Land und Leute - Tobias Haas aus Oberlauda hat mit seinen gerade mal 23 Jahren schon eine beachtliche Karriere beim Fernsehen hingelegt „Ich habe mich krass verändert“

Von 
Sabine Holroyd
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Tobias Haas hat mit seinen gerade mal 23 Jahren schon eine beachtliche Karriere beim Fernsehen hingelegt. In seine Heimat Oberlauda kommt er deshalb nur noch selten.

„Bye bye, Tom!“ schrieb er auf Instagram unter dieses Bild mit Heidi Klum. © Haas
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Oberlauda. Heute hier, morgen dort und dabei möglichst viele verrückte, spannende Leute kennenlernen: Das ist die Welt des Tobias Haas. „Schon als Kind“, erzählt er beim Besuch seiner Heimatzeitung, „habe ich oft die Sendung ,taff‘ geschaut. Ich fand es so cool, wie die Reporter in die Welt reisten und Beiträge darüber verfassten“.

Manchmal, gibt er zu, kann er es selbst noch kaum glauben, dass er nun einer dieser Pro7-Reporter ist. Und das mit 23. „Ich habe bereits so viel erreicht, wollte schon immer bei einem Fernsehsender arbeiten und Prominente treffen. Genau das mache ich nun. Eigentlich haben sich fast alle meine Träume schon erfüllt“.

Das Vertrauen, das man schon in Berlin beim „Frühstücksfernsehen“ von SAT.1 in ihn setzte (wir berichteten), bekommt er jetzt auch in München zu spüren. Dort, bei Pro7, ist er mit Abstand der jüngste Mitarbeiter. Und wahrscheinlich auch einer der motiviertesten: „Jeden Tag aufs neue sollte man Ideen und gute Themenvorschläge parat haben. Gerade als Neuling muss man am Ball bleiben“, so seine Erfahrung. Oft, sagt er, heiße es dann: „Ja, mach‘ mal!“ Und dann, so Haas, „kann man es entweder gut oder schlecht machen.“

Ein Quadratmeter, eine Minute

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Genauso sei das auch mit den berühmten Kurz-Interviews auf dem roten Teppich, übrigens eine seiner Lieblings-Disziplinen: „Es ist eine große Herausforderung, in diesem ganzen Trubel auf einem Quadratmeter Platz ein einminütiges Interview zu führen, das knallt“, sagt er und meint: „Bei einem schlechten Interview ist man ganz schnell wieder weg vom Schirm“. Für Tobias Haas eine ganz schlimme Vorstellung.

Doch wenn ein Prominenter miese Laune habe, könne man ihn meistens auch nicht mit einer witzigen Frage „knacken“. Überhaupt, erzählt er, sei es lustig zu erleben, wie Promis auf dem red carpet völlig andere Dinge erzählen als im privaten Rahmen. „Da muss man ganz klar zwischen Beruf und Freundschaft trennen“, weiß er.

„Ich gebe immer Vollgas“

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Ganz offen gibt der junge Journalist zu, ständig unter Strom zu stehen. „Ich gebe immer Vollgas, komme eigentlich nie zur Ruhe“. Deshalb nimmt er nur ungern frei, wie zum Beispiel jetzt zur Berliner Fashion Week. „Man weiß, im Sender passiert super viel und man verpasst das alles.“ Einen „richtigen“ Urlaub hat der junge Mann, der auch gerne modelt, schon seit zwei Jahren nicht mehr gemacht.

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Ein Besuch bei seinen Eltern und Freunden in Oberlauda ist für den passionierten Instagrammer mit über 22 000 Followern Erholung pur, allein schon wegen der Funklöcher: „Kein Internet und zehn verpasste Anrufe – ich sage hinterher dann immer: Tut mir leid, ich war in einer anderen Welt“. Allzu oft ist „Tobi“, wie er sich selbst nennt, sowieso nicht mehr zu Hause.

