Technischer Ausschuss - Platanen am Königshöfer Friedhof nicht zu retten / Ersatzpflanzung geplant Keine Alternative zum Fällen

Von 
Diana Seufert
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Die drei Platanen in der Nähe des Königshöfer Friedhofs wurden durch einen Baumfrevel so schwer beschädigt, dass sie gefällt werden müssen. © Seufert

Königshofen. Die Platanen beim Friedhof in Königshofen können nicht mehr gerettet werden. Der Schaden nach dem Baumfrevel im Herbst 2019 ist so groß, dass eine Fällung unumgänglich ist. Der Technische Ausschuss machte sich die Entscheidung bei seiner jüngsten Sitzung nicht leicht, sah aber nach einer sachlich geführten Diskussion keine Alternative dazu.

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„Dieser Baumfrevel ist schon sehr ärgerlich“, sagt Bürgermeister Dr. Lukas Braun. Er ist sauer und betont den „ziemlichen Unmut in Anbetracht des Schadens“. Die Beschädigung sei so stark, dass eine Fällung aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht am Montag seitens des TA beschlossen wurde und in naher Zeit durchgeführt werde.

Ein externer Gutachter hatte den Schaden auf rund 33 000 Euro beziffert. Die drei Platanen wurde vor 50 Jahre gepflanzt und dienten als Schattenspender – nicht nur für die dort in Friedhofsnähe geparkten Autos.

Nun müssen die mächtigen Stämme weichen. Die Bäume an der Ecke Kirchstraße/Alban-Stolz-Straße waren vital und kerngesund, bevor ein Unbekannter sich an ihnen zu schaffen gemacht hat. Bemerkt wurde der Frevel im vergangenen Frühjahr, als die Bäume nach der Winterruhe nicht mehr ausgetrieben haben.

Ermittlungen dauern an

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Damals wurde bei der Polizei Anzeige erstattet und ein Strafverfahren gegen Unbekannt eröffnet. Die Ermittlungen dauern an, heißt es von der Polizei. Man habe einen vagen Verdacht in Bezug auf diese Sachbeschädigung.

„Der Ermittlungsbericht befindet sich zwischenzeitlich bei der Staatsanwaltschaft. Das heißt aber nicht, dass unsere Ermittlungsarbeit damit beendet ist“, betont der Pressesprecher der Polizei Heilbronn. „Wenn erfolgversprechende Hinweise eingehen, wird denen auch nachgegangen.“

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Nun ragen die kahlen Platanen in die Höhe und könnten durch Astbruch auch zur Gefahr werden. Deshalb hatte sich der Technische Ausschuss für die Fällung ausgesprochen. Wann genau die Bäume schließlich weichen, steht noch nicht fest. Für die Maßnahme will die Stadt einen Subunternehmer einsetzen, hieß es.

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Für Bürgermeister Braun ist aber klar, dass an dem Platz unterhalb des Königshöfer Friedhofs eine Nachpflanzung erfolgen wird. Die Baumsorte müsse noch ausgewählt werden, so der Rathauschef. Platanen werden es nicht mehr werden, weil sie nicht standortheimisch sind. Nun suche man nach kleineren Bäumen, die im Sommer auch Trockenstress vertragen. „Und auch der Insektenschutz spielt bei der Auswahl eine Rolle“, sagt Braun.

Im Kataster der Stadt Lauda-Königshofen sind über 3000 Bäume erfasst. Die regelmäßige Aktualisierung der Datenbank ist erforderlich, damit die Einhaltung der Verkehrssicherheit stets gewährleistet bleibt. Dabei geht es nicht nur um die Standsicherheit. Auch hohle Stämme, das Umfeld des Baumes, die Bodenversiegelung sowie Sturm- oder Trockenheitsschäden werden überprüft.

Ende letzten Jahres führte Diplom-Forstingenieur Johannes Klein Baumkontrollen in Lauda-Königshofen durch (wir berichteten). Insgesamt hat der Baumprüfer rund 3100 Bäume kontrolliert, auch die drei Platanen. Die Prüfung hat ergeben, dass 63 Fällungen durchgeführt werden müssen. Die Fällungen sind seitens des städtischen Bauhofs bereits zu einem Großteil abgeschlossen. Des Weiteren stehen 694 weitere Pflegemaßnahmen an.

Redaktion Hauptsächlich für die Lokalausgabe Tauberbischofsheim im Einsatz