Stadtteilsanierung in Königshofen - Im Rahmen einer Informationsveranstaltung wurde am Mittwochabend im Sitzungssaal des Alten Rathauses das Entwicklungskonzept präsentiert Gesamter Ort soll von Maßnahme profitieren

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Peter D. Wagner
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In der Messestadt Königshofen soll sich in den kommenden Jahren einiges in baulicher Hinsicht tun. Die Bürger wurden jetzt offiziell über den Stand der Dinge in Kenntnis gesetzt.

Grafik des geplanten Stadtsanierungsgebiets "Eisenbahnervorstadt/Hexenstock" in Königshofen.

© Stadtverwaltung
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Königshofen. Die Präsentation eines "Integrierten Stadtteilentwicklungskonzepts (ISEK)" für den Stadtteil Königshofen und die vorbereitende Untersuchung für das geplante Sanierungsgebiet "Eisenbahnervorstadt/Hexenstock" war Anlass einer Informationsveranstaltung der Stadt Lauda-Königshofen am Mittwochabend im Sitzungssaal des Alten Königshöfer Rathauses.

Infos zur Stadtteilsanierung

Wie Bürgermeister Thomas Maertens und Stadtbaumeister Tobias Blessing bekanntgaben, müsse der Gemeinderat im Oktober eine erneute Förderbeantragung formell beschließen, damit das vorgesehene Projekt in das Städtebauliche Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg gelangen könnte.

Die Entscheidung über eine Förderung werde seitens des Zuwendungsträgers voraussichtlich im März oder April 2018 erfolgen.

Der Förderzeitraum würde nach Maertens und Blessings Angaben zwischen mindestens acht Jahren sowie bei entsprechenden Verlängerungsanträgen und Realisierungsaussichten weiterer Maßnahmen bis hin zu Jahren 15 betragen. pdw

"Wir versuchen im kommenden Jahr zum zweiten Mal, in das städtebauliche Förderprogramm des Landes zu gelangen, nachdem der erste Anlauf 2016 gescheitert ist", gab Bürgermeister Thomas Maertens den über 40 Besuchern eingangs bekannt. Zwar gebe es keine Garantie für eine Aufnahme, allerdings hätten Erfahrungen gezeigt, dass es beim zweiten Versuch in der Regel gelingen könne.

"Was wir anstreben, ist sowohl sehr ambitioniert als auch gegebenenfalls relativ teuer", räumte er ein. Deshalb müssten die geplanten Vorhaben und Maßnahmen gegebenenfalls in "kleine Portionen aufgeteilt" werden, um sie im Haushalt der Stadt unterzubringen. "Zudem können wir zeigen und belegen, dass sauber gearbeitet wurde, besonders indem wir das ISEK, das eine essenzielle Grundlage für eine Aufnahme in das Förderprogramm ist, auf Basis der erforderlichen Bürgerbeteiligung erstellt haben", betonte Maertens.

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Zudem erinnerte der Schultes daran, dass das letzte städtebauliche Sanierungsgebiet in Königshofen vor bereits rund zehn Jahren abgeschlossen worden sei.

In seiner Präsentation berichtete Norbert Mager, Projektleiter und Stadtplaner beim Büro "Schirmer Architekten- und Stadtplanung" in Würzburg, über die bisherigen Begebenheiten.

Auftakt im April 2016

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Nach einem ersten "Städtebaulichen Bürger-Workshop" im Mai 2015 fand im April 2016 die Auftaktveranstaltung zum ISEK in Form einer erneuten Bürgerwerkstatt statt (die FN berichteten jeweils ausführlich), unmittelbar gefolgt von der einmonatigen interaktiven Bürgerbeteiligung 'Myopinion' im Internet, wobei insgesamt 49 Beiträge verfasst worden seien, davon jeweils 14 Beiträge in den Themenfeldern "Mobilität und Verkehr" und "Landschaft und Tourismus" sowie elf Beitrage im Bereich "Wohnen und Wohnumfeld".

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Ende Juli 2016 wurden die Ideen, Anregungen und Vorschläge bei einem interdisziplinären Planerworkshop mit weiteren Akteuren ausgearbeitet und konkretisiert.

Nach einer dargelegten Analyse der "Stärken" und "Schwächen" des Stadtteils Königshofen erläuterte Mager Leitbilder zur Stadtentwicklung Königshofens, Strategiekonzepte für die Bereiche "Nutzungen", "Verkehr", "Landschaft und Tourismus", einen Rahmenplan und Handlungsfelder für den gesamten Ort sowie vorbereitende Untersuchungen und Sanierungsziele nebst Rahmenplan spezifisch für das Gebiet "Eisenbahnervorstadt/Hexenstock".

Für dieses etwa 17,5 Hektar umfassende Gebiet sehe das ISEK als städtebauliche Planungs- und Sanierungsziele eine Sicherung der ortsbildprägenden Gebäudebestände, die Aufwertung von Straßenräumen wie etwa in der Eisenbahnstraße, die Entwicklung von flexiblen Grundgerüsten für die Bereiche Wohnen und Gewerbe sowie die Entwicklung eines Nutzungskonzeptes vor.

Weitere Ziele seien unter anderem, Naturräume "erlebbar" zu machen, die Schaffung eines Wegenetzes Richtung Ortsmitte und eines "grünen Fingers", die Verknüpfung mit dem Gewerbegebiet im Westen, der Ausbau gewerblicher Nutzungen, die Schließung von Baulücken und Beseitigung von Leerständen, eine Aufwertung des Bahnhofes und dessen Umfelds, der barrierefreie Ausbau des Bahnhaltepunktes sowie die Umnutzungen des Bahnhofgebäudes zu einem "Kulturbahnhof" und des ehemaligen Güterschuppens zu einem "Radhaus".

In rund drei Wochen werde ein Katalog fertiggestellt, der sämtliche für Königshofen vorgesehnen Maßnahmen enthalte und auf der Homepage der Stadt Lauda-Königshofen einsehbar sei, berichtete Mager.

Vorschläge vorgebracht

Themen einer anschließenden Frage- und Diskussionsrunde, in der Bürger und Betroffene zudem ihre Vorschläge und Anmerkungen für das künftige Sanierungsgebiet einbringen durften, waren unter anderem eine mögliche Kostenbeteiligung von Bürgern bei Straßensanierungen.

"Wenn in einem umfassenden Sanierungsgebiet eine Straße ausgebaut wird, gibt es keine Kostenbeiträge für die Anwohner, da die sanierungsbedingte Bodenwertseigerung abgeschöpft wird", erklärte Stadtbaumeister Tobias Blessing. Darüber hinaus bezeichnete Maertens die dringend erforderliche Sanierung und Umgestaltung der Eisenbahnstraße als absolute Priorität und geradezu ein "Muss".

Zur Frage eines Bürgers, wie Eigentümer zur Sanierung oder zum Verkauf ihres leerstehenden Anwesens veranlasst werden könnten, erwiderten der Bürgermeister und Blessing, dass sich besonders bei dem Förderprogramm Melap-Plus in Heckfeld die sehr hohe Attraktivität solcher Zuschüsse bewiesen habe.

Gab es einerseits von einigen Bürgern Kritik und Skepsis, wurden andererseits auch positive und optimistische Einschätzungen zu dem ISEK geäußert. So meinte beispielsweise einer der Besucher, ihm gefalle das ganze Konzept "sehr gut". Darüber hinaus gab er jedoch zu bedenken, dass die aktuell relativ geringe Anzahl gastronomischer Betriebe kein Anlass zu eventuellen Rückschlüssen auf mangelnde touristische Qualitäten und Potenziale Königshofens sei.