Seit er schon mit 18 Jahren nach Berlin zog, hat er sich selbst „krass“ verändert, meint er. Im Internet gibt es noch frühe Videos des Fernsehredakteurs zu sehen. Auf einem etwa referiert er über die Mythologie in Max Frischs Werk „Homo Faber“. Sein Tauberbischofsheimer Lehrer Klaus Schenck und die Abi-Plattform „Financial (T)Aime“ haben ihn weitergebracht und ermutigt, diesen Weg zu beschreiten, sagt er. „Dadurch habe ich auch Kameraerfahrung bekommen“, erzählt Tobias Haas und rauft sich im nächsten Moment die Haare: „Oje, diese Videos gibt es noch?!“

Er gibt zu, sich diese Schul-Videos nie angeschaut zu haben – und auch heute noch erträgt er sich selbst nur schlecht auf dem Bildschirm: „Ich denke dann immer, wie sieht denn meine Frisur aus? Was mache ich nur für ein Gesicht?!“

So schüchtern und zurückhaltend wie in seinen Tauberbischofsheimer WG-Zeiten sei er längst nicht mehr. Das wäre in seinem Job auch nicht sehr weiterführend: „Es kann vorkommen, dass man einfach mal so André Schürrle anrufen und ihn nach einer Homestory fragen muss“ – dazu noch im Großraumbüro, in dem alle mithören können. Sein Arbeitsplatz dort sei übrigens ganz leicht zu erkennen: „Wo ich sitze, ist alles voller Heidi“, sagt er und lacht. Tobias Haas ist eigenen Aussagen zufolge nämlich schon lange ein „superkrasser“ Fan von Heidi Klum. Durch seine Arbeit bei Pro 7 und beim Magazin „red.“ ist er ihr ein ganz großes Stück nähergekommen.

Ein Selfie mit Heidi

Beim Finale von „Germany’s Next Topmodel“ kürzlich in Düsseldorf bat er sie um ein Selfie und war überrascht, wie freundlich sie seinem Wunsch nachkam.

Er bewundert Klums Professionalität: „Die Kamera geht an und sie funktioniert.“ Und so freut sich „Tobi“ Haas denn auch riesig, dass die Top-Model-„Mama“ ihren Vertrag bei Pro7 für weitere sechs Jahre verlängert hat. Das eröffnet ihm nämlich die Chance auf die Erfüllung einer seiner größten Träume: mit Heidi Klum für „Germany’s Next Topmodel“ um die Welt zu jetten und aus der Model-Villa in Los Angeles zu berichten. Er träumt aber auch von seinem eigenen Format – online hat er bereits seine Personality-Projekte –, der Moderation von „red.“ und vielleicht eines Tages einer Late Night Show.

Für seine Ziele muss einiges hintanstehen, etwa sein Journalismus- und Media-Acting-Studium, bei dem ihm nur noch die Bachelorarbeit fehlt, oder seine Hobbys Gitarre und Fußballspielen.

Natürlich weiß der ambitionierte, 1,93 Meter große Oberlaudaer, dass viele andere auch solche Träume haben. Und er kennt ehemalige Kollegen, die ein Burnout bekamen oder plötzlich ihren Job verloren, weil das Format, an dem sie so hart arbeiteten, von heute auf morgen abgesetzt wurde. Er weiß auch, dass der Weg zur Erfüllung seiner ganz großen Träume noch mit viel, viel Zeit im Schneide-Raum gepflastert sein wird: „Da sitzt man nach Interviews auf dem glamourösen roten Teppich gerne mal acht Stunden zusammen mit einem Cutter zwischen fünf Bildschirmen und hunderten von Knöpfen in einem engen, dunklen Raum und schneidet seinen Beitrag“. Tobias Haas lacht und hat dafür seine eigene Umschreibung: „Vom red carpet in die Muffelkammer“.

Info: Weitere Informationen gibt es unter www.tobihaas.com im Internet.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Tauberbischofsheim