Leserbrief - Zu „Große Potenziale für den Klimaschutz“ (FN, 19. 2.) Keine Windräder im Wald

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Leserbrief-Schreiber: Jens Freudenberg
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Unser Main-Tauber-Kreis ist einer der Landkreise in Baden-Württemberg mit den meisten Windkraftanlagen im Land. Frau Professor Dr. Martina Klärle möchte noch 200 bis 300 Anlagen dazu bauen.

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Hat sie sich schon mal gefragt, wie sich das auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität der hiesigen Bevölkerung auswirkt?

Sie wies daraufhin, dass ja der Mai-Tauber-Kreis nur dünn besiedelt ist. Soll das heißen, dass man mit den Menschen hier machen kann, was man gerade will? Immer nach dem Motto: Ist ja eh nur „Badisch-Sibirien“.

Was ist mit unserem Tourismus, sollen unsere Besucher in einen Wald von laut brummenden Betonriesen spazieren gehen, Wandern oder Radfahren? So kann man einen wichtigen Wirtschaftszweig auch kaputtmachen.

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Was ist mit der Wiederverwertung von Windkraftanlagen, speziell der Rotorblätter? Zurzeit sind die Rotorblätter Sondermüll. Und wie sieht es mit der Wiederverwertung von Phtovoltaik-Anlagen aus? Gibt es ein Konzept, welche Folgekosten entstehen?

Frau Klärle erwähnte auch den angeblich hohen Waldanteil im Kreis. Hat es etwas damit zu tun, dass Herr Kretschmann in Baden- Württemberg 2000 Windkraftanlagen in den Wald stellen will? Windkraftanlagen im Wald sind in meinen Augen wirklich das Dümmste, was man tun kann.

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Wir Menschen weichen dem Lärm, den diese Anlagen verursachen, aus, weil wir den Lärm nicht ertragen können.

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Unseren Waldbewohnern geht es da nicht anders. Nehmen wir als Beispiel die besonders geschützten Eulen. Diese haben ein so feines Gehör, mit dem sie auf 60 Meter Entfernung eine raschelnde Maus orten und in völliger Dunkelheit erbeuten können.

Durch den Lärm von Windkraftanlagen können die Eulen ihren Gehörsinn nicht mehr nutzen und haben Probleme Beute zu machen. Die Eulen werden verdrängt, aber wohin? Eulen leben territorial, sie werden kaum einen neuen Lebensraum finden.

Zur Erstellung eines Windrades im Wald müssen ein Hektar Wald gerodet werden. Dieser Wald ist auf Dauer verloren, denn nach 20 Jahren werden diese Anlagen aufgrund von Materialermüdung, auslaufender Förderung usw. abgerissen und neue aufgestellt. Der nach Erstellung der ersten Windkraftanlagen aufgeforstete Wald muss also nach 20 Jahren wieder weg, was ist aber nach 20 Jahren gewachsen?

Kein einziger verwertbarer Stamm, nur Bohnenstangen, mehr nicht.

Wir reden hier über 2000 Hektar Wald, der in den Forsten Baden-Württembergs verloren geht und was fast allen Tierarten des Waldes schadet. So viel zu Natur- und Artenschutz in der Grün dominierten Regierung in Baden-Württemberg. Aber der Herr Kretschmann klopft sich fleißig auf die eigene Schulter. Er hat ja für den Nationalpark Schwarzwald gesorgt, dafür kann man ja andernorts Schaden anrichten – macht ja nichts.