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Volkstrauertag - Bürgermeister Dr. Lukas Braun hielt die Gedenkansprache auf dem alten Friedhof in Unterbalbach

„Krieg hat nichts Edles und Heroisches“

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Bürgermeister Dr. Lukas Braun hielt bei der Gedenkfeier am Volkstrauertag die Gedenkansprache. © Ortschaftsrat

Die Gedenkfeier zum Volkstrauertag fand auf dem alten Friedhof in Unterbalbach statt. Die Gedenkansprache hielt Bürgermeister Dr. Lukas Braun.

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Unterbalbach. Auch, wenn in diesem Jahr der gemeinsame, sonst übliche, Zug von der Pfarrkirche zum alten Friedhof entfallen musste, konnte zumindest diesmal dort wieder im Rahmen der traditionellen Gedenkstunde an die Getöteten und Opfer der Weltkriege und Gewaltherrschaft erinnert werden.

Nach der musikalischen Eröffnung durch den heimischen Musikverein ging Ortsvorsteher Andreas Buchmann bei der Begrüßung kurz darauf ein, dass sich vor 80 Jahren der von Deutschland im Jahr 1939 losgetretene Krieg zum Weltkrieg entwickelte.

Im Mittelpunkt der Zeremonie stand die Gedenkansprache von Bürgermeister Dr. Braun. Er führte aus, dass das Gedenken an die beiden großen Kriege des 20. Jahrhunderts und ihre zahllosen Opfer in Europa zu einer humanitären Verpflichtung geworden sei, der man sich nicht entziehen dürfe. „Dieses Gedenken ist fester Bestandteil unseres Lebens und unseres Seins, denn erst das gelebte Bekenntnis zur Vergangenheit macht uns zu dem, was wir sind“, stellte Braun fest. Das gelte auch und vor allem für die dunklen Seiten der Geschichte. Dabei gäbe es zudem keinen Unterschied welcher Nationalität, denn alle wurden zu Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft. Gedacht werden müsse in diesem Zusammenhang auch jener Menschen, die jahrelang an den Rand gedrängt und verschwiegen wurden.

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Dieses Gedenken gelte nicht nur für die beiden großen Kriege, sondern ebenso für die zahlreichen bewaffneten Auseinandersetzungen, die Europa bis heute erschüttern. Denn Krieg habe nichts Edles und Heroisches und es sei auch kein Grund vorhanden, den Krieg zu verherrlichen. Gedenken spiele dabei eine wichtige Rolle, es sei ein Warnruf und schärfe die menschlichen Sinne. Dies seien wir den vielen Millionen Opfern schuldig, aber auch uns selber und unseren Nachkommen.

Im Anschluss legten Ortsvorsteher Buchmann und Bürgermeister Dr. Braun unter den Klängen des Liedes „Ich hatte einen Kameraden“, einen Kranz am Ehrenmal nieder. Dem schloss sich das Totengedenken durch die Mitglieder des Ortschaftsrats an.

Im geistlichen Impuls von Harald Rudelgaß stellte dieser eine kleine Geschichte in das Zentrum seines Beitrages, die die ersten Monate nach dem Krieg eines jungen Burschen beschrieben. Dieser fühlte sich gerade in jener Zeit, aber auch in seinem weiteren Leben immer wieder von guten Menschen unterstützt, die ihn wie schützende Engel begleitet hätten. Er schloss seine Ausführungen mit „So wollen wir auch immer wieder denen gedenken, die uns im Leben schützend begleitet haben.“ Im Anschluss an die Tauberfrankenhymne, dankte Buchmann allen Beteiligten für ihr Engagement und schloss mit einem Auszug aus dem Tagebuch des Gefreiten Reinhold Pabel vom Freitag, 27. Juni 1941: „Gestern wieder einen guten Kameraden verloren. Der Krieg ist anders als in jedem Buch. Wie man am Dasein hängt, am einfachen, bloßen, nackten Da-Sein-Dürfen, wenn man es entrinnen sieht wie Wasser zwischen den Fingern.“

Traditionell beendete der Musikverein die Gedenkfeier mit der Nationalhymne.

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