Vorplatz am Kloster - Gemeinderat genehmigt 600 000 Euro Knappe Mehrheit für Neugestaltung

Von 
thos
Lesedauer: 

Lauda-Königshofen. Die Stadt Lauda-Königshofen wird den Vorplatz am ehemaligen Kloster Gerlachsheim neu gestalten. Mit einer knappen Mehrheit von elf zu zehn Stimmen folgte der Gemeinderat am Donnerstag in seiner Sondersitzung einem entsprechenden Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung. Demnach erhält die Firma Konrad Bau aus Gerlachsheim den Auftrag für 600 785,30 Euro. Exakt diese Kosten waren es dann auch, die von zahlreichen Stadträte, quer durch alle Fraktionen, kritisiert wurden.

AdUnit urban-intext1

Vor allem Dr. Hans-Dieter Heinrich (CDU) mahnte angesichts der finanziellen Lage der Stadt zur Einsparung. „Wir sollten die Vergabe entweder zurückstellen oder nur 200 000 Euro in die Hand nehmen, um den Platz lediglich gärtnerisch umzugestalten. Die 600 000 Euro sind meiner Meinung nach im Moment besser in unsere Kindergärten oder die Schulen investiert.“

Auch Alois Imhof (Freie Bürgerliste) sieht das so. „Selbst 500 000 Euro sind zu viel. 2023 geht die Liegenschaft an das Land zurück und wir steuern auf eine schwere Finanzkrise zu. Ein paar Sträucher und Gräser würden es deshalb auch tun“, ging Imhof konform mit Dr. Heinrich.

Jörg Aeckerle von der SPD/Freie Bürger-Fraktion unterstützte Dr. Heinrich ebenfalls. „Momentan ist so eine Maßnahme nicht sinnvoll. Die können wir gut und gerne auch noch in den Haushalt für 2021 packen.“ Hubert Segeritz (Freie Bürgerliste) schlug deshalb unter anderem vor, die Neugestaltung in zwei Abschnitte zu splitten.

AdUnit urban-intext2

Bürgermeister Maertens erinnerte unterdessen an ein Versprechen, das die Stadt dem Landratsamt gegeben habe. „Wir hatten gesagt, wenn der Kreis das Gebäude saniert und neu belebt, beteiligen wir uns an der Neugestaltung der Außenanlage. Wir stehen damit im Wort.“

Für Dominik Martin (CDU) wäre die Neugestaltung ein schönes Zeichen zum Jubiläumsjahr „300 Jahre Kloster Gerlachsheim“, das 2021 begangen werde. Sie sei gleichzeitig auch eine „tolle Vollendung des neuen Gewerbe- und Dienstleistungszentrums“, so Martin. In diese Richtung argumentierte ebenfalls Reinhard Vollmer (Freie Bürgerliste).

AdUnit urban-intext3

„Wenn wir die Maßnahme jetzt nicht machen, dann kommt sie nie“ stellte Christof Kulzer (CDU) fest. Eine Reduzierung der Kosten von ehemals 900 000 Euro auf 600 000 Euro sei ja auch nicht schlecht. Ellen Bawidamann stimmte ihrem Fraktionskollegen bei: „Wir haben das Geld im Haushalt und die Fördermittel sind bewilligt. Jetzt müssen wir zu unserem Wort stehen.“

AdUnit urban-intext4

Bürgermeister Maertens ergänzte, dass die bereits zugesagten Fördermittel von 114 000 Euro bei einer Aufhebung der Ausschreibung verloren gingen. thos