Ideen gesammelt - Planungswettbewerb zur Erweiterung der Josef-Schmitt-Realschule und der Grundschule Süd in Lauda / Der Sieg geht nach Kaiserslautern „Gute, nachvollziehbare Entscheidung“

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Peter D. Wagner
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Eingangsfront der Josef-Schmitt-Realschule. Rechts ist ein Teil des räumlich etwas abgetrennten sogennanten „Neubaus“ zu sehen. © Peter D. Wagner

Ideen zu Erweiterungen und zum Umbau sowohl der Josef-Schmitt-Realschule als auch der Grundschule Süd in Lauda waren Gegenstand eines Planungswettbewerbes.

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Lauda-Königshofen. Insgesamt waren an dem von der Stadt Lauda-Königshofen ausgelobten nichtoffenen Wettbewerb mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb 18 aus Architekten und Landschaftsarchitekten zusammengesetzten Teams eingeladen, von denen 17 ihre Teilnahme zusagten. Planungsaufgaben waren ein Realisierungsentwurf für die Josef-Schmitt-Realschule (JSR) sowie ein Ideenentwurf für die Grundschule-Süd (GSS) zu deren jeweils vorgesehenen Erweiterungs-, Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen am Campus des Schulzentrums der Stadt Lauda-Königshofen.

Auch als Aula nutzbar

Für die Realschule sollen multifunktionale Flächen und Räume, die auch als Aula und Ganztagesbereich nutzbar sind, sowie zentral gelegene Verwaltungsräume und Fachklassenräume ergänzt werden. Dazu soll ein frei stehendes Gebäude der JSR mit zwei Fachklassen und zwei Unterrichtsräumen abgerissen als auch durch Umbau- oder Erweiterungsmaßnahmen adäquat ersetzt werden. Diese Aspekte waren in einem Gesamtkonzept zu berücksichtigen und zu planen.

Zunächst wurden die letztlich von zehn Teilnehmergruppen fristgerecht eingereichten Arbeiten von zwei Sachverständigen der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung einer Vorprüfung unterzogen. Mitte Mai bestimmte eine Fach- und Sachpreisjury die Wettbewerbssieger. Zuvor hatte sie bei ihrer Sitzung die eingegangenen sowie anonymisierten Planungsentwürfe und Modelle inspiziert und diskutiert.

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Zudem begutachtete ein Teil der Mitglieder zwischendurch das Schulgelände nochmals speziell hinsichtlich der topografischen Situation und der städtebaulichen Zusammenhänge. Nachdem an diesem Sitzungstag jeweils vier Entwürfe pro Projekt in die engere Wahl gezogen wurden, legte sich die Jury einstimmig für die ersten und zweiten sowie zwei Anerkennungspreise fest.

Inzwischen wurden bei einem Pressegespräch im Foyer des Rathauses besonders das Werk der Preissieger vorgestellt. „Ein sehr gute und nachvollziehbare sowie für die Bedürfnisse beider Schulen ausgerichtete Entscheidung“, betonte der neue Bürgermeister Dr. Lukas Braun bei der Präsentation im Beisein unter anderem mehrerer Gemeinderatsmitglieder, Stadtbaumeister Tobias Blessing, Frank Kaiser, städtischer Sachgebietsleiter „Hochbau, Gebäudetechnik“, der beiden Schulleitungen sowie der Hauptpreisträger.

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Wettbewerbssieger wurde sowohl beim Realisierungswettbewerb JSR als auch beim Ideenwettbewerb GSS das Team „Av1“ Architekten aus Kaiserslautern in Kooperation mit der HDK Dutt & Kist – Landschaftsarchitekten – Stadtplaner aus Saarbrücken. Der zweite Preis ging an Tusker Ströhle Freie Architekten in Verbindung mit Wiedemann und Schweizer Landschaftsarchitektur (beide in Stuttgart).

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Die „Integration und das Verschmelzen neuer und alter Gebäudesubstanz zu einer Einheit“, stellte Fachpreisjuryvorsitzender Hans-Ulrich Kilian, Freier Architekt aus Stuttgart, bei der Vorstellung als wesentliches Fazit des auf den ersten Rang gewählten Entwurfs für die Erweiterung und den Umbau des JSR-Gebäudes heraus. Dabei werde der bestehende Bereich durch Vorbauten erweitert und gegliedert als auch integriert. Einhergehend betonte er die „sehr gelungen schön an das Hangrelief angepasste und abgestufte Situation sowie maßstäbliche Struktur“.

Die bisher nicht gegebene Aufenthaltsqualität sowie Möglichkeit zum Beispiel für Sitzecken und Räume für kleinere Lerngruppen unterstrich JSR-Rektor Jochen Groß nebst weiteren Gesichtspunkten als Vorteile des Entwurfs für den Realschulausbau.

Der Siegerentwurf für die GSS sieht die Entfernung von jeweils zwei Klassenzimmern auf zwei Ebenen vor. „Hierdurch kann in einem quaderförmigen Gebäude wesentlicher Raum unter anderem für einen Ganztagesbereich mit Speisesaal, erstmalige Fachräume, eine überdachte Pausenhalle sowie ein neuer Verwaltungsbereich clusterartig angeordnet werden“, zeigte sich Natalie Ederer, GSS-Rektorin und Gesamtleiterin der Gemeinschaftsschule Lauda-Königshofen, von dem Ideenkonzept äußert angetan. Zudem würdigten sie und Groß die geplanten Barrierefreiheiten bei beiden Schulen.

Bisher zweizügig

Im jetzigen Gebäude ist die „Grundschule Süd“ bisher zweizügig untergebracht. Da der Grundschulstandort Lauda nach Beschluss des Gemeinderates im Bereich des „Schulzentrums Becksteiner Straße“ zentralisiert werden sollte, wurde für einen weiteren Zug, der früher im Standort Stadtmitte untergebracht war, ein Containerbau errichtet.

Kilian wünschte beiden Projekten „einen hoffentlich guten Verlauf“. Zwar sei die Baubranche bei der Corona-Krise bislang mit einem „blauen“ Auge davongekommen, es bleibe jedoch die Hoffnung, dass Kommunen für Investitionen ausreichend finanziell ausgestattet werden, da die Konjunktur ansonsten erheblich schwächele. Vor allem auch bei den Infrastrukturen im Bildungssektor gebe es einen großen Nachholbedarf. Dies gelte ebenso bei Potenzialen im energetischen Sanierungsbereich und Maßnahmen für den Klimaschutz. „Der Gemeinderat wird sich bei der vorgesehenen Klausurtagen mit der Priorisierung dieser Projekte auseinandersetzen“, kündigte Braun abschließend an.

Die Ausstellung der Pläne und Modelle des Realisierungs- und Ideenwettbewerbes ist noch an diesem Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und am Freitag, 5. Juni, von 8 bis 12 Uhr im Foyer des Rathaussaals in Lauda unter Berücksichtigung der aktuell geltenden Corona-Regeln zu sehen.