AdUnit Billboard
Mehrgenerationenhaus - Unter dem Motto „Wir gehen online“ soll es ab Februar ein Digitalisierungsprojekt für ältere Mitbürger geben

Digitalisierungsprojekt für Senioren am Mehrgenerationenhaus in Lauda-Königshofen

Mit Unterstützung der Wolfgang und Margot Schneider Stiftung soll ab Februar ein Digitalisierungsprojekt für Senioren am Mehrgenerationenhaus Lauda-Königshofen eingerichtet werden.

Von 
Peter D. Wagner
Lesedauer: 
Freuen sich über die Spende der Wolfgang und Margot Schneider Stiftung (WMS) von sieben Tablets für ein Digitalisierungsprojekt am Mehrgenerationenhaus (MGH) Lauda-Königshofen zu Gunsten von Senioren sowie von Zubehörpakten für die PC-Spendenaktion „Hey, Alter!“ (von links): Karolina Podlech, Veronique Link und Stefan Heidrich vom Mehrgenerationenhaus mit Stiftungskuratoriumsmitglied Dr. Fuad Maghary und Stiftungsvorstand Wolfgang Lachermund-Schneider. © Peter D. Wagner

Lauda-Königshofen. Anwendungen der Digitalisierung wollen Akteure des Mehrgenerationenhauses der Stadt Lauda-Königshofen vor allem auch Menschen im Seniorenalter vermitteln. Ein entsprechendes Angebot ist derzeit in der Vorbereitungsphase und soll den Planungen nach voraussichtlich im Laufe des Februars 2022 mit Beginn des zweiten Schulhalbjahrs gestartet werden.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung hat eine Mehrheit der Senioren in Deutschland noch große Defizite hinsichtlich digitaler Kompetenzen sowie Hemmschwellen im Erlernen der Anwendungen mit Smartphone, Tablet, Notebook oder Computer. Unter den 60- bis 69-Jährigen fühlen sich lediglich 41 Prozent sicher oder sehr sicher, was den Umgang mit dem Internet betrifft, bei den über 70-Jährigen gaben dies sogar nur rund jeder Dritte (36 Prozent) der Befragten an.

Wichtig für Senioren

„Digitalisierung ist nicht nur eine Technologie, sondern eine neue Form des Lebens, des Denkens, des Arbeitens und des Organisierens“, zitierte in einem Pressegespräch die neue Leiterin des Mehrgenerationenhauses (MGH) der Stadt Lauda-Königshofen, Karolina Podlech, den Zukunftsforscher Professor Dr. Thomas Druyen. Dieser meine, dass für die ältere Generation der erfolgreiche Gebrauch vergleichbar mit dem Beherrschen einer Fremdsprache sei, während es für die Jungen eine Muttersprache bedeute. „In den nächsten 30 Jahren wird die Digitalisierung unsere Welt stärker verändern als die Industrialisierung es in drei Jahrhunderten getan hat“, ist Podlech gemäß den Prognosen dieses Zukunftsforschers überzeugt.

Unter dem Motto ,,Wir gehen online“ greift das Mehrgenerationenhaus mit dem Digitalisierungsprojekt dieses eminent wichtige Thema auf, um älteren Menschen die Chance zu bieten, sich für diese Trends zu wappnen und mithalten zu können. Unterstützt wird das Projekt insbesondere von der gemeinnützigen Wolfgang und Margot Schneider Stiftung (WMS) aus Pfedelbach (Hohenlohekreis) sowie ehrenamtlich von dem Computerexperten und Systemadministrator Stefan Heidrich aus Lauda.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

„Die im Dezember 2020 gegründete WMS fördert schwerpunktmäßig soziale und regionale Vorhaben zugunsten von Kindern, Jugendlichen, alten Menschen oder Behinderten sowie auch generationenübergreifend“, erklärten Stiftungsvorstand Wolfgang Lachermund-Schneider und Dr. Fuad Maghary aus Lauda-Königshofen, der mitsamt Clarry Bartha und Dr. Ludwig Liebstückel (beide aus Boxberg) dem Stiftungskuratorium als Beratungsgremium angehört. Die Stiftung sei vor allem aufgrund verschiedener Projekte im Bereich der Jugend- und Seniorenhilfe auf das Mehrgenerationenhaus Lauda-Königshofen aufmerksam geworden. Für das geplante Digitalisierungsprojekt stellte die WMS jetzt sieben neue und vollausgestattete Full-HD-Plus-Tablets zur Verfügung.

