lauda wurde bei der Sitzung des Technischen Ausschusses aufgerollt. © Seufert

Lauda-Königshofen. Der Technische Ausschuss des Gemeinderats hatte am Montag nur über einen zusätzlichen Technikraum auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses zu beraten. Doch allein der Neubau am Marktplatz sorgt seit Jahren für einigen Diskussionsstoff in der Stadt. Nach Meinung von Gemeinderat Jochen Groß passt er „überhaupt nicht“zur Altstadt. Bei der Stadt sieht man das anders, will aber trotzdem ein verlässlicher Partner für alle Beteiligten sein.

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Und so rollten Bürgermeister Dr. Lukas Braun und Stadtbaumeister Tobias Blessing die Ereignisse der letzten Jahre noch mal auf. Schließlich hatte das Vorhaben bereits bei der Planung Einwände der Anwohner auf sich gezogen. Kritikpunkt war die Höhe und damit die Verschattung. Somit wurden 2016 die Pläne überarbeitet und eine gedachte Höhenlinie zwischen den Gebäude Rathausstraße 44 und 36 gezogen, die aber nicht eingehalten werden konnte, so Blessing. In einem Gespräch hatte man mit den Anwohnern damals einen Kompromiss gesucht. „Knapp dreieinhalb Jahre später wurde nun vom Antragsteller eine Erhöhung des Gebäudes beantragt, die diese Einigung mit den Anwohnern konterkariert“, machte Blessing deutlich. Durch die eingereichten Maßnahmen werde das Gebäude erhöht.

Gegen das ursprüngliche Flachdach hatte sich aber der Gemeinderat ausgesprochen. Durch die Abwalmung auf der Nord- und Ostseite komme es zu einer Beeinträchtigung der Anwohner, erklärte der Stadtbaumeister. Im Interesse der Anwohner könne man teilweise darauf verzichten. Der nun geplante Technikraum trete „untergeordnet in Erscheinung“. Die Verwaltung hatte sich dafür ausgesprochen, das Einvernehmen nicht herzustellen, weil Nutzungserläuterungen fehlten. Auch wollte man das Kreisbauamt hinzuziehen.

Das sahen die Gemeinderäte anders. Sie wollten eine Entscheidung und votierten für die Erhöhung der Abwalmung des Daches für alle vier Seiten bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung. Auch für den Technikraum gab es bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung grünes Licht – allerdings mit der Einschränkung, dass er um rund 90 Zentimeter nach Westen versetzt wird.

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In der rund einstündigen Diskussion sprach sich Christof Kulzer (CDU) für eine Vertagung aus, weil man nicht wisse, worüber man abstimme. Die Scheibchentaktik kritisierte Angelika Tolle-Rennebart (FBL). Bei den ersten Planungen gab es den Raum, dann sei er nicht mehr nötig gewesen und jetzt komme er doch. Der Vertrauensschutz der Anwohner werde so tief verletzt.

Warum man sich an einem von unten nicht wahrnehmbaren rund 20 Quadratmeter großen Raum störe, fragte Dorothee Walter (CDU). Dass dort die Technik für das Schwimmbad untergebracht werde, sei genehmigungsfähig. Sie wollte ebenso einen Knopf an die Sache machen wie Werner Faul. Warum vertagen, fragte auch Reinhard Vollmer (FBL). Er hatte nach einer Vor-Ort-Begehung mit seiner Fraktion keine Bedenken und sprach sich – wie zuvor schon Philipp Hahn (CDU) – für eine Verschiebung des Raums aus. „Der Technikraum macht den Kohl nicht mehr fett“, fand Jochen Groß (SPD/FB). Regulierend hätte man schon viel früher eingreifen können und müssen. dib

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