Kommunalwahl - CDU verliert erneut zwei Sitze im Gemeinderat und stellt künftig nur noch zwölf Stadträte / SPD/Freie Bürger müssen ebenfalls auf ein Mandat verzichten Freie Bürgerliste ist der große Gewinner

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Thomas Schreiner
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Hier liefen die Drähte zusammen: Im Rathaus von Lauda-Königshofen wurden die Stimmen der einzelnen Wahlbezirke gesammelt und dann an den Kreiswahlleiter im Landratsamt übermittelt. © Thomas Schreiner

Die Freie Bürgerliste ist bei der Gemeinderatswahl am Sonntag als klarer Sieger hervorgegangen. Die CDU verlor erneut zwei Sitze, die SPD/Freien Bürger ein Mandat.

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Lauda-Königshofen. Der Gemeinderat von Lauda-Königshofen wird wie bisher mit 29 Stadträten in die nächste Legislaturperiode starten. Zu den regulär zu wählenden 26 Frauen und Männern kommen erneut, wie bei der letzten Wahl 2014 auch, wieder drei Ausgleichsmandate hinzu. Vor allem die Freie Bürgerliste als auch die SPD/Freien Bürger profitierten davon und bringen es jetzt zusammen auf 17 Sitze im Gemeinderat. Sie haben damit ihre bisherige hauchdünne Mehrheit von einer Stimme weiter ausgebaut. Die CDU, die bereits 2014 zwei Sitze verloren hatte, muss künftig auf weitere zwei Stadträte verzichten und stellt im neuen Gremium nur noch zwölf, genauso viel wie die Freie Bürgerliste jetzt. Die SPD/Freien Bürger verlieren einen Sitz und agieren nun mit fünf Stadträten.

Absoluter Gewinner der Gemeinderatswahl in Lauda-Königshofen ist die Freie Bürgerliste. Sie stellt künftig drei Stadträte mehr als bisher und überholte mit 41,1 Prozent sogar die CDU um ein Prozent, was 1269 Stimmen entspricht. Damit dürfte die FBL im neuen Gemeinderat auch den Anspruch auf das Amt des ersten stellvertretenden Bürgermeisters erheben. Mit Hubert Segeritz, dem bisherigen Fraktionschef der Freien Bürgerliste, stellt die Liste auch den neuen Stimmenkönig im Gemeinderat: er erhielt 4946 Stimmen, so viele, wie kein anderer Stadtrat.

Mit Michael Geier (4003 Stimmen) und Karl Höfling (3989) folgen ihm zwei seiner bisherigen Fraktionskollegen auf die Plätze drei und vier. Nur Jörg Aeckerle (SPD/Freie Bürger) schob sich mit seinen 4236 Stimmen auf Platz zwei dazwischen.

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Neu für die Freie Bürgerliste im Gemeinderat sind neben dem gebürtigen Heckfelder Karl Schweitzer (jetzt Lauda) die beiden bisherigen Ortsvorsteherinnen von Deubach, Anita Spinner, und Marbach, Annette Vogel. Ansonsten haben die „alten“ neun FBL-Vertreter ihre Sitze verteidigt und ziehen wieder ins Gremium ein.

Die SPD/Freien Bürger verloren im Vergleich zu 2014 rund zwei Prozent und sackten auf 18,9 Prozent ab, wofür sie bei der Endabrechnung nun mit einem Sitz weniger (künftig fünf statt sechs wie bisher) in den neuen Gemeinderat einziehen.

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Ihr Fraktionschef Siegfried Neumann erwies sich, neben Jörg Aeckerle, ebenfalls als „Zugpferd“: Neumann legte um 700 Stimmen zu und holte für seine Liste alleine 3627 Stimmen. Neumann tritt damit als dienstältester Stadtrat (seit 1984) seine achte Amtszeit im Gemeinderat an. Da Jutta Steinmetz-Thees aus Gerlachsheim nicht mehr kandidierte, bleibt die Fraktion personell mit den bisherigen SPD/FB-Vertretern unverändert.

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Bitter dürfte für die CDU der Verlust der alleinigen Fraktionsmehrheit im neuen Gemeinderat sein. Zwar legte Tina Hemmrich im Vergleich zu 2014 nochmal um 600 Stimmen auf 3846 Stimmen zu, bei Christof Kulzer waren es sogar knapp 800 (jetzt 3200) und bei Dr. Hans-Dieter Heinrich etwas mehr als 300 (nun 2859), doch der Tod des bisherigen CDU-Stimmenkönigs Klaus Vierneisel knapp eine Woche vor der Wahl war auch für das Wahlergebnis der CDU tragisch.

Vierneisel, der noch auf den Stimmzetteln aufgeführt war, erhielt zwar immer noch 2260 Stimmen (2014 waren es 6408), doch reichte dieses Ergebnis nur noch zu einem Sitz als Ersatzbewerber aber nicht mehr für ein Direktmandat, das dann ein Nachrücker von der CDU-Liste für Vierneisel hätte antreten können.

Neues Jugendquartett

Neu rückt für die CDU Ulrich Stier aus Königshofen ein. Er schaffte auf Anhieb 2921 Stimmen und lag damit um 800 Stimmen höher, als sein Vorgänger Dieter Markert, der nicht mehr angetreten war. Rund 300 Stimmen verlor dagegen in Gerlachsheim Norbert Groß im Vergleich zu 2014, dafür rückt aber mit Dominik Martin einer der „Youngsters“ für die CDU in das Stadtparlament. Kurios: bei der letzten Wahl hatte er rund 40 Stimmen mehr, was ihm damals nicht für einen Einzug reichte. Zusammen mit Fabian Bayer aus Oberlauda, Philipp Hahn (Beckstein), er verdrängte Thomas Michelbach, und dem CDU-Fraktionschef Marco Hess (er legte von 1358 auf jetzt 2879 Stimmen zu) bilden die vier nun die neue „Jugendabteilung“ der CDU-Fraktion.

Der bisherige stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hartmut Schäffner aus Marbach muss dagegen seinen Stuhl nach nur einer Amtszeit wieder räumen. Neu für die CDU im Gemeinderat ist auch Werner Faul aus Unterbalbach. Er holte 400 Stimmen mehr als die bisherige Stadträtin Hildegard Schwab und löst sie damit ab.

Redaktion