1275 Jahre Oberlauda - Das Jubiläum am 9. September rückt näher / Macher geben einen Überblick über den Stand der Vorbereitungen Heimat- und Kulturverein mit zahlreichen Aktionen dabei

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Oberlauda. Bei einer öffentlichen Sitzung des Heimat- und Kulturvereins gab Vorsitzender Frithjof Spänkuch einen Überblick über die Vorbereitungen rund um das Dorfgemeinschaftsfest 1275 Jahre Oberlauda.

Das extra entworfene Etikett mit der Ortsansicht von Oberlauda.

© HKV

Mehrere Großprojekte

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In den vergangenen Jahren, so Spänkuch, habe der Heimat- und Kulturverein Oberlauda mehrere große Heimatprojekte in Angriff genommen und dabei versucht, die Finanzierung auch mit unkonventionellen Ideen sicherzustellen. So war es beispielsweise möglich, mit dem Verkauf von Weineditionen immer wieder die Projekte bei der Bevölkerung in den Fokus zu rücken. Auch zum Jubiläumsfest, so Werner Kilb, wolle man wieder Weine präsentieren, die sich besonders als individuelles Geschenk mit Bezug zur Heimat eigneten. Derzeit werde mit einem Euro pro Flaschenverkauf beispielsweise die Sanierung des größten Mühlrad Süddeutschlands in Oberlauda vorangetrieben.

Aufgerufen hatte der Heimat- und Kulturverein Oberlauda zur Sitzung Karlheinz Sack vom Weingut Johann August Sack und Michael Baumann vom gleichnamigen Bioweingut.

Man stelle sich Etiketten zu den Weineditionen so vor, dass diese einen Bezug zur Heimat haben, so die Vorgabe des HKV, erläutere Werner Kilb. Winzer Karlheinz Sack präsentierte daraufhin den Vereinsmitgliedern ein Etikett für das Arthur Grimm, hochdekorierter Künstler und Mitgründer der legendären "Hollerbacher Malerkolonie" mit seiner Ortsansicht von Oberlauda aus dem Jahre 1939 Pate steht.

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Als Freund von Karl Friedrich Sack, Großvater des heutigen Weingutsbesitzers Karlheinz Sack, nutzte der Künstler einem längeren Aufenthalt in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts, um mehrere idyllische Ölgemälde zu hinterlassen. Der Kunstkreis Lauda ging in einer Ausstellung 2013 intensiv auf den herausragenden Künstler ein. Eine Ortsansicht von 1939 wurde nun mit intimer Ausleuchtung fotografiert und in ein Etikett umgewandelt, so Karlheinz Sack.

Auch das Etikett vom Weingut Baumann, das einen lieblichen Sommerwein ziert, hat einen hohen künstlerischen Anspruch. Industrie- und Grafikdesigner Franz Prinz, gebürtiger Oberlaudaer, der seit Jahrzehnten rund um Oberlauda Szenen auf Leinwand bindet, setzt mit einer skizzenhaften Bleistiftzeichnung das größte oberschlächtige Mühlrad Süddeutschlands gekonnt in Szene. Die Schöne Müllerin, so der Name, des betont feinherb gehaltenen Rotlings soll besonders die weiblichen Käufer in den Bann ziehen.

Fünf Weine

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Mit den Weineditionen "Milchmännle" zur Finanzierung der Statue "Bauer mit Michkanne" und dem so genannten Volapük-Wein als trockenen Vertreter, mit dem man den die Kosten rund um den Volapükplatz abtragen will, habe man also nun fünf unterschiedliche Weine im Angebot, so Schriftführer Kurt Breitenstein.

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Auf weitere Aktionen des HKV im Rahmen des Jubiläumsfests ging Vorstandsmitglied Jochen Groß ein. So wolle man in einem Heimatkino im landwirtschaftlichen Anwesen Matthias Klingert historische Aufnahmen zeigen und zeitgeschichtliche Ereignisse, wie den Brand der Burg im Bauernkrieg über große Plakate den Besuchern näherbringen. Besonders stolz zeigte sich Jochen Groß über schön gestaltete Metalltafeln, die in Zusammenarbeit mit Robert Bonifig aus Oberlauda entstanden sind. Zu jedem einzelnen Bildstock des Ortes werden noch vor dem Fest Erläuterungen über Darstellung und Erbauer des Bildstocks sowie ein philosophischer Satz zur Besinnung angebracht.

Archivar Wolfgang Haas wird mit einer etwas "anderen" Kirchenführung für interessierte Gäste das ehrwürdige Gotteshaus aus dem Jahr 1792 in den Fokus rücken.

Impulsvortrag

Weiterhin nimmt sich Vorsitzender Frithjof Spänkuch in einem Impulsvortrag der so genannten "Ummingerschen" Mühle aus dem Jahr 1343 an, die sich zum Fest frisch restauriert wieder drehen soll, so die Intention. Metallbauer Paul Heffner aus Lauda saniert derzeit in mühevoller Detailarbeit in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt und der Stadt das Mühlrad. Das Bauunternehmen Faul & Bethäuser stellt durch einen Scheunenabriss die Sicht auf das in die Jahre gekommene "technische Kulturdenkmal" sicher.

In den kommenden Jahren soll eine Dorfplatzstruktur rund um das Wahrzeichen Oberlaudas geschaffen werden, so Stadtrat Jochen Groß, und die vielen Wanderer auf dem Bonifatiusweg ins Staunen versetzen. Er zeigte sich erfreut, dass es gelungen sei, die komplexen Eigentumsverhältnisse im Sinne der Ortschaft zu lösen, so dass dieses Projekt mit Fug und Recht als Ankerprojekt für die "Zukunftswerkstatt" Oberlauda angesehen werden könne. Man wolle in Zukunft nur noch Baumöglichkeiten im Inneren der Ortschaft schaffen.

In Zusammenarbeit mit den Weingästeführern der Stadt werden im Team von Elke Nixdorf-Maertens "Weinraritäten" aller Weingüter Lauda-Könishofens dargeboten, berichtet Vorstandsmitglied James Hollerbach.

Als kompetente Vertreter des Arbeitskreises Weinland Taubertal ist es die Aufgabe der ausgebildeten Weingästeführer, den Touristen im Taubertal Wein, Landschaft und Kultur näherzubringen. Mit von der Partie am Stand des HKV sind auch Imker vom Imkerverein Taubergrund, die ihr Handwerk einer interessierten Öffentlichkeit zeigen. Ziel ist es, Nachwuchsimker für ein uraltes Hobby zu begeistern

Besondere Aufmerksamkeit gebühre Kurt Breitenstein und Wolfgang Haas, so Stadtrat Werner Kilb. Beide hätten in monatelanger diffiziler Kleinarbeit eine Festschrift zum Jubiläum erstellt. Alle Institutionen und Vereine Oberlaudas kämen dort zu Wort und stellten ihre Arbeit und Historie vor.

Diese Festschrift, so Initiator Kurt Breitenstein, solle als Zeitdokument einen tiefgehenden Einblick in das Sozialgefüge des Ortes zum Zeitpunkt des Jubiläums geben und so in aller Ausführlichkeit der Nachwelt einen Eindruck über die vielen Aktivitäten des kleinen fränkischen Dorfes Oberlauda vermitteln. Mit dem Aufruf der Mithilfe möglichst vieler Bürger beim Jubiläumsfest, beendete Kassenprüfer Gerhard Haas den offiziellen Teil der Sitzung und verlieh der Hoffnung Ausdruck, viele Besucher in Oberlauda am 9.September begrüßen zu dürfen. weki