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Eisenbahnstraße in Königshofen - Areal in der Messestadt jetzt offiziell seiner Bestimmung übergeben

„Ein städtebauliches Leuchtturmprojekt“

Von 
Peter D. Wagner
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Die neugestaltete Eisenbahnstraße in Königshofen. © Peter D. Wagner

Nach Fertigstellung einer Komplettsanierung und Neugestaltung wurde die Eisenbahnstraße in Königshofen jetzt bei einer Vor-Ort-Besichtigung unter Regie von Bürgermeister Dr. Lukas Braun auch offiziell eingeweiht.

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Königshofen. Der vorher sehr schlechte Zustand des städtebaulichen Sanierungsgebietes „Eisenbahnvorstadt/Hexenstock“ in Königshofen sowie besonders der marode Fahrbahnbelag und die schadhaften Kanaleinrichtungen hatten die mittlerweile abgeschlossenen Erneuerungen in der Eisenbahnstraße notwendig gemacht.

Bereits 2014 geplant

Fakten und Zahlen

Die Eisenbahnstraße liegt im städtebaulichen Sanierungsgebiet „Eisenbahnvorstadt/Hexenstock“ in Königshofen.

Der Zuschlag für die Sanierungsmaßnahmen ging an die Firma Konrad-Bau aus Gerlachsheim mit einer Auftragssumme von rund 2 374 000 Euro für Kanal-, Wasserleitungs- und Straßenbau.

Das gesamte Investitionsvolumen für den Bau des Straßen- und Verkehrsbereichs, den Kanälen, Wasserleitungen und Beleuchtungen sowie Glasfasern belief sich auf 3,855 Millionen Euro.

Die darin enthaltene Fördersumme des Landes Baden-Württemberg aus Mitteln des Landessanierungsprogramms betrug etwa 700 000 Euro. Diese Pauschale errechnete sich auf Basis „Anlagen im öffentlichen Raum“ mit 250 Euro pro Quadratmeter.

Die Bauarbeiten für dieses Sanierungs- und Stadtentwicklungsprojekt wurden 2020 durchgeführt sowie nach knapp einjährigen Bauphase Ende Dezember weitgehend fertiggestellt und abgenommen. pdw

Zwar wurde bereits ab 2014 vom Ingenieurbüro Fernkorn und Klug aus Bad Mergentheim unter der Leitung des Tiefbauamts der Stadt Lauda-Königshofen eine Sanierung geplant, allerdings wurde das Sanierungsgebiet erst durch die Anfang Juni 2018 erfolgte Zusage einer Städtebauförderung aus dem Landessanierungsprogramm in Angriff genommen (wir berichteten).

Nach Ausschreibung wurden die Baumaßnahmen daraufhin im Juli 2019 an die Firma Konrad-Bau aus Gerlachsheim vergeben. Die Bauarbeiten für dieses aufwendige Sanierungs- und Stadtentwicklungsprojekt wurden 2020 durchgeführt sowie nach knapp einjährigen Bauphase Ende Dezember weitgehend fertiggestellt und abgenommen.

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Zur weiteren Steigerung der Attraktivität sowie Erlebnis- und Aufenthaltsqualität der bereits frisch sanierten Eisenbahnstraße wurden dort ab April unter anderem noch umfangreiche Baumpflanzarbeiten vorgenommen. Mit den insgesamt 32 neuen Bäume – 27 Säulenhainbuchen, vier Winterlinden und eine Rotbuche – sollte das Areal zum Start der Radfahr- und Wandersaison in zusätzlich neuem Glanz erstrahlen.

Zum Beispiel erzielen die 27 Hainbuchen mit ihrer alleeartigen Anordnung einen optisch ansprechenden Effekt. Ein großzügiger Tisch mit Bänken und der Brunnen regen direkt neben dem Bahnhaltepunkt zum Verweilen an, während die benachbarte Informationstafel viel Wissens- und Sehenswertes über die Messestadt Königshofen und deren Umgebung präsentiert.

Auch für spielerische Unterhaltung ist in diesem Sitz-, Rast- und Aufenthaltsbereich gesorgt: Ein neuer „Vier gewinnt“-Tisch aus robustem Material wird sehr gut angenommen, wie ebenso bei der Besichtigung und offiziellen Einweihung des Sanierungsprojektes vor Ort deutlich wurde.

