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Leserbrief - Zum geplanten Bau der Abfallaufbereitungsanlage in Gerlachsheim

„Die betroffene Bevölkerung ließ man außen vor“

Von 
Leserbrief-Schreiber: Gerold Sondej
Lesedauer: 
© Fotolia/mapoli-photo

Der Lenkungskreis der „Bürgerinitiative für ein lebenswertes Gerlachsheim“ hatte schon zweimal zum monatlichen „Bauzaun-Spaziergang“ um das Gelände von Konrad Bau aufgerufen. Im November und Dezember haben diese „Spaziergänge“ mit großer Resonanz stattgefunden.

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Der „Bauzaun-Spaziergang“ für Januar war bereits für Montag, 18. Januar, geplant, beantragt und genehmigt. Der Lenkungskreis der BI hat sich nun aber aufgrund der Pandemie-bedingten Situation entschlossen, die Demonstration zu verschieben.

Die betroffene Bevölkerung hat während der vergangenen fünf Jahre gegen den Bau der Abfallaufbereitungsanlage am Standort Pfützenäcker vieles unternommen. Wir sind enttäuscht darüber, dass die Verwaltungsgerichts-Urteile die Auswirkungen für unseren Ort nicht entschieden haben. Die Beilegung des Konfliktes um dieses Bauvorhaben wurde von den Gerichten sachgemäß dem „Verwaltungshandeln auf lokalen politischen Ebenen“ zugeordnet. Aber anstatt sich dieser Zuständigkeit und Verantwortung zu stellen, zeigten sich die politischen Akteure im Rathaus Lauda-Königshofen und im Landratsamt Tauberbischofsheim unwillig, im Sinne dieser Urteile zu handeln.

Widerspricht es nicht dem Wesen einer Demokratie, dass die sich wehrende Bevölkerung gänzlich durch die Maschen fällt? Die monatlichen „Bauzaun-Spaziergänge“ sind deswegen eine Möglichkeit, unserer Klage über all dies Ausdruck zu verleihen.

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Für uns Bürger ist unverständlich, dass ein Unternehmen am so offensichtlich falschen Standort bauen darf. Einer Entscheidung im Gemeinderat, der Standort Pfützenäcker sei politisch nicht mehr vermittelbar und es bedürfe eines alternativen Standorts, sind unter dem Altbürgermeister keine zielführenden Taten gefolgt. Erst mit Dr. Lukas Braun begann man mit der eigentlichen Suche.

Auch ein Unternehmen sollte die Empfehlung des Runden Tisches (an dem es selbst vertreten war!) berücksichtigen und sich an die daraus folgende Entscheidung, die im Gemeinderat gefällt wurde, halten und der Suche nach einem alternativen Standort die notwendige Zeit geben. Schon aus Fairnessgründen und aus ethischen Aspekten sollte Konrad Bau das ihm zugesprochene Baurecht nicht einfach brachial durchsetzen.

Wir fordern Einhalt! Diese Anlage darf hier nicht gebaut werden!

Der angebliche Kompromiss, den die Firma anbietet, fünf Jahre lang nicht mehr als 50 000 Tonnen Material/Abfall zu verarbeiten, erfordert seitens der Firma nicht, ihre Position zu ändern, um uns entgegenzukommen. Ihre Haltung wird dem Wesen eines „Kompromisses“ im Kern nicht gerecht: Die Firma vergibt sich dabei nichts, da sie selbst davon ausgeht, in der Aufbauphase gar nicht mehr verarbeiten zu können.

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Als Teilnehmerin an der Gesprächsrunde des neuen Bürgermeisters sollte auch die Firma darauf vertrauen, dass mit der neuen Stadtverwaltung das angestrebte Ziel, einen alternativen Standort zu finden und zu realisieren, umgesetzt werden kann.

Wir wissen und akzeptieren natürlich, dass auch Konrad Bau betriebswirtschaftlich arbeiten muss. Und, keine Frage, grundsätzlich akzeptieren wir auch eine Abfallaufbereitungsanlage als Beitrag zum Schutz der Umwelt, allerdings nicht an diesem Standort.

Aber: An den vielen Fehlentscheidungen und dem flächendeckenden Versagen (nicht nur in Sachen Kommunikation), das zur Genehmigung einer solchen Anlage hier an den Pfützenäckern geführt hat, war neben dem ehemaligen Bürgermeister und dem Landratsamt maßgeblich auch die Firma Konrad Bau beteiligt. Und Konrad Bau will nun mit dem Bau beginnen. Nur: die betroffene Bevölkerung ließ man außen vor. Die soll nun aber die Folgen tragen, und alle diejenigen, die es verbockt haben, gehen ungestraft vom Platz?

Noch wäre Zeit, dem Ganzen die Spitze zu nehmen, dem Spuk ein Ende zu bereiten! Wir werden so lange hier weiter unseren kreativen Protest vorbringen, bis klar ist, dass es diese Anlage am Standort Pfützenäcker nicht geben wird. Das sind wir unseren Mitmenschen, den Bewohnern von Gerlachsheim, und der Zukunft unseres Ortes schuldig!

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