Leserbrief - Zu „Knutschkugel lebenslanger . . .“ (FN, 6. Februar) Erinnerungen geweckt

Von 
Wolfgang Beyer
Lesedauer: 

Den Bericht habe ich mit großem Interesse gelesen. Er erinnerte mich sofort wieder an mein erstes Motorfahrzeug und in meinem Falle an meinen Kleinwagen BMW 700, ein Typ, der auch im Bericht als eine Art Nachfolger des BMW 600 erwähnt ist. Nach Ablegung der Führerscheinprüfung 1965 hatte ich ein solches Kleinauto als außerordentlich gepflegtes Gebrauchtfahrzeug von einem Privatmann für unter 1000 Deutsche Mark (DM) erworben. Dieses Fahrzeug bleibt für mich unvergesslich, hatte es mir doch große Freude in meinen Alltag gebracht; ausgestattet mit einem dreißig PS-Motor; völlig ausreichend für die damaligen Ansprüche und Straßenverhältnisse. Die erste Fahrt – zusammen mit meinem Vater – führte von Freudenberg am Main nach Bad Mergentheim an die Tauber. In der damaligen Autowelt, umgeben von durchweg VW-Käfern, aber auch von NSU-Prinzen, DKW Junioren und Opel Kadetten, ein eher seltenes Auto. Eins hatte es gemeinsam mit den Käfern und den Prinzen: einen luftgekühlten Motor mit Heckantrieb. Obgleich mir meine Kumpels immer wieder den Spruch offerierten „BMW das kleine Wunder, den Berg schieb’s rauf, dann fährt’s hinunter“ beeindruckten mich dies wenig, zumal ich niemals schieben musste und die Beweglichkeit immer gegeben war. Leider nagte nach vielen Jahren der Rost immer mehr an meinem geliebten kleinen Renner, so dass ich ihn schließlich mit Wehmut beim Neukauf eines Käfers in Zahlung gegeben hatte. Wäre mir schon damals ein BMW- Restaurator – ähnlich wie in Grünsfeld – bekannt gewesen, könnte das Kraftfahrzeug wahrscheinlich noch heute betriebs- und wieder rostfrei sein. Womöglich begegnet mir irgendwann wieder einmal ein BMW 700 auf Deutschlands Straßen bzw. sogar in nächster Nachbarschaft in Grünsfeld?