Umwelt - Stadt appelliert mit Plakataktion an den Gemeinschaftssinn und das Bewusstsein der Bürger / Täter müssen mit Strafen rechnen

Kampagne gegen Müllsünder in Lauda-Königshofen gestartet

Mit illegalen Müllablagerungen in der Landschaft hat man bei der Stadt Lauda-Königshofen seit langem zu kämpfen. Eine gezielte Kampagne dagegen soll nun Abhilfe schaffen.

Von 
Peter D. Wagner
Lesedauer: 
Alte Reifen, Plastik und jede Menge anderer Müll wird illegal in der freien Natur entsorgt. Bei der Stadt Lauda-Königshofen hat man deswegen nun eine Kampagne gegen solche Umweltsünder gestartet. © Peter D. Wagner

Lauda-Königshofen. Mit einer Kampagne möchte die Stadt Lauda-Königshofen ein klares Zeichen gegen wild in der Landschaft abgelagerten Müll und achtlos weggeworfene Abfälle setzen.

AdUnit urban-intext1

„Hier ist ein schönes Stück Natur – Müll abladen verboten!“ und „Dankeschön, dass Sie mithelfen, unsere Stadt sauber zu halten“ lauten die Devisen einer jetzt gestarteten Kampagne der Stadt Lauda-Königshofen sowohl gegen wilde Müllablagerungen als auch gegen achtlos weggeworfene Abfälle. Anlass dazu sind die seit rund einem Jahr verstärkt festgestellten Müllmengen in der Landschaft wie etwa in Klingen und Wäldern sowie Abfälle unter anderem an Wegrändern oder an Rast- und Picknickplätzen.

Landschaft sauber halten

Um auf diese Problematik hinzuweisen, hat die Stadt Lauda-Königshofen zwei verschiedene Plakate erstellt, die in Schaukästen, an Informationstafeln oder anderen markanten Stellen in allen zwölf Stadtteilen ausgehängt werden. Zudem haben Vereine sowie andere Organisationen und Einrichtungen die Möglichkeit, Plakate im Rathaus (Christoph Kraus, Telefon 09343/ 5015130, E-Mail: christoph.kraus@lauda-koenigshofen.de) abzuholen.

„Bauschutt, alte Reifen, Küchenabfälle, Chemikalien, Elektroschott und desgleichen haben in der Natur nichts zu suchen. Das ist einfach eine Schweinerei“, betont Bürgermeister Dr. Lukas Braun. „Ich frage mich, wie jemand auf die Idee kommt, zum Beispiel seinen alten Fernseher einfach im Wald zu entsorgen, obwohl dies kostenlos auf dem kommunalen Recyclinghof möglich ist. Für ein derart – das muss man so ausdrücklich sagen – asoziales Verhalten fehlt mir jegliches Verständnis“, findet er harsche Worten.

AdUnit urban-intext2

Die Stadt appelliere an den Gemeinschaftssinn, etwaige Beobachtungen umgehend zu melden, damit Ordnungswidrigkeiten sowie Umweltstraftatbestände nach Paragraph 326 des Strafgesetzbuches (StGB) konsequent verfolgt werden können. „Die illegale Müllentsorgung umweltgefährdender Stoffe in der Natur ist kein Kavaliersdelikt“, gibt der Bürgermeister zu bedenken. Ein Blick in die Bestimmungen zeigt, dass Müllfrevlern empfindliche Geldbußen oder im Extremfall sogar Freiheitsstrafen drohen.

In dieselbe Kerbe schlägt Andreas Buchmann, als Leiter des Fachbereichs 3 bei der Stadt unter anderem zuständig für Öffentliche Sicherheit und Ordnung. „In letzter Zeit werden vermehrt illegale Müllablagerungen in der freien Natur beobachtet. Ganz bewusst werden bestimmte Stellen genutzt, um Abfälle jeglicher Art loszuwerden“, berichtet er. Vielleicht seien sich die Verursacher des enormen Schadens gar nicht bewusst: Der gefundene Müll müsse mit hohem Kostenaufwand von der Kommune ordnungsgemäß entsorgt werden, was auch personelle Ressourcen binde, die an anderer Stelle fehlen. Zum Teil sei es auch fast nicht möglich, beispielsweise in tiefen Gräben illegal entsorgten Müll zu bergen.

