Arbeitskreis Heimatpflege - Erhard Bierig und vier weitere Persönlichkeiten wurden im Regierungspräsidium Stuttgart mit der Ehrennadel ausgezeichnet "Ideenreicher Motor" der Heimatfreunde

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Arno Boas
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Der langjährige Vorsitzende der Heimatfreunde Sachsenflur, Erhard Bierig, wurde mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege ausgezeichnet. Unser Bild zeigt von links MdL Paul Nemeth, Annemarie Bierig, Erhard Bierig, Rolf Lutz, Berthold Hohl, Regierungspräsident Wolfgang Reimer und den stellvertretenden Bürgermeister Siegfried Neumann.

© Arno Boas

Erhard Bierig hat sich in besonderem Maße um die Heimatpflege verdient gemacht. Dafür wurde er mit der Ehrennadel des Arbeitskreises "Heimatpflege" im Regierungsbezirk Stuttgart ausgezeichnet.

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Stuttgart/Sachsenflur. Der langjährige Vorsitzende der Heimatfreunde Sachsenflur war eine von fünf Persönlichkeiten, die jetzt in Stuttgart von Regierungspräsident Wolfgang Reimer und dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Heimatpflege, MdL Paul Nemeth, die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege erhielten. Begleitet wurde Erhard Bierig von seiner Frau Annemarie, dem stellvertretenden Lauda-Königshofener Bürgermeister Siegfried Neumann sowie Berthold Hohl und Rolf Lutz aus der Führungsriege der Heimatfreunde Sachsenflur.

Paul Nemeth würdigte die Verdienste Erhard Bierigs und betonte, er habe sich über viele Jahre hinweg kulturell und heimatkundlich für die Stadt Lauda-Königshofen und das Dorf Sachsenflur engagiert. Von der Gründung der Heimatfreunde Sachsenflur 1989 bis zum Jahr 2013 wirkte Erhard Bierig als Vorsitzender und "ideenreicher Motor" des Vereins, wie Paul Nemeth weiter ausführte. Er habe die Heimatfreunde in mannigfaltiger Weise geprägt, unter anderem als Herausgeber der Jahresschrift "Üm't Hiereschoole" mit Ortschronik und heimatkundlichen Aufsätzen während seiner Vorstandstätigkeit. Seit 1989 sind 28 jeweils zirka 30-seitige Hefte erschienen. "Für ein Dorf der Größe Sachsenflurs mit rund 350 Einwohnern ist das einmalig und Beleg einer herausragenden Kontinuität," sagte der Arbeitskreis-Vorsitzende.

Engagiert hat sich Erhard Bierig außerdem bei der Herausgabe des Buches "Grüße aus Sachsenflur" und bei der Gestaltung der Wanderkarte Lauda-Königshofen. Zudem betreut Erhard Bierig die Wanderwege auf der Sachsenflurer Markung. Erhard Bierig ist ferner Mitgestalter der Veranstaltungsreihe "475 Jahre Bauernkrieg" und erstellte in diesem Zusammenhang einen Sammelband mit Vorträgen.

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Als Mitgründer und aktives Mitglied in der Theatergruppe der Heimatfreunde und als Bewahrer des örtlichen fränkischen Dialekts hat er Texte für Veranstaltungen in die lokale Mundart übertragen und sich auch wissenschaftlich mit dem Dialekt befasst. Dieses vielfältige Engagement werde mit der Verleihung der Ehrennadel des Arbeitskreises gebührend gewürdigt, hob Paul Nemeth hervor.

Regierungspräsident Wolfgang Reimer sagte, die fünf Geehrten hätten alle einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der gemeinsamen kulturellen Identität geleistet. Die Auswahl der fünf Preisträger falle jedes Jahr sehr schwer, da es gerade in Baden-Württemberg sehr viele ehrenamtlich engagierte Bürger gebe. "Wir stehen an der Spitze des Ehrenamtes, und wir fördern dieses Engagement jährlich mit 75 Millionen Euro," so der Regierungspräsident weiter. Mit der Ehrung wolle man bewusst machen, was die Bürger leisteten, betonte Wolfgang Reimer. Er wandte sich direkt an die Preisträger mit den Worten: "Sie alle haben etwas außerordentlich Sinnvolles für die Gesellschaft geleistet, ohne Ihre Arbeit wäre unsere Kultur um ein Stück ärmer". Heimat sei kein angestaubter Begriff aus der Mottenkiste, führte der Regierungspräsident weiter aus.

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Gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit sei das Gefühl wichtig, beheimatet zu sein. Nur wer fest verankert sei, könne die Unsicherheiten des Lebens meistern, war Reimer überzeugt. Heimat sei der Inbegriff für Nähe und Vertrautheit und biete einen "Raum der Geborgenheit". Heimat müsse aber auch offen sein für Neues und Fremdes.

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In Deutschland gebe es seit Jahrhunderten Migration. Die Integration könne dann gelingen, wenn man Unterschiede und Gemeinsamkeiten entdecke und sich gegenseitig respektiere und toleriere. Die kulturelle Identität entwickle sich ständig weiter, und auch die Heimat erfahre eine dynamische Entwicklung, so der Redner weiter. Er sprach sich gegen Abschottungstendenzen aus meinte, dass für die Europäer Heimat nichts mit Abgrenzung zu tun habe. Gerade ein exportorientiertes Land wie Baden-Württemberg müsse sich weltoffen präsentieren, forderte Reimer. Dass sich die Landesverfassung für ein Europa der Regionen ausspreche und gleichzeitig die Erziehung der Jugend zur Heimatliebe propagiere, sei kein Widerspruch, sondern "konsequent".

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Bad Mergentheim