Leserbrief - Zu „Attraktivität auf allen Gebieten weiter ausbauen“ „Ignorantes Schweigen“

Von 
Leserbrief-Schreiber: Josef Seubert
Lesedauer: 

Regelmäßige Leser der FN haben den Eindruck: Kein Thema, zu dem er nicht schon gesprochen hat. Keine Veranstaltung, auf der er sich nicht gezeigt hat. Fast jeden Tag im Bild, in diesen Wahlkampfzeiten mehrfach.

AdUnit urban-intext1

Falsch! Zu einem Thema nur ignorantes beinhartes Schweigen! Gerlachsheim scheint er wie der Teufel das Weihwasser zu meiden, jedenfalls, wenn es um das diesen Ort besonders existenziell betreffende Problem geht, um die Abfallaufbereitungsanlage der Firma Konrad Bau. Bei der Anhörung durch die Abordnung des Petitionsausschusses, bei der die für den Main-Tauber-Kreis zuständigen Landtagsabgeordneten von SPD, Grünen und AfD dabei waren, weil sie an uns Bürgerinnen und Bürgern und an dem uns so bewegenden Problem interessiert sind. Er, der einzige direkt gewählte Abgeordnete, Professor Dr. Reinhart, glänzte (unentschuldigt) durch Abwesenheit. Ein Namensschild für ihn war vorbereitet, ein Stuhl war von den Organisatoren aus Stuttgart freigehalten. Seit fünf Jahren der so öffentliche, verzweifelt geführte Kampf, den Bau der Gerlachsheim bedrohenden Abfallaufbereitungsanlage doch noch zu verhindern. Etwa 200 Artikel und Leserbriefe in der Zeitung, eine sogar in den Landesnachrichten des SWR beachtete Demonstration vor dem Rathaus in Lauda (bis Corona das dann verhindert hat), zehn große Bürgerversammlungen, Gespräche mit den Kreistagsfraktionen (in deren einer er Mitglied ist), Widersprüche beim Regierungspräsidium, eine vielbeachtete Petition beim Landtag (wo er Fraktionsvorsitzender ist), ein Gerichtsverfahren bis zum Bundesverwaltungsgericht. Und er? Fehlanzeige! Er schweigt!

Nun machte er seine wahlkampftaktische Aufwartung bei Bürgermeister Dr. Braun und sprach mit ihm „über aktuelle Themen der Stadt“. Mit Sicherheit hat Dr. Braun auch die Abfallaufbereitungsanlage angesprochen. Doch in der von Dr. Reinhart verantworteten Pressemitteilung wieder kein Wort davon.

Auf seiner Website (https://wolfgang-reinhart.de/) schreibt er: „Als Kind dieser Region – aufgewachsen in Königheim – kenne ich die Sorgen und Ängste sowie Nöte sowie Vorlieben der Bürgerinnen und Bürger. .... Ich bin gerne ein bürgernaher, den Menschen zugewandter Abgeordneter – fest verwurzelt im Landkreis!“ So? Unsere Erfahrung ist das nicht!Und immer wieder spricht er von der Wichtigkeit, Denkmäler zu erhalten. Durch die Abfallaufbereitungsanlage droht in Gerlachsheim Denkmälern aus dem Barock der sukzessive Zerfall. Hier wäre dringend Handeln gefordert. Gerne würden wir Professor Dr. Reinhart beim Wort nehmen.Abgeordnete sind Volksvertreter. Der Main-Tauber-Kreis ist Ihr „Wahlbezirk“, seit 1992. Welches Volk und welche Teile Ihres Wahlbezirkes vertreten Sie, Herr Professor Dr. Reinhart?