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Leserbrief - Zum Bericht „Erst die Fahrgäste, dann die Infrastruktur“ (FN, 29. April) „Die Kritik an Bürgermeister Dr. Braun ist mir ein Rätsel“

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© Fotolia/mapoli-photo

Gerade in der heutigen Zeit sollten alle Möglichkeiten im Bereich Energiewende und Verkehr in Betracht gezogen werden, um auf öffentliche Verkehrsmittel zurückzugreifen. Dazu gehört zum einen ein entsprechendes Fahrplanangebot, aber auch die entsprechende Infrastruktur.

Im Bezug auf die Strecke Lauda – Osterburken wurde ohne Zweifel mit der Verlängerung des Probebetriebes ein wichtiger Schritt erreicht. Trotzdem gebe ich Bürgermeister Dr. Lukas Braun (Lauda-Königshofen) absolut recht mit seiner Aussage, dass die nötige Infrastruktur fehlt.

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Will man aus Königshofen nach Osterburken fahren, muss man mit dem Bus oder einem Zug erst nach Lauda fahren, um dort in den Zug nach Osterburken einsteigen zu können. Dieser wiederum fährt einige Minuten später wieder durch Königshofen – allerdings an einem Gleis, an dem kein Bahnsteig vorhanden ist.

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Veröffentlicht
Von
Ralf Scherer
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Weitere Orte wie Sachsenflur, Unterschüpf, Schweigern, Uiffingen oder Hirschlanden liegen direkt an der Bahnstrecke, der Zug fährt durch oder vorbei – aber hält nicht. Von diesen Orten muss man erst wieder nach Lauda, Boxberg, Eubigheim oder Rosenberg kommen, um den Zug nutzen zu können.

Das sind einfach keine guten Voraussetzungen und für viele keine echte Option, um auf den Zug zurückzugreifen.

Mir ist wohl bewusst, dass es Zeit und Geld kostet, Haltepunkte entlang der Strecke zu bauen. Das ist aber das Ergebnis aus der jahrelangen Spar- und Rückbaupolitik der Bahn (aber auch von Bund und Land).

Man darf sich daher auch nicht wundern, wenn die geforderte Fahrgastzahlen unter den gegebenen Umständen nicht erreicht werden (dadurch wäre das Projekt wohl gescheitert).

Daher müssen neben der Freude über die Vertragsverlängerung auch Dinge angesprochen und angekurbelt werden, die wichtig sind, um das Projekt am Leben halten zu können.

Nichts anderes hat Dr. Lukas Braun gemacht. Wieso er nun sowohl von Landrat Brötel (Neckar-Odenwald-Kreis) als auch von Bürgermeisterkollege Rippberger (Mudau) kritisiert wird, ist mir ein Rätsel. Man sollte die Meinung von Dr. Braun lieber für Ideen und Lösungen aufnehmen.

Ich frage mich, warum die Reaktivierung von ehemaligen Haltepunkten nicht schon früher aufgegriffen und angekurbelt wurde? Vielleicht wäre sogar eine Lösung mit „provisorischen“ Bahnsteigen ausreichend gewesen, um einen Testbetrieb mit realistischen Zahlen zu erzielen.

Nehmen wir das Beispiel S-Bahn Rhein-Neckar, mit der man von Osterburken über Heidelberg, Mannheim bis nach Homburg (Saar) fahren kann. Dieses Konzept hat sich seit vielen Jahren bewährt. Unter anderem auch, weil alle Orte, die an der Strecke liegen, bedient werden und entsprechende Haltepunkte mit Bahnsteigen gebaut wurden.

Sehen wir die Testphase als große Chance für den Schienenverkehr in unserer Region, aber dann sollten wir diese auch nutzen und alle Möglichkeiten ausschöpfen, damit es auch eine realistische Chance bleibt.

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