Nachwahl in Lauda-Königshofen - Im zweiten Wahlgang gewinnt der 38-Jährige hauchdünn und holt 50,1 Prozent der Stimmen Dr. Lukas Braun ist neuer Bürgermeister

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Thomas Schreiner
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Bürgermeisterwahl in Lauda-Königshofen: Die Ergebnisse des zweiten Wahlgangs am Sonntag, 29. März 2020 (Tabelle korrigiert am 31. März 2020, siehe Artikel ""Turbulenzen" wegen Briefwählern"). © FN

Dr. Lukas Braun tritt Anfang Mai das Amt des Bürgermeisters von Lauda-Königshofen an. Im zweiten Wahlgang holte er sich 50,1 Prozent der Stimmen.

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Lauda-Königshofen. Das Ergebnis ist hauchdünn. Mit nur 50 Stimmen Vorsprung hat Dr. Lukas Braun am Sonntag die Nachwahl zum Bürgermeister gewonnen. Nachdem Georg Wyrwoll vor 14 Tagen die meisten Stimmen auf sich vereinte, sicherte sich diesmal Dr. Braun nach einer Aufholjagd im zweiten Wahlgang mit 50,1 Prozent der abgegebenen Stimmen nicht nur die einfache, sondern auch gleich die absolute Mehrheit, wenn auch nur denkbar knapp. Er tritt damit Anfang Mai die Nachfolge des bisherigen Bürgermeisters von Lauda-Königshofen, Thomas Maertens, an, der sich nach 16 Jahren nicht mehr zur Wahl stellte.

Georg Wyrwoll, der vor zwei Wochen noch mit 48,2 Prozent und damit rund 20 Prozentpunkten mehr als Braun auf Platz eins landete, erreichte im Nachgang 49,3 Prozent. Der dritte verbliebene Kandidat, Michael Maragudakis, verlor zur ersten Wahl am 15. März 1,7 Prozent und landete abgeschlagen mit diesmal nur 37 Stimmen auf Platz drei.

Kurz nach 19 Uhr verkündete Bürgermeister Thomas Maertens das vorläufige Endergebnis vor dem Rathaus in Lauda. Die Bekanntgabe wurde per Webcam über die Homepage der Stadt Lauda-Königshofen übertragen, nachdem zurzeit keine öffentlichen Versammlungen erlaubt sind und deshalb die sonst übliche Bekanntgabe im Rathaus bzw. auf dem Marktplatz ausfallen musste.

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Es waren deshalb auch nur wenige Bürger, darunter einige Stadträte anwesend, die sich in gebührendem Abstand rund um Bürgermeister Thomas Maertens sowie den einsam in der Mitte stehenden Wahlsieger postierten. Der Urnengang war wegen der Corona-Pandemie nur unter größten Schwierigkeiten möglich, da zuletzt das bundesweit geltende Versammlungsverbot für alle Kandidaten nicht nur öffentliche Auftritte und Termine verhinderte, sondern auch die Stadt die Bevölkerung dazu aufgerufen hatte, von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch zu machen. Diesem Ratschlag folgten auch 4824 Bürger.

Lediglich 1262 Bürger gaben ihre Stimme im Wahllokal ab. Die Wahlbeteiligung lag im zweiten Wahlgang ähnlich niedrig wie im ersten bei 52,5 Prozent (am 15. März waren es 52,2 Prozent). Da es keine öffentliche Feier gab, ließ Landrat Reinhard Frank über den noch amtierenden Bürgermeister Thomas Maertens ein Grußwort verlesen. Darin wünschte der Landrat dem neuen Bürgermeister alles Gute und eine glückliche Hand.

Stellungnahmen

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In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Dr. Braun gegenüber den FN „sehr perplex“, da es eine sehr knappe Entscheidung gewesen sei. Er war gleichzeitig aber auch froh, dass dieser Wahlkampf nun vorbei sei. Er sehe die Herausforderungen, die nun auf ihn zukommen, vor allem jetzt erst einmal nach der Corona-Krise, die sicherlich eine Rezession mit sich bringen würde.

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Als eine wichtige Aufgabe sehe er es jetzt, die Gräben der Vergangenheit zu überbrücken. Es gelte nun, als Stadt handlungsfähig zu bleiben und den Bürgern während der Rezession beizustehen. „Ich kämpfe immer bis zum Schluss“, antwortete er lächelnd, auf die sehr knappe Entscheidung angesprochen. „Ich bin jetzt aber erst einmal sehr glücklich“, so Dr. Braun abschließend, der von Bürgermeister Maertens stellvertretend für seine Frau einen Blumenstrauß entgegennehmen durfte.

Georg Wyrwoll zeigte sich in seiner Stellungnahme enttäuscht über den knappen Ausgang. „Ich hätte gerne die Zukunft dieser Stadt mitgestaltet“, kommentierte er kurz. Gleichzeitig würdigte Wyrwoll den vielfältigen Zuspruch, den er während seines Wahlkampfs von vielen Bürgern erfahren habe, ebenso dankte er seinen Unterstützern. Dem neuen Bürgermeister wünschte er alles Gute.

Thomas Maertens, noch bis 2. Mai Amtsinhaber, blickte in einem Statement gegenüber den FN auf einen „sehr heftigen Wahlkampf“ zurück, der seinen Höhepunkt in einer noch nie da gewesenen „Leserbriefschlacht“ erreicht hätte. Die Stadt strotze vor Kraft. Sein Nachfolger habe jetzt die Aufgabe, den Folgen der Corona-Krise zu begegnen. Welche Auswirkungen diese momentane Krise auf die Stadtfinanzen habe, könne er noch nicht sagen.

Video vom Wahlabend

Vom Wahlabend im Rathaus Lauda-Königshofen gibt es auch einen FN-Video im fnweb sowie auf dem YouTube-Kanal der Fränkischen Nachrichten. Darin kommt unter anderem auch der neue Bürgermeister, Dr. Lukas Braun, in einer ersten Stellungnahme zu Wort.

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