Volkstrauertag - In Königshofen gehört das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt besonders dazu / Bundeswehr fehlte diesmal Gedenkfeier ist fester Bestandteil

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Bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag sprachen (von links): Pfarrer Stefan Märkl, Pfarrerin Laura Breuninger und Bürgermeister-Stellvertreter Herbert Bieber.

© Geisler

Königshofen. Der Volkstrauertag und das damit verbundene Gedenken an die Millionen Opfer von Krieg und Gewalt auf dieser Erde war über Jahrzehnte hinweg nach dem sonntäglichen Gottesdienst für die Königshöfer ein Selbstverständnis, um sich im Friedhof am Fuße des Turmbergs bei den Gräbern der in den Osterkämpfen um Königshofen 1945 gefallenen Soldaten zu einer Gedenkfeier einzufinden. Schon im letzten Jahr, als die Zusammenkunft erstmals auf 14 Uhr verlegt wurde, hatten sich deutlich weniger Bürger als sonst auf dem Friedhof eingefunden. Dieser Trend setzte sich leider auch 2016 fort.

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Unter Beteiligung von Pfarrerin Laura Breuninger, Pfarrer Stefan Märkl, zahlreichen Fahnenabordnungen und Vertretern örtlicher Vereine sowie der Feuerwehr hielt Bürgermeisterstellvertreter Herbert Bieber die Gedenkansprache.

Vertreter der Bundeswehr, die trotz der strukturellen Veränderungen im mittleren Taubertal bei der Gedenkveranstaltung immer mit einer Abordnung vertreten waren, suchte man in diesem Jahr leider vergebens.

Bieber stellte die Gedanken von Ursula Sauter-Spiegl vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Dabei stand neben dem Erinnern an die Schlacht von Verdun vor 100 Jahren auch der Angriff gegen Russland vor 75 Jahren im Vordergrund, der die Wende in diesem Weltkrieg bedeutete, und am Ende alleine fast 30 Millionen Menschen das Leben kosten sollte.

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Wenig Verständnis zeigte das Referat für die Interessen- und Teilnahmslosigkeit der heute jüngeren Generation. Schließlich wären es gerade die jungen Menschen, die - wenn Krieg wäre - in den Krieg ziehen müssten. Krieg ist so weit weg, Frieden in unseren Breitengraden so selbstverständlich geworden, dass die Gefahr besteht, die leidvolle Geschichte Europas könne nicht mehr mahnen. Pfarrerin Breuninger zitierte das 1943 niedergeschriebene Glaubensbekenntnis von Dietrich Bonhoeffer aus dem evangelischen Gesangsbuch: "Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten Gutes entstehen lassen kann und will", so die Botschaft an die Anwesenden, die Hoffnung auf Völkerverständi-gung und Frieden in der Welt nicht aufzugeben.

Stefan Märkl, Pfarrer und Repräsentant der katholischen Seelsorgeeinheit, lenkte den Blick auf die aktu-ellen Ereignisse auf unserem Planeten. Er hob hervor, dass tagtäglich tausende Menschen um ihr Leben fürchten müssten, auf der Flucht seien und für sie nicht absehbar wäre, wo sie Ruhe und Frieden finden könnten. Auch er mahnte, die Hoffnung trotz der widrigen Begleitumstände nicht aufzugeben und im Glauben Halt und Zuversicht zu suchen.

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Die Gedenkfeier wurde - wie gewohnt - in würdiger Weise vom Königshöfer Musikverein und dem katholischen Kirchenchor St. Mauritius musikalisch getragen und umrahmt. bege