Deutsch-französische Freundschaft - Bürgermeister Maertens überreichte künstlerische Auftragsarbeit der Stadt Lauda-Königshofen an Boissys Bürgermeister Charbonnier Ein Bild als Ausdruck der Versöhnung

Von 
Peter D. Wagner
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Boissys Bürgermeisterstellvertreterin Claire Gassmann und Bürgermeister Régis Charbonnier (Erste und Zweiter von links) gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Maertens und „Dolmetscherin“ Luzia Schmitt vom Partnerschaftskomitee der Stadt Lauda-Königshofens bei der Überreichung eines Bildes zur deutsch-französischen Freundschaft. © Peter D. Wagner

Ein Gastgeschenk überreichte die Stadt Lauda-Königshofen an die Partnerstadt Boissy zur Erinnerung „100 Jahre Ende Erster Weltkrieg“.

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Boissy/Lauda-Königshofen. Ein ganz besonderes Gast- und Erinnerungsgeschenk der Stadt Lauda-Königshofen an die Partnerstadt Boissy-Saint-Léger überreichte Bürgermeister Thomas Maertens an seinen französischen Amtskollegen Régis Charbonnier im Anschluss an eine Gedenkfeier zum 100. Jahrestag „Ende Erster Weltkrieg“ (wir berichteten ausführlich).

Dabei handelt es sich um ein Bild des Bad Mergentheimer Malers und Fotografen Dr. Ulrich Jost sowie des Künstlers Norbert Gleich aus Lauda, Mitbegründer und Vorsitzender des Kunstkreises Lauda-Königshofen e.V., der auch die Idee und das Konzept für diese Gemeinschaftsarbeit hatte. Deren Schwerpunkt bildet die Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich. Diese „Versöhnung über den Gräbern“ wird im gesamten Bildraum zum Beispiel mit unterschiedlich großen Soldatengräbern sowie Kreuzen und Symbolen dargestellt.

Militärische Merkmale sind, jeweils am linken bzw. rechten Bildrand angeordnet, eine deutsche Pickelhaube und ein französischer Stahlhelm Typ „Adrian M 1915“. Symbolschwerpunkte des Kunstwerks bilden das Brandenburger Tor in Berlin, der Obelisk und Eiffelturm in Paris sowie verschiedene Ansichten aus beiden Hauptstädten. Ein weiteres Symbol auf dem Erinnerungsbild stellt eine Friedenstaube in der linken Bildhälfte dar, die den Friedenswillen beider Staaten bekunden soll.

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Ganz speziell als Zeichen der „Versöhnung über den Gräbern“ wurde die legendäre Handreichung des damaligen französischen Staatspräsidenten Francois Mitterrand und des einstigen deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl im Jahr 1984 vor dem Mahnmal auf einem deutschen Soldatenfriedhof bei Verdun als Silhouette eingearbeitet. Damals hatte in Consenvoye (Département Meuse) zum ersten Mal seit dem Ersten Weltkrieg ein französischer Staatspräsident einen deutschen Soldatenfriedhof besucht.

François Mitterrands damaliger Auftritt mit Helmut Kohl war von französischer Seite symbolische Geste eines Versuchs der Wiedergutmachung. Im selben Jahr waren zur 40. Jubiläumsfeier der Alliiertenlandung in der Normandie die seinerzeit noch geteilten Deutschen nicht eingeladen. Bearbeitet wurde die künstlerische Auftragsarbeit der Stadt Lauda-Königshofen unter anderem mit einem speziellen Computerprogramm, um die entsprechenden Effekte in Anlehnung an die in Paris entwickelte Technik der Frottage und Collage zu erzielen. Gedruckt wurde das Bild auf einen sogenannten Alu-Dibond-Träger.

Beeindruckt von Gastgeschenk

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Bürgermeister Régis Charbonnier, Claire Gassmann, zweite Bürgermeisterstellvertreterin, und Pierre Chavinier, vierter Beigeordneter des Bürgermeisters, die das Kunstwerk gemeinsam entgegennahmen, zeigten sich äußerst gerührt und beeindruckt von dem Gast- und Erinnerungsgeschenk.

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Das Bild werde im Rathaus der Stadt Boissy-Saint-Léger einen angemessenen Platz erhalten, um es auch den Bürgern sowie den Besuchern öffentlich zu präsentieren, kündigte Régis Charbonnier bei der Überreichung durch seinen deutschen Amtskollegen Thomas Maertens an.