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FDP-Stadtverband Lauda-Königshofen - Liberale sehen den Bedarf an kommunalen Kitas in Zukunft steigen

Im Kindergartenwesen steht einiges an Aufgaben an

Von 
fdp
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Lauda-Königshofen. Der FDP-Stadtverband hat sich in seiner letzten Versammlung über die Kindergärten im Stadtgebiet informiert. Das Eingangsreferat hielt Wilfried Frank, Fachberater für Kindertageseinrichtungen von der Diözese Freiburg. Er betreut die katholischen Kindergärten im Stadtgebiet. Insgesamt gibt es sieben katholische und einen evangelischen Kindergarten. Die meisten Einrichtungen wurden in den 1960er Jahren gebaut und die ältesten davon inzwischen saniert.

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Das Engagement der Kirche hat Geschichte, bis in die 1990er Jahre wurden die Kinder von Ordensschwestern betreut. Sanierungsmaßnahmen, Betreuungsschlüssel, Rechtsanspruch auf Betreuung, Ganztagsbetreuung, Anforderung an das Gebäude und Fachkräftemangel stellen inzwischen eine finanzielle Herausforderung an Kirche und Kommune dar und verschieben die Gewichte.

An einigen Beispielen zählte der Referent die Schwierigkeiten auf, die ein modernes Kindergartenwesen einfordert. Vor 20 Jahren sei der Kindergarten in Oberbalbach neu gebaut worden und könne mit seiner Architektur oder Raumaufteilung schon heute nicht mehr alle Angebote realisieren, er habe keine Nebenräume, der Sanitärbereich sei zu klein, der Raum unterm Dach könne wegen einem fehlenden Fluchtweg nicht genutzt werden. In Oberlauda gebe es eine ähnliche Situation, da für Kinder unter drei Jahren kein Schlafraum zur Verfügung stehe. Die Kinder von Heckfeld besuchten den Kindergarten in Oberlauda.

Unterbalbach hatte mal eine Ganztagsbetreuung und habe sie aber aufgrund der Gebäudestruktur aufgeben müssen. Dort hätten sie zwar eine neue Krippengruppe, aber das Gebäude sei 40 Jahre alt. Seit 2015 stiegen hier die Kinderzahlen und mithin der Platz. Gerlachsheim wurde umgebaut, dort seien Überlegungen, die Bücherei künftig als Turnraum zu verwenden, da sich der Pfarrsaal nicht als solcher eigne.

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Sankt Marien in Lauda wurde vor zehn Jahren umgebaut und zeige auch schon seine Grenzen auf, da sich Richtlinien schnell entwickelten. Dort befinde sich ein schönes Außengelände, indes einem Kind eine bestimmte Fläche von Quadratmetern Bewegungsfreiheit zustehe. Sankt Josef in der Innenstadt werde derzeit baulich verändert und auf einen modernen Stand gebracht. Das Gebäude des Kindergartens in Königshofen sei nicht mehr tragbar und harre einer Lösung, die gerade in Verwaltung und den politischen Gremien diskutiert werde. Die Königshöfer bräuchten Platz für 95 Kinder.

Der Bezirksvorsitzende der Jungen Liberalen Nordbaden und Kandidat für die Bundestagswahl, Timo Breuninger, sieht den Bedarf an kommunalen Kitas künftig steigen. Gemischte Kindergärten erschienen hier wegen unterschiedlichen Tarifverträgen schwierig, er befürwortet einen Schnitt in dieser Sache.

Der Referent der Diözese Freiburg stellte fest, dass die hiesige ländliche Region 96 Prozent betreute Kinder über drei Jahre und 40 Prozent unter drei Jahren habe. Die Diözese wolle sich dazu bis 2030 neu aufstellen. Die verantwortlichen Mitarbeiter der Kindergärten seien auf ehrenamtliche Mitarbeiter aus den Reihen der Eltern angewiesen, wenn Feste stattfinden oder Unterstützung angesagt ist. Der Personalschlüssel in Baden Württemberg sei durchaus am besten im Ländervergleich.

Marion Dürr verwies auf die einseitige Ausbildung und die fehlenden Anerkennungspraktikanten. Sie hinterfragte das verpflichtende Kindergartenjahr und lenkte die Aufmerksamkeit auf die steigende Anzahl von auffälligen Kindern, die auch das Jugendamt beschäftigen. Luisa Jouaux brachte als Beispiel die „PreSchool“ in Irland in die anschließende Diskussion, die einen langsamen Übergang von Kiga zur Schule gewährleisten solle. Referent Frank sprach nochmals die praxisorientierte Ausbildung der Erzieherinnen an, die im Betreuungsschlüssel als vollwertige Kräfte gerechnet werden. Der Fachkräftemangel sollte hier nicht mit anderen Berufsgruppen kompensiert werden. Grundsätzlich ist auf dem Land mehr Flexibilität zur Betreuung unserer Kinder angesagt. Und die Ansprüche wachsen.

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Der FDP-Stadtverband Lauda-Königshofen wird am 10. September um 19 Uhr dieses Jahres eine öffentliche Veranstaltung im „Rebgut“ Lauda durchführen, teilte der Stadtverbandsvorsitzende Kurt Breitenstein mit. Als Gastreferent wird Professor Dr. Ditmar Hilpert zum Thema Führungskräfte sprechen „Sind Tiere die besseren Manager“. fdp

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