Forum

Für Lauda-Königshofen: Jugendliche formulierten ihre Wünsche

Lesedauer: 
Konzentriert und selbstbewusst präsentierten die Jugendlichen das Ergebnis der Projektgruppen des Jugendforums der Stadt im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Gemeinderats von Lauda-Königshofen. © Stadtverwaltung Lauda-Königshofen/Matthias Ernst

Lauda-Königshofen. Das neugegründete Jugendforum der Stadt Lauda-Königshofen hat sich seit seinem ersten Projekttreff Anfang Juni mehrfach getroffen, um die Wünsche der Jugendlichen in der Stadt und den Stadtteilen zu formulieren und auch umzusetzen. Die Teilnehmenden waren unter der Anleitung von Anna Luber von der Mobilen Jugendarbeit mit vollem Eifer bei der Sache, analysierten, schrieben auf und übten sich im Vortrag. Denn eines war klar: Um alle Ziele umsetzen zu können, muss man die Stadt und den Gemeinderat mit ins Boot nehmen. Denn hier werde praktisch das letzte Wort gesprochen und auch bezahlt.

Vielseitige Vorschläge

Nun präsentierte das Jugendforum seine Vorschläge. Diese waren sehr vielfältig. Vom Wunsch nach weiteren Freizeitangeboten über eine Attraktivitätssteigerung von Schulhöfen und Kritik an schlechtem Mobilfunk bis hin zu einem direkten Radweg von Marbach nach Messelhausen war alles dabei.

Jonathan Schmitt, Philipp Kuhn, Belinda Kuhn und Jasmin Hahn übernahmen die Aufgabe, dem Verwaltungs- und Finanzausschuss die Ergebnisse der Projektgruppen vorzustellen. Zusammen mit Anna Luber marschierten sie selbstbewusst vor das Gremium und starteten mit einem kleinen Film, in dem schon einmal die nach ihrer Meinung größten Baustellen aufgezeigt wurden.

Mehr zum Thema

Freizeitangebote und Radweg sind wichtige Themen

Für Lauda-Königshofen: Jugendliche formulierten ihre Wünsche

Veröffentlicht
Von
Susanne Marinelli
Mehr erfahren
Lauda-Königshofen will Rechtssicherheit

Lauda-Königshofen: Juristische Risiken komplett ausschließen

Veröffentlicht
Von
Klaus T. Mende
Mehr erfahren
Weihnachtszauber

Zu Weihnachten Kindern ihre Herzenswünsche erfüllen

Veröffentlicht
Von
Diana Seufert
Mehr erfahren

Die Jugendlichen sehen beispielsweise zu wenig Freizeitmöglichkeiten und zu wenig öffentliche Treffpunkte in der Stadt. Sie hatten aber auch Lösungsvorschläge mitgebracht, die dem Gremium grundsätzlich gut gefielen. So wünscht man sich einen offenen Bücherschrank, den man auch selbst pflegen könnte, einen öffentlichen Grillplatz oder mehr Veranstaltungen an den Schulen. Sie würden auch mit den jeweils Verantwortlichen sprechen und selbst auf Sponsorensuche gehen, zeigten die Jugendlichen sogleich mögliche Finanzierungsmöglichkeiten auf.

Was das Thema Mobilfunkversorgung betrifft, hatten sie sogar schon versucht, Kontakt mit den einzelnen Anbietern aufzunehmen – waren aber gescheitert. Diese Erfahrung konnte Bürgermeister Dr. Lukas Braun bestätigen. Auch die Kommune versuche immer wieder ins Gespräch mit den Mobilfunkanbietern zu kommen, um die unbefriedigende Situation im Stadtgebiet zu verbessern. Der Prozess sei aber zäh und werde bis zur flächendeckenden Netzversorgung wohl noch Jahre dauern, erklärte er.

Größere Hoffnung machte Braun bei der Umsetzung der anderen Anliegen. Mehr Sitzgelegenheiten und mehr Mülleimer rund um die Schulen wurden gewünscht, damit nicht so viel Müll herumliegt. Das sei schon bei der Verwaltung in der Diskussion, sagte der Bürgermeister. Allerdings gebe es auf den Schulhöfen insbesondere an Wochenenden auch immer wieder Probleme mit den Hinterlassenschaften ungebetener Partygäste. Braun: „Natürlich wollen wir die Schulhöfe attraktiver gestalten und dafür als Stadt auch Geld in die Hand nehmen. Auf der anderen Seite haben wir hier ein kleines Vandalismus-Problem, bei dem wir erst einmal durchgreifen müssen.“

Lücken schließen

Die geforderten Radwege entlang von Kreis- und Landesstraßen zwischen den einzelnen Stadtteilen seien nicht immer eine rein städtische Zuständigkeit, erwiderte der Bürgermeister auf den Wunsch nach einer Verbindung von Marbach nach Messelhausen. Dennoch setze sich die Stadt auf allen Ebenen dafür ein, Lücken im Radwegenetz zu schließen. Die ist den Jugendlichen wichtig, damit sie nicht immer auf das „Mama-Taxi“ zurückgreifen müssen oder den seltener fahrenden Bus.

Wie es abschließend in der Mitteilung der Stadtverwaltung heißt, waren die Gemeinderäte überrascht von den klaren Wünschen, aber auch von den Lösungsmöglichkeiten, die angesprochen wurden. Die Mandatsträger versprachen, die Anliegen positiv zu begleiten. Belinda Kuhn brachte es auf den Punkt: „Für uns war es das mit der Vorstellung heute noch lange nicht.“

So ein engagiertes Auftreten mache Mut, dass das Jugendforum weitere Ideen entwickelt und auch umsetzen will, erklärten die Verwaltungsvertreter.