AdUnit urban-intext3

Probleme auch bei Containern

Probleme stellen jedoch nicht nur wilde Müllablagerungen in der Landschaft dar, sondern auch an den Glascontainern, bedauert Buchmann. Gegenstände zum Beispiel aus Keramik, Porzellan oder Steingut gehören ebenso wenig ins Altglas wie etwa Fensterscheiben, Spiegel, Glaskannen oder Trinkgläser.

AdUnit urban-intext4

In den Altglas-Container kommen Glasverpackungen und Hohlgläser für Lebensmittel (vor allem Flaschen und Konservengläser), pharmazeutische (wie Medizinfläschchen) sowie kosmetische Glasbehälter (Cremetiegel, Parfümflaschen).

Ein anderes großes Ärgernis ist die Verrichtung der großen Notdurft mancher Übeltäter im Freien, wie etwa am Alten Friedhof in Lauda. „Jedes Vergehen, das wir nachweisen können, werden wir unverzüglich an die zuständige Behörde weiterleiten und zur Anzeige bringen. Es ist dann zu Recht mit empfindlichen Bußgeldern zu rechnen und kann den Verursacher teuer zu stehen kommen“, weist Buchmann explizit hin.

„Illegal entsorgter Müll geht gar nicht. In letzter Zeit wurde von verschiedenen Stellen der Wunsch geäußert, eine öffentlichkeitswirksame Aktion gegen Abfall in der Natur vorzubereiten“, teilt Christoph Kraus, Leiter der städtischen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, mit. Entstanden ist daraufhin ein Plakat, das auf die langwierigen Schäden etwa von weggeworfenen Aludosen, medizinischen Masken, Coffee-to-go-Bechern, Plastik- und Glasflaschen oder Zigarettenkippen hinweist. „Die Botschaft, die dabei vermittelt werden soll, ist klar: Wer die Natur als Müllhalde nutzt, sorgt dafür, dass dieser Müllberg mehrere Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte lang erhalten bleibt. Das dürfen wir den nachfolgenden Generationen nicht zumuten“, unterstreicht Kraus.

„Häufig wird bezüglich Abfälle in der Landschaft das Fehlen von Mülleimern bemängelt - dabei gibt es an den Wegen oder Raststationen bewusst nur wenig Mülleimer, vor allem weil deren Inhalt häufig von Tieren wie beispielsweise Wildschweinen, Füchsen, Waschbären oder Vögel ‚geplündert’ und in der Umgebung verteilt werden“, erklärt Kamala Börngen, die sich bei der Stadt unter anderem im Bereich Touris mus auch um die Wanderwege kümmert. Zudem verweist sie auf den Aufwand, auf den rund 150 Kilometern Rundwanderstrecken im Stadtgebiet eine Vielzahl an Müllbehältern aufzustellen, die sicher vor „Plünderung“ durch wildernde Tiere beschaffen sein und noch dazu regelmäßig geleert werden müssten.

„Am einfachsten ist es, wenn Wanderer und Spaziergänger ihre Abfälle wieder mitnehmen und entweder bei sich zuhause oder zumindest an zentralen Behältnissen wie etwa in Ortskernlagen entsorgen“, bekräftigt Kamala Börngen.

Mehr zum Thema

Seelsorgeeinheit

Unbekannte haben Müll hinterlassen

Veröffentlicht
Von
se
Mehr erfahren
Turmbergschule Königshofen

Kinder setzten sich für eine saubere Landschaft ein

Veröffentlicht
Von
Diana Seufert
Mehr erfahren