Winzer - Bereichsversammlung Tauberfranken des Badischen Weinbauverbands fand in Beckstein statt / Resümee zur abgeschlossenen Lese Eine der besten Ernten der letzten Zeit

Von 
Peter D. Wagner
Lesedauer: 

Als eine der besten Ernten bezeichnete der Präsident des Badischen Weinbauverbandes, Kilian Schneider, im Rahmen der Bereichsversammlung Tauberfranken in Beckstein die letzte Lese.

© Peter D. Wagner

Zu seiner Bereichsversammlung Tauberfranken traf sich der Badische Weinbauverband in Beckstein.

AdUnit urban-intext1

Beckstein. Bei den Badischen Winzern im Durchschnitt einer der besten Ernten konnte der Präsident des Badischen Weinbauverbandes, Kilian Schneider, im Rahmen der Bereichsversammlung Tauberfranken vermelden, die bei den Becksteiner Winzern stattfand.

Zum Auftakt hatte Alexander Ley, Vorsitzender des Verbandsbereichs Tauberfranken aus Reicholzheim, ebenfalls von einer insgesamt sehr zufriedenstellenden Lese in der Tauberfränkischen Region berichtet, auch wenn vereinzelte Ausfälle und Ertragseinbußen verzeichnet werden hätten müssen.

"Es hat selten eine Ernte gegeben, bei der man sich so verschätzt hat wie diesmal", meinte Ley in Anbetracht der immer weiter nach oben tendierenden Ertragsprognosen und -mengen.

AdUnit urban-intext2

"Die Maschinen werden immer besser und Arbeiten per Hand immer teurer", bilanzierte Schneider in seinem Kurzreferat "Weinbau im Wandel - sowohl in der Rebe als auch am Markt". "Die Kombination von Maschinen- und Technologieeinsatz sowie Handarbeit ist bei den meisten badischen Winzerbetrieben die ideale Strategie", zeigte er sich überzeugt. Zum Beispiel ermöglichten zunehmend kleinräumigere Erfassungen der Wetterdaten durch "Vitimeteo", ein Prognosesystem speziell für den Weinbau, immer bessere Vorhersagen.

Stärken und Chancen

"Wir müssen die Menschen vom Weinbau überzeugen", hob der Badische Weinbauverbands-Präsident hervor. Nischen, persönlicher Bezug sowie Individualität seien einer der Stärken und zugleich Chancen des Weinbaus. Zudem könnten die Winzerbetriebe durch Veranstaltungen wie etwa Wein- und Hoffeste dazu beitragen, Dörfer lebendig zu halten "Man möchte ein billiges Produkt und gleichwohl ein gutes Gewissen", führte er als ein weitverbreitetes Kundenverhalten an. Die Betriebe hätten jedoch in Maschinen und Keller viel investiert und dies brauche Unterstützung. "Lassen Sie uns an der Marke Badischer Wein und an unserer Zukunft weiter arbeiten", appellierte Schneider.

AdUnit urban-intext3

"Impulse zur Zukunftsgestaltung" lautete ein Vortrag von Peter Wohlfahrt, Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbandes, in dem er die Ergebnisse einer gleichnamigen Klausurtagung für das Weinbaugebiet Baden unterbreitete. Schwerpunktthema zur Zukunftsgestaltung sei unter anderem eine Stärkung der Gebiets- und Bereichsprofilierung mittels Entwicklung starker Weinprofile für Baden.

AdUnit urban-intext4

Für den Bereich Tauberfranken biete beispielsweise Silvaner einen günstigen Ansatz zur Sortimentsprofilierung und -positionierung. Als weitere zentralen Themen nannte Wohlfahrt unter anderem eine Änderung der Vermarktungsstrukturen durch Bündelung der Anbieterinteressen, die Entwicklung eines durchgängigen Bewusstseins für die Wertschöpfungskette von der Erzeugung bis zum Verkauf, eine Aktivierung des Exports durch Vernetzung der Vermarktung in Form von Export-Kooperationen sowie eine deutliche Steigerung des Marketing-Budgets. "Wir werden die junge Generation stärker in die Zukunftsgestaltung miteinbeziehen", kündigte der Geschäftsführer des Weinbauverbands als eine der Leitlinien an.

"Was umweltverträglich ist, entscheidet letztlich die Umwelt und nicht der Mensch", resümierte Ottmar Baus von der Hochschule Geisenheim in seinem Vortrag "Können Bio-Strategien den integrierten Weinbau bereichern?" "Dogmatismus verhindert Innovation", "der Klimawandel wird zu einer echten Herausforderung", "Weiterbildung ist dringend erforderlich", sowie "integrierten Weinbau womöglich als Überlebensnische für Bio-Strategien" führte der Referent als zusätzliche Thesen in einem Fazit an. Dass sich das von Präsident Schneider erwähnte Weinbau-Prognosesystem "Vitimeteo" in der praktischen Anwendung sehr gut bewährt habe, verdeutlichte Gottfried Bleyer vom Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg.

Rückblick auf 2016

Einen Rückblick auf das Jahr 2016 präsentierte Robert Zipf, Weinbauberater beim Landwirtschaftsamt des Main-Tauber-Kreises. Das zu Ende gehende Weinbaujahr sei insbesondere von Frostschäden und Hagelschäden im Frühjahr sowie von sehr trockenen Monaten Juli bis September geprägt gewesen. Gleichwohl seien aufgrund besonders reichlicher Niederschläge im Frühjahr überdurchschnittliche Jahreswerte verzeichnet worden. Bedingt durch die Wetterbedingungen sei ein überdurchschnittlicher Aufwand beim Pflanzenschutz erforderlich gewesen.

Über "Kirschessigfliege - Rückblick und Ausblick" referierte Dr. Michael Breuer vom Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg. "Dieses Schädlingsinsekt ist durchaus beherrschbar", lautete sein Fazit. Wichtig zur Vorbeugung oder Bekämpfung der Kirschessigfliege im Weinbau seien unter anderem regelmäßige Kontrollen, eine dauerhafte Pflege der Weinreben, die Beachtung von Sortenpräferenzen bei Neupflanzungen sowie ein gezielter Einsatz von Insektiziden bei nachgewiesenem Befall.

Wie wertvoll eine erfolgreiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Weinwirtschaft ist, stand im Mittelpunkt eines abschließenden Vortrags von Rainer Schwarz, Geschäftsführer der "RSPS - Agentur für Kommunikation GmbH" in Tübingen. "PR bedeutet, ein gutes Produkt zu haben und mit den Medien in Kontakt zu kommen", definierte der Referent.

Ziele seien unter anderem der Aufbau von Vertrauen bei einer potenziellen Kundschaft durch authentisches Handeln und Kommunizieren sowie Bindung von Kunden. "Die Weine der Anderen sind nicht immer besser - sie machen manchmal einfach nur die bessere PR", gab Schwarz als Botschaft aus.