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Wahlkampf - CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag, Manuel Hagel, diskutierte in Gerlachsheim

Gerlachsheim: Jäger beklagen Wildschadenserstattung

Die Jäger beklagen die Wildschadenerstattungsregelung in Baden-Württemberg. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Manuel Hagel, stellte sich in Gerlachsheim der Diskussion.

Von 
cdu
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Der Fraktionsvorsitzende der CDU im baden-württembergischen Landtag, Manuel Hagel (Dritter von links) besuchte zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Nina Warken (Vierte von links) und Stadtrat Dominik Martin (links) Gerlachsheim und stellte sich der Diskussion mit Jägern. © CDU

Gerlachsheim. Auf Einladung des CDU Ortsvereins Gerlachsheim besuchte der Fraktionsvorsitzende der CDU im baden-württembergischen Landtag, Manuel Hagel, zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Nina Warken Gerlachsheim zu einem Gespräch mit den dortigen Jägern und Jägerinnen. Ortsvorsitzender Dominik Martin hieß die Teilnehmer willkommen. Nach dem Motto „Einmal sehen ist besser als tausendmal hören“ wolle man sich vor Ort einen Eindruck von den Herausforderungen im Jagdwesen verschaffen und in den Dialog treten, so Martin. Darauf ging es mit Stadtrat Dr. Hans-Dieter Heinrich als einem der örtlichen Jagdpächtern in die Flure rund um Gerlachsheim.

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Möglichkeiten eingeschränkt

Vor allem die eingeschränkten Möglichkeiten des Beschusses in den Weinbergen machen den Jägern zu schaffen. Die Coronapandemie habe das Interesse an der heimischen Landschaft bei den Bürgerinnen und Bürgern wieder wachsen lassen, stellte Heinrich fest. Dazu gehöre auch der Gang durch die im Taubertal reichlich vorhandenen Weinberge. So werde es immer schwerer, den Wildbestand in den Weinbergen niedrig zu halten.

Eine neue Verordnung lasse nur noch Stahlkugeln und keine Bleikugeln zu, fuhr er fort. Die alten hölzernen Zeilenbefestigungen an den Rebzeilen würden nach und nach durch metallene Pfeiler ersetzt. Das führe zwangsläufig zu Problemen, erfuhr der Landtagsabgeordnete, der selbst Jäger ist. So lasse sich die Flugbahn abprallender Kugeln nicht vorhersagen. Meist würden die Kugeln nach einem Treffer aus dem Fleisch wieder austreten und dann lasse sich keine Prognose über die Flugbahn treffen.

Deshalb seien auch die Wildschäden, die im Weinberg entstehen, nicht schadenersatzpflichtig, findet Dr. Heinrich. „In einem Gebiet, in dem ich nicht jagen kann, sollte ich auch nicht für Ersatzleistungen verantwortlich sein“, forderte er und verwies auf eine Regelung im Rest der Bundesrepublik, die Weinberge als Sonderkultur ansieht und damit den Jagdpächter von der Haftung freistellt. „Nur Baden-Württemberg hält an der alten Regelung fest und das muss man endlich ändern.“ Sowohl Manuel Hagel als auch MdB Nina Warken sagten ihre Unterstützung bei der Lösung des Problems zu.

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Lob für Magerwiesen

Großes Lob gab es seitens der Jäger für das Projekt des Landschaftspflegeverbandes, die Magerwiesen, beispielsweise im Grünbachtal zu pflegen. Der Einsatz von Schafen und Ziegen in einer Herde habe sich bewährt. Aktuell würde ein Schäfer aus dem Würzburger Raum die Böden beweiden, die Anreise sei allerdings etwas schwierig. Zwar könnte er ohne Probleme mit den Tieren zu Fuß über die Landesgrenze gehen, dies sei aber gesetzlich nicht möglich. Sie müssen in Bayern auf Transporter verladen werden und dann in Baden-Württemberg wieder entladen. Auch hier hoffen die Jäger auf eine Vereinfachung durch eine Neuregelung der Gesetzeslage.

Weiter ging die Tour zu einem Maisfeld, in dem die Wildschweine stark gewütet hatten. Die Lage in der Nähe des Waldes mache dieses Feld besonders begehrt für die Schwarzkittel, erschwere den Jägern aber die korrekte Bejagung. „Wir können uns doch nicht auf den Feldweg stellen und warten, bis das Wild kommt“, zeigte Dr. Heinrich das Dilemma auf. Er wisse von einigen Jägern, die ihre Reviere nicht weiter betreuen wollen, weil die Ersatzleistungen für Schäden zu hoch seien.

Den Abschluss des Besuches von Manuel Hagel und Nina Warken bildete eine Gesprächsrunde im Gasthaus „Zur Sonne“ in Gerlachsheim. Hier konnte man mit den beiden Politikern direkt ins Gespräch kommen und seine Sorgen und Nöte vortragen. Von dieser Möglichkeit wurde redlich Gebrauch gemacht. cdu

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