Nachruf - Langjähriger Kreiskämmerer Hermann Kaißling starb im Alter von 78 Jahren Ein Teamplayer erster Güte

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Lauda. Er war kein Mann der großen Worte, drängte sich nie in die erste Reihe, sondern bestach durch Verlässlichkeit, Geradlinigkeit und feinen Humor. Hermann Kaißling, langjähriger Kreiskämmerer, Bücherliebhaber, Weinkenner, Angler, langjähriger aktiver der Verkehrswacht und treuer Fan des FV Lauda ist tot. Er starb im Alter von 78 Jahren.

Hermann Kaißling starb im Alter von 78 Jahren. © Bickel

Eigenen Weg gewählt

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Schien seine berufliche Laufbahn als ältester Sohn einer alteingesessenen Laudaer Handwerksfamilie – sein Vater hatte eine Glaserei – vorgezeichnet zu sein, beschritt er nach einem Jahr an der Werkbank zäh und beharrlich seinen eigenen Weg. 1958 begann er als Inspektorenanwärter beim Landratsamt Tauberbischofsheim und legte 1961 die entsprechende Prüfung in Karlsruhe als Drittbester seines Jahrgangs ab. Nach einer zweijährigen Tätigkeit in der früheren badischen Residenzstadt, kehrte er Anfang 1961 nach Tauberbischofsheim zurück. Im Juli wurde er stellvertretender Kreiskämmerer und in dieser Funktion kurz vor der Kreisreform nach Bad Mergentheim entsandt. 1973 kam er wiederum nach Tauberbischofsheim und war zunächst für die Schulen verantwortlich, um 1975 Leiter des Amts für Kreiseinrichtungen zu werden und 1979 den Posten des Kreiskämmerers einzunehmen. Hermann Kaißling war immer ein Teamplayer, dem ein gutes und faires Miteinander wichtig war. Trotz seiner Korrektheit, die ihm sein Posten abverlangte, war er kein trockener Zahlenverwalter, sondern zeichnete sich durch Herzenswärme und Liebenwürdigkeit aus. Seinen Beruf hat Kaißling nie als Last, sondern als Traumjob betrachtet, für das Fingerspitzengefühl und Sensibilität notwendig waren.

Herz auf dem richtigen Fleck

In seine Amtszeit fiel auch der Kauf von Kloster Bronnbach durch den Kreis, für dessen Sanierungsfinanzierung viele Bittgänge und -gesuche notwendig waren. Dem Kloster und der dort herrschenden Atmosphäre war er immer tief verbunden und wurde im dortigen Bernhardsaal auch in den Ruhestand verabschiedet. Landrat Reinhard Frank hatte Hermann Kaißling damals so beschrieben: Hermann Kaißling war ein Kreiskämmerer par excellence, schlitzohrig, häufiger zäh als nachgiebig, bei Verhandlungen, doch immer ein Mann mit dem Herzen auf dem rechten Fleck.“

Der Trauergottesdienst mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Montag, 25. März, um 14 Uhr auf dem Bergfriedhof in Lauda statt.