Imkerverein Taubergrund

Honigernte im Sommer im Ländle war unterdurchschnittlich

Letzte Monatsversammlung in diesem Jahr. Bienen brauchen Ruhe, um sich in einer Wintertraube einrichten zu können

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Heckfeld. Zum letzten Imkertreffen des Imkervereins Taubergrund in diesem Jahr fanden sich nochmals zahlreiche Mitglieder im Versammlungsraum des Lehrbienenstandes bei Heckfeld ein.

Zu Beginn seiner Ausführungen erinnerte der Vorsitzende Bernd Weckesser daran, spätestens jetzt die Mäusegitter und wenn nötig einen Spechtschutz an den Bienenkästen anzubringen. Ansonsten brauchten die Völker nun ausreichend Ruhe, um sich bei der kälteren Jahreszeit in einer „Wintertraube“ einrichten zu können. Die zuletzt warme Witterung habe dazu geführt, dass die Völker noch nicht brutfrei sind, so dass die Winterbehandlung erst kurz vor Weihnachten, nach mehreren kalten Nächten durchgeführt werden könne. Sie findet als Träufelmethode mit 5,7 Pprozentiger Oxalsäurelösung statt. Die Außentemperatur sollte hierbei nicht über fünf Grad celsius liegen, am besten im Minusbereich, damit die Bienen schön eng auf der Wintertraube bleiben. Fünf bis sechs Milliliter der handwarmen Flüssigkeit werden pro Wabengasse geträufelt. Bei zweizargigen Bienenstöcken sollte zuerst die untere und dann die obere Zarge beträufelt werden. Ansonsten stehen in der Imkerei noch weitere Arbeiten an. Honiggläser müssen abgefüllt und etikettiert werden, Altwaben werden ausgeschmolzen und eventuell zu Kerzen gegossen. Das Weihnachtsgeschäft steht bevor. Des weiteren berichtete der Vorsitzende vom „Hohenheimer Tag“ der Landesanstalt für Bienenkunde, bei dem erstmals den Besuchern nicht nur das neu erstellte Gebäude an der Uni Hohenheim vorgestellt werden konnte, sondern auch die neue Leiterin der Landesanstalt Frau Dr. Traynor. Sie begann mit der Imkerei in den USA , hat aber dann an der Uni Celle angewandte Forschung betrieben. Ihrer Ansicht nach werden Krankheiten und Parasitenbefall, der Verlust von Königinnen, die Ernährung, Habitatsverluste und der Klimawandel besondere Herausforderungen in der künftigen wissenschaftlichen Forschung sein. In weiteren Vorträgen wurden Einblicke in die Biodiversitätsforschung an der Landesanstalt gegeben. Wie unterscheiden sich Honigbiene und Wildbiene in Sozialverhalten, Nestbau und Futterquellen, und gibt es eine Konkurrenz zwischen Honigbienen und Wildbienen hinsichtlich ihrer Nahrungsquellen?

Dr. Peter Rosenkranz, langjähriger Mitarbeiter an der Landesanstalt, gab in anschaulicher Weise einen Überblick über die Varroaforschung in Hohenheim der letzten 30 bis 40 Jahre.

Hierdurch konnten den Imkern doch einige Hilfen an die Hand gegeben werden, die es ihnen ermöglichte einigermaßen mit der Milbe zu leben. Wie etwa das bestehende Behandlungskonzept in Baden-Württemberg. Vieles war aber auch nicht von Erfolg gekrönt wie z. B. die Varroa-Toleranzzucht auf der Insel Gotland, dessen Völker im 3. Jahr wieder über 80% Verluste aufwiesen. Derzeit besteht anscheinend die Bestrebung von der Ameisensäure als Behandlungsmittel weg zu kommen. Hoffnung macht das noch laufende 3jährige Projekt zur Anwendung von Lithiumchlorid und das Konzept „Teilen und Behandeln“.

Der nächste „Hohenheimer Tag findet im März 2023 statt. Schließlich stellte Bernd Weckesser noch kurz die Zahlen zur Umfrage der diesjährigen „Sommertrachernte“ vom Institut Mayen vor: Auch wenn die Honigernte mit 16,3 Kilogramm pro Volk leicht besser als im Vorjahr war, ist es doch im Hinblick der letzten Jahre als etwas unterdurchschnittlich anzusehen. In Baden-Württemberg waren es nur 13,2 Kilogramm. Die beste Ernte gab es in den nord-östlichen Bundesländern mit bis zu 21,0 Kilogramm. Noch bis zum 23. Dezember besteht für alle Mitglieder die Möglichkeit, die Völkerzahlen beim Vorsitzenden zu aktualisieren. Werden keine neue Zahlen übermittelt gelten weiterhin die Zahlen vom vergangenen Jahr. Im Dezember und Januar finden keine Monatsversammlungen statt.