Über 600 Meter Länge

Der Ausbaubereich der Eisenbahnstraße misst eine Länge von über 600 Metern vom Anfang der Bebauung im Süden bis zum Anschluss im Norden an den Fünf-Sterne-Radweg „Liebliches Taubertal – Der Klassiker“, von dem dieser Straßenabschnitt ein Teil ist.

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Neben den genannten Kanal-, Wasserleitungs- und Straßenbauarbeiten umfassen die Sanierungsmaßnahmen auch die Erneuerung der Beleuchtung in moderner, heller und energieeffizienter LED-Technik, die Vorverlegung eines Speedpipeverbandes bis in die Grundstücke sowie eine Erdverkabelung der Stromversorgung jeweils durch die Netze BW. Die Mitverlegung von Gashausanschlüssen wurde vom Stadtwerk Tauberfranken durchgeführt.

Im Bereich des Bahnhaltepunktes wurde die Überdachung zur Personenunterführung erneuert und ein überdachter Fahrradabstellplatz errichtet. Die Bushaltestelle wurde barrierefrei angelegt und ein Blindenleitsystem eingerichtet. Einhergehend wurde der Bereich mit hellem Pflaster als „Shared Space“ („gemeinsamer Raum“) angelegt, bei dem fußgängerzonenähnlich alle Verkehrsarten bei der Absenz von Fahrbahnmarkierungen oder Bordsteinen gleichberechtigt sind, wobei jedoch Vorfahrtsregeln weiterhin Gültigkeit besitzen.

Beidseitig des ehemaligen Bahnhofsgebäudes gibt es jetzt zwei großzügige Parkplätze. Ebenfalls neu angelegt und gestaltet wurden alle Randbereiche und Grünflächen. Dabei wurde spezifisch Lebensraum für Bienen und sonstigen Insektenarten durch Aussaat einer bunten Blumenwiesenmischung berücksichtigt.

Beiläufig zu allem entstanden bis zu sechs Gewerbeflächen auf der Westseite, die nun zum Verkauf stehen. Ein besonders markantes und aufwendiges Sanierungsobjekt eines Privatinvestors ist das ehemalige Lagerhaus. Außerdem hat die Firma Würth ein altes Hotel in der Eisenbahnstraße gekauft und saniert.

„Ich werde oft darauf angesprochen, dass die neu sanierte und gestaltete Eisenbahnstraße ein städtebauliches Leuchtturmprojekt ist“, berichtete Dr. Lukas Braun bei der offiziellen Einweihung im Beisein zahlreicher Gemeinderatsmitglieder und Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie Vertreter der beteiligten Planungs-, Ausführungs- und Bauunternehmen.

„Die Eisenbahnstraße steht damit nicht nur dem Verkehr, sondern auch den Anwohnern wieder komplett zur Verfügung“, unterstrich der Bürgermeister. „Alle beteiligten Akteure können stolz darauf sein, was hier geschaffen wurde“, bekräftigte Siegmar Scherer, Bauleiter und Prokurist der Konrad Bau.

Mit Ergebnis zufrieden

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, da wir hier in der Eisenbahnstraße ausreichend Raum zur Verfügung hatten, um auch gestalterische Aspekte umzusetzen“, ergänzte Oliver Litterer, städtischer Sachgebietsleiter „Tiefbau“.

„Das Design der Stadtmöblierung ist durchgehend aufeinander abgestimmt und mit den Überdachungen und der Straßenbeleuchtung abgestimmt. Der Platz um den wieder entdeckten und aufgemauerten Brunnen wird sehr gut angenommen“.

Zugleich hob Braun hervor, dass die Planungen und Maßnahmen für das Sanierungsgebiet „Hexenstock“ fortgesetzt werden. 2022 solle es voraussichtlich mit der Neugestaltung der Straße „Am Tuchweiher“ weitergehen.

Darüber hinaus könnte durch Fertigstellung der Sanierung und Umnutzung des ehemaligen Lagerhauses sowie eine mögliche Restauration des ehemaligen Bahnhofsgebäudes und Güterschuppens das gesamte Gebiet noch mehr zum Leuchtturmareal werden.

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