Stefan Heidrich initiierte im Januar 2021 die seither von ihm geleitete sowie inzwischen ebenfalls im Mehrgenerationenhaus beheimatete und aktive Regionalgruppe „Taubertal“ der Initiative „Hey, Alter!“. Deren Ziel ist es, einerseits abgeschriebene, aussortierte oder weggestellte sowie andererseits noch funktionsfähige Desktops, Notebooks oder Tablets unter der Devise „Zusammenbringen, was zusammengehört“ an Kinder und Jugendliche weiterzugeben, die bislang keinen eigenen Rechner besitzen sowie daher nicht oder nur eingeschränkt an E-Learning oder Homeschooling teilnehmen konnten (wir berichteten).

Weiterer Kooperationspartner bei dem avisierten Digitalisierungsvorhaben ist unter anderem die Gemeinschaftsschule Lauda-Königshofen. „Schüler und Jugendliche unterstützen Senioren bei der Nutzung und dem Umgang von digitalen Geräten. Somit lernen die älteren Menschen viele Anwendungsmöglichkeiten zum Beispiel von Tablets, Laptop und Smartphones“, erläuterten die Akteure und Förderer des Digitalisierungsprojektes am Mehrgenerationenhaus. Einhergehend schütze dies vor Isolierung oder Vereinsamung der Senioren und unterstütze deren Selbstbewusstsein bei der Anwendung bei neuen Medien. Umgekehrt seien die beteiligten Schüler gefordert, inklusive mit einer gemeinsam verständlichen Sprache, den Senioren digitale Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, was wiederum zu einer Stärkung der sozialen Kompetenzen der jungen Menschen beitragen könne.

Ein reines Sozialprojekt

„Im Laufe der Zeit wird sich zeigen und entwickeln, sowohl wie stark der Bedarf seitens der Senioren für dieses Angebot sein wird als auch wo die speziellen Interessen liegen“, betonten Heidrich und Podlech sowie Mehrgenerationenhaus-Mitarbeiterin und Projektmitwirkende Veronique Link. „Unser Projekt stellt keinesfalls eine Konkurrenz zu bestehenden Kursen anderer Anbieter dar, sondern ein reines Sozialprojekt in vollkommen anderer Atmosphäre“, unterstrichen sie zur Klarstellung. „Gleichzeitig sind wir dankbar für die Unterstützung, um vor allem älteren Bürgern etwas Neues offerieren zu können“.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Zusätzlich übergaben Wolfgang Lachermund-Schneider sowie Dr. Fuad Maghary im Namen der WMS 30 Pakete mit Zubehör, mit dem für die Initiative „Hey, Alter!“ gespendete Rechner technisch auf den neuesten Stand ausgerüstet und komplettiert werden können. Dazu zählen Full HD Webcams mit Mikrofonen sowie Multimedia Lautsprecher und WLAN-Ausstattung beispielsweise für Live-Streaming, Video-Konferenzen oder Online-Unterricht.

Ergänzend bietet Stefan Heidrich weithin jeden Dienstag von 18 bis 19 Uhr im Mehrgenerationenhaus in Lauda (Josef-Schmitt-Straße 26a) eine „Computersprechstunde“ an (Anmeldung: Telefon 09343/5015950 oder per E-Mail: mgh@lauda-koenigshofen.de). Dort kann sich jeder hinwenden, der Fragen zu seinem PC hat. Darüber hinaus beabsichtigt er, nach Start des Digitalisierungsprojektes regelmäßig einmal wöchentlich eine Sprechstunde zum Thema „Internet“ für alle Interessenten anzubieten und durchzuführen.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1