Martin-Schleyer-Gymnasium - Alle reden vom Bienensterben, die Schüler der pädagogischen Einrichtung tun aktiv etwas dagegen Die Imkerei von der Pike auf lernen

Lesedauer: 

Die Herren (von links nach rechts) Roser (Leiter der Imker-AG), Gehring (Bienensachverständiger) und Dr. Gernert (Schulleiter) im Kreise der Jungimker des MSG bei der Standortsuche für die bald bewohnten Bienenstöcke.

© MSG

Alle reden von einem drohenden Bienensterben. Tatsächlich gibt es aber zumindest in der Bundesrepublik Deutschland berechtigte Hoffnung für diese überaus nützlichen Insekten.

AdUnit urban-intext1

Lauda-Königshofen. Sowohl die Zahl der Imker als auch die Zahl der von ihnen betreuten Bienenvölker wächst in Deutschland seit 2006 langsam wieder an. Allerdings gibt es einen erheblichen Nachholbedarf und die 800 000 Bienenvölker in Deutschland produzieren nur 20 Prozent des in Deutschland verzehrten Honigs.

Aktiver Beitrag

Das Martin-Schleyer-Gymnasium in der Eisenbahnerstadt Lauda leistet seit diesem Schuljahr einen Beitrag dazu, dass sich dieses Verhältnis bessern kann.

Insgesamt acht Jungen und Mädchen haben in einer Imker-AG begonnen, alles vorzubereiten, damit nach den Osterferien die ersten vier Bienenvölker am MSG einziehen und sachgerecht betreut werden können.

AdUnit urban-intext2

Mit der Imker-AG fügt das Martin-Schleyer-Gymnasium auch einen weiteren Baustein in sein pädagogisches Konzept mit außerschulischen Kooperationspartnern aus der heimatlichen Region. Die Schüler lernen von Fachleuten.

Vor Ort überzeugt

Bernhard Gehrig, Leiter des Lehrbienenstandes des Imkervereins Taubergrund und veterinäramtlich bestellter Bienensachverständiger, überzeugte sich bei einem beratenden Besuch von der Qualität dieser Vorarbeiten.

AdUnit urban-intext3

Hierbei sprach er auch eine Empfehlung für die Aufstellung der Schulbienen auf dem Flachdach der Schule aus.

AdUnit urban-intext4

Der Leiter der Imker-AG, H. Roser, legt großen Wert darauf, dass die Kinder beim Imkern nicht nur zusehen und mithelfen, sondern gleichzeitig eine komplette Imker-Basisausbildung erhalten, die sie nach einigen Jahren in die Lage versetzen soll, selbständig einen Bienenstand aufzubauen und zu betreuen. Die Kinder lernen kennen, wie der Honig von der nektarspendenden Blüte an entsteht, sie verfolgen sein Werden bis zum Verkauf im Glas. Die Imker-AG öffnet dabei auch den Blick für das soziale Miteinander, Einsatzbereitschaft, Sorgfalt und Frustrationstoleranz, aber auch auf Umsatz und Gewinn.

Wissensförderung

Das biologische Wissen wird gefördert und die Teilnehmer für Zusammenhänge im Naturhaushalt sensibilisiert. Eben Bildung durch Praxis und damit eine vorzügliche Erweiterung der Angebote am G9-Gymnasium in Lauda-Königshofen.

Schulleiter Dr. Gernert begrüßt die Möglichkeit zum fach- und klassenübergreifenden Lernen und verantwortungsvollen Arbeiten. Die Imker-AG könne in seinen Augen sinngebend auf die Freizeitgestaltung von Kindern und damit ausgleichend im häufig digitalisierten Alltag einwirken.

Der Schulleiter wünscht der neuen AG erfolgreiches Gelingen und erhofft sich, dass das MSG zu seinem 50. Geburtstag in zwei Jahren mit einer eigenen Honigmarke aufwarten kann.

Auch für die neuen Fünftklässler des Schuljahres 2017/18 sind schon jetzt vier der begehrten Plätze in der Imker-AG reserviert.

Interesse anmelden

Wer unter den Viertklässlern, die am 25. März zusammen mit ihren Eltern das MSG besichtigen werden, daran Interesse hat, kann also mit etwas Glück in einigen Monaten in den Kreis der Jungimker aufgenommen werden. msg