Corona - Der 93-jährige Karl Bethäußer wirbt für die Impfung gegen das Virus „Jeder sollte sich die kleine Spritze geben lassen“

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dib
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Königshofen. Karl Bethäußer sitzt ganz entspannt bei seiner Tochter Birgit Vollmer im Wohnzimmer und plaudert. Sein Anliegen ist klar: „Alle sollen sich die kleine Spritze gegen Corona geben lassen.“ Der 93-jährige Königshöfer hat die erste Impfdosis schon erhalten und freut sich auf die zweite.

Der 93-jährige Karl Bethäußer aus Königshofen hat die erste Spritze gegen das Corona-Virus erhalten und wirbt für die Impfung. © Vollmer
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„Das ist alles ganz schnell gegangen“, erzählt er von der Impfung im Zentralen Impfzentrum in Rot am See. „Einfach den Arm freimachen, ein kleiner Piks und schon war alles vorbei.“ Wie bei den Grippeimpfungen, die Bethäußer jedes Jahr bekommt.

Seine Tochter Birgit hatte bereits am zweiten Tag, als die Telefonhotline geschalten war, den Impftermin für ihren Vater ausgemacht. Dass es so schnell gehe, hätte sie auch nicht gedacht, zeigt sie sich überrascht.

„Im Impfzentrum in Rot am See ist alles gut ausgeschildert“, berichtet sie. Alles sei zügig und ohne lange Wartezeiten vonstatten gegangen, die Helfer dort, darunter auch einige Bundeswehrangehörige, seien sehr nett gewesen. Bereits am Parkplatz musste Birgit Vollmer den Nachweis für den Impftermin vorlegen, im Vorzelt wurde dann Fieber gemessen. Ein Laufzettel mit wichtigen Daten und Informationen begleitet den Patienten während des kompletten Durchlaufs. Ein Werbefilm über die Impfung folgte. Birgit Vollmers Einschätzung nach „sollte dieser Film eher im Fernsehen gezeigt werden, um allgemein über die Impfung aufzuklären, statt den Impfwilligen, die sich schon dafür ausgesprochen haben“. Nach der Abfrage von Vorerkrankungen oder Allergien kam dann endlich der Arzt mit der Spritze. Und anschließend musste Karl Bethäußer noch 30 Minuten ruhen –was penibel eingehalten wurde – bevor sich Vater und Tochter wieder auf den Heimweg machen konnten.

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„Seitdem ist er wieder richtig aufgeblüht“, freut sich auch Schwiegersohn Reinhard Vollmer. Und Karl Bethäußer ergänzt, dass er alles gut vertragen habe.

Keine Skepsis

Skepsis gegen das Vakzin hat der Königshöfer, der erst vor wenigen Tagen seinen 93. Geburtstag gefeiert hat, nicht. „Für mich war klar, dass ich mich impfen lasse, sobald es möglich ist.“ Das rät er auch allen seinen Bekannten und Freunden, unter denen auch einige sind, die zaudern. Auch seine Tochter, die bei London lebt, sei froh, dass der Vater die erste Impfung schon erhalten hat, berichtet der ehemalige Bahnbeamte. Im Königreich sei man mit der Impfung schon weiter. „Ich würde mir die Spritze jederzeit geben lassen“, ergänzt Tochter Birgit, die selbst schon als Kontaktperson einige Tage in Quarantäne verbracht hat. „Wenn sie eine Dosis übriggehabt hätten, hätte ich mich sofort zur Verfügung gestellt“, lächelt sie.

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„Wenn die Gasthäuser wieder aufmachen, kann ich mich mit meinen Bekannten treffen“, scherzt Bethäuser. Er freut sich sehr darauf, schließlich hatten seine Frau und er lange Jahre während der Königshöfer Messe und bis vor fünf Jahren die Besenwirtschaft „Cillys Wein- und Bierstube“ betrieben. „Das hat fit gehalten“, lächelt er. Auch die täglichen Spaziergänge will er nicht missen.

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Tochter Birgit klemmt sich die letzten Tage schon wieder hinters Telefon. Diesmal geht es um den Impftermin für die Nachbarin. „Ich rufe praktisch jeden Tag an“, ist sie etwas entmutigt, wie schwierig das Durchkommen geworden ist. Nun habe man ihr mitgeteilt, dass es die nächsten zwei Wochen mit Terminen schlecht aussehe. „150 Impfungen in der Woche sind ja auch nicht viel.“ Sie bedauert, dass es sehr schleppend gehe mit dem Impfen.

In Kürze fährt sie mit ihrem Vater wieder ins Impfzentrum nach Rot am See. Dann steht der zweite kleine Piks für Karl Bethäußer an. dib