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Volkstrauertag - Gedenkfeier auf dem alten Friedhof in Lauda erinnerte an die Opfer von Kriegen und Gewalt

Dunkle Vergangenheit darf nicht vergessen werden

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Bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem alten Friedhof in Lauda erfolgte auch die Kranzniederlegung. © Irmgard Jung

Lauda. November – Zeit für das jährliche Gedenken zum Volkstrauertag. Der Heimat- und Kulturverein Lauda (HKV) hat es sich zusammen mit der Reservistenkameradschaft Lauda und dem VdK Lauda zur Aufgabe gemacht, diesen Tag mit einer Gedenkfeier auf dem Alten Friedhof lebendig zu halten. Teilnehmer waren auch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr der Abteilung Lauda.

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Schon in seiner Begrüßung lenkte HKV-Vorsitzender Werner Hellinger den Blick auf die Corona-Schwierigkeiten, die bereits im letzten Jahr die geplante Gedenkfeier zu einer „Sparversion“ werden ließen und auch heuer dafür sorgten, dass die Durchführung „auf der Kippe stand“, doch haben die Initiatoren nicht resigniert; der Zuspruch der Anwesenden zeige, dass diese Erinnerungsandacht mittlerweile einen festen Platz in der Kernstadt Lauda einnimmt.

Dass viele Menschen in der heutigen Gesellschaft mit diesem Gedenktag mangels Wissen um seinen Sinngehalt nichts mehr anzufangen wissen, stellt Hellinger zum Auftakt seiner Fragen nach Akzeptanz des Volkstrauertages fest: „Brauchen wir ihn überhaupt, nachdem wir im eigenen Land schon über 70 Jahre in Frieden leben?“ Hellingers Antwort ist geradezu niederschmetternd mit dem Hinweis auf die Kriegs- und Krisenherde, die Deutschland umgeben, und auf die Flüchtlingsströme, die diesem von den Terrorgruppen verursachten Elend zu entrinnen versuchen. „Auch unsere Verwundbarkeit und Hilflosigkeit durch den Terror religiöser Fanatiker selbst in den westlichen Demokratien zeigt uns die eigene Ohnmacht“ sagte der Redner. Den Volkstrauertag nennt Hellinger folglich ein zeitloses und wichtiges Erbe auch für künftige Generationen. „Das Gedenken an die beiden großen Kriege des 20. Jahrhunderts und ihre unzähligen Opfer ist in Europa zur Tradition geworden, mehr noch, zu einer humanitären Verpflichtung, der wir uns nicht entziehen dürfen“, stellt Bürgermeister Dr. Lukas Braun fest, und nennt sie „einen wesentlichen Bestandteil unseres Lebens“.

Die dunklen Seiten der Geschichte weder abzustreifen und zu vergessen oder gar zu verdrängen „würde bedeuten, unsere eigenen Wurzeln abzuschneiden“. Zahllose Erinnerungsstätten an Verbrechen der Machthaber in Europa, sei es der Holocaust, seien es Menschen wie Juden, Sinti, Roma – sie seien untergegangen in bewusster Überwucherung unter Gras, Büschen, Bäumen, Wäldern – sie sollten vergessen werden, die Jahre lang an den Rand Gedrängten und Totgeschwiegenen. „Wir dürfen nicht verzagen und müssen alle unsere Kräfte aufbieten, um uns dem Vergessen und Verdrängen entgegenzustemmen und auf diese Weise die liberale Demokratie vor Schaden zu bewahren“, gibt Dr. Braun zu bedenken.

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Diakon Willi Schnurr erinnerte in seinen Worten an „den wichtigen und überaus wertvollen Sinn des Volkstrauertages, namentlich dieser Gedenkfeiern. Mehr denn je geht es darum, gegen das Vergessen anzugehen und daran zu erinnern, was durch Unfriede, Hass und Gewalt hervorgerufen wurde, wo Humanität und Mitmenschlichkeit mit Füßen getreten und so die Gesetze Gottes und der Natur missachtet wurden. Unaussprechliches Leid und Zerstörung waren die Folgen“. Schnurr sprach anschließend noch Fürbitten, in die er die Anwesenden einschloss, und beendete sie mit dem Schlusssegen.

Einen würdigen Rahmen erhielt die Gedenkfeier mit dem Lied „Selig seid ihr“ und dem „Vater unser“, gesungen vom gemischten Chor der katholischen und evangelischen Kirche unter Leitung von Hildegard Schmitt, und von der Musikkapelle Oberlauda unter Leitung von Maximilian Mohr mit dem Choral „Näher mein Gott zu dir“, „Ich hatt’ einen Kameraden“ und der Nationalhymne, mit der sie die Kranzniederlegung begleitete. irg

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