Sehenswerte Ausstellung - Norbert Gleich zeigt anlässlich seines 80. Geburtstags viele seiner Holzschnitte / Vernissage Kunst aus 40 Jahren Schaffenskraft

Von 
Irmgard Jung
Lesedauer: 
Norbert Gleich stellt bis 23. Februar in der Galerie „das auge“ seine Holzschnitte aus. Bei der Eröffnung gab der Vorsitzende des Kunstkreises eine Einführung in die Technik. © Irmgard Jung

Anlässlich seines 80. Geburtstags präsentiert der Vorsitzende des Kunstkreises Lauda-Königshofen, Norbert Gleich, selbst einmal seine Werke in der Galerie „das auge“.

AdUnit urban-intext1

Lauda-Königshofen. Zur ersten Eröffnung des Jahres 2020 in der Kunstkreis-Galerie „das auge“, zu der er zahlreiche Gäste aus der ganzen Region willkommen hieß, präsentierte der Vorsitzende Norbert Gleich eine Rückschau, beginnend mit einigen interessanten Frühwerken. Zum 80. Geburtstag hatte er „alles aus den letzten 40 Jahren mitgebracht, was interessant ist“, darunter nicht nur seinen allerersten originalen Linolschnitt, sondern auch noch eine wunderschöne Batik-Arbeit mit der Darstellung eines Pferdes.

Als eine der ältesten künstlerischen Techniken sei der Holzschnitt lange Zeit „tot gewesen“, nun bereits seit vielen Jahren wieder hochaktuell. Albrecht Dürer, „Meister der Vielseitigkeit und bedeutendster Renaissancekünstler Deutschlands“, begeisterte mit seinen Werken – Zeichnungen, Kupferstiche und natürlich Holzschnitte – zu allen Zeiten. Auch ehe Gutenberg mit der Erfindung der beweglichen Lettern den Buchdruck revolutionierte, wurden Schriftstücke im Ganzen als Holzschnitte hergestellt und gedruckt.

Dem großen Holzschneider HAP (Helmut Andreas Paul) Grieshaber, sagt Norbert Gleich, verdanke man vor allem die Anerkennung des Holzschnitts „als voll gültige grafische Ausdrucksform“. Auch für Gleich selbst waren die Grieshaber-Werke nach eigener Bekundung „Initialzündung“ für die eigene intensive Beschäftigung und das Arbeiten in dieser Kunstform. Für die „Neuzeit“ des Holzschnittes seien hier als Beispiele auch Kandinsky oder auch Kirchner genannt.

AdUnit urban-intext2

Die seit langem gepflegte Kunst (Gleich nennt es „Handwerk“) des Holzschnitts demonstriert er anhand der von ihm geschaffenen „Taufbilder“ für die Laudaer Friedenskirche. „Am Anfang steht die Idee“. Hier zeigt er als erstes die Entwürfe zur Vorlage beim Auftraggeber, danach folgt als „Nr. 1“ die so genannte Schwarzplatte; sie gibt die Konturen der Zeichnung vor, in die er beim „Anlegen“ – als wichtigste Arbeit bezeichnet – die einzelnen Farbflächen einpasst.

Unerlässlich ist hier als Handwerkszeug das Skalpell zum Schneiden aller Motive in die Druckplatten. Für diese Serie von vier Bildern werden alleine 17 einzelne Platten benötigt.

AdUnit urban-intext3

Neben dem klassischen Farbdruck wird von den Holzschneidern inzwischen auch die Technik des „verlorenen“ Holzschnitts angewandt; hier werden nach dem Druck einer Farbe die gedruckten Segmente ausgeschnitten und so nach jeder Farbe verfahren, bis der Druckstock völlig leer und damit unbrauchbar geworden ist, also „verloren“. Die interessanten Ausführungen der Eröffnung erfahren eine „Ergänzung“ am Sonntag, 19. Januar, ab 14 Uhr bei Gleichs Druckvorführung; auch die Besucher erhalten Gelegenheit, für sich selbst ein Bild zu drucken.