Hobby - Der Oberbalbachers Robert Heidinger züchtet in seiner Freizeit Vögel Bunte Vielfalt in den Volieren

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Peter D. Wagner
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Eine bunte (Vogel-)Vielfalt herrscht in den Volieren von Robert Heidinger in Oberbalbach. © Peter D. Wagner

Die Zucht von Vögeln ist ein leidenschaftliches Hobby von Robert Heidinger in Oberbalbach.

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Oberbalbach. Begonnen hat im Grunde alles damit, dass sein Vater Erwin als kleiner Junge zunächst heimlich, versteckt in der Scheune, Tauben hielt und sich im Laufe der Zeit zunehmend auf Rassetauben sowie nebenher auf Fasane und Hasen spezialisierte. Sohn Robert bekam als achtjähriger Junge einen Wellensittich geschenkt und kaufte etwas später einen zweiten Sittich hinzu. Zudem half er seinem Vater, der neben dem Hauseingang den ehemaligen Schweinestall zu einer Vogelvoliere, unter anderem für Zebrafinken, Kanarienvögel sowie weitere Wild- und Exotik-Vogelarten, ausbaute.

Immer weiterentwickelt

Robert Heidinger begann 16-jährig, vor allem Wellen- und Großsittiche zu züchten. Unterdessen habe sich die Vogelzucht immer weiterentwickelt, es sei eine Voliere nach der anderen hinzugekommen, erzählt er. Mittlerweile befinden sich 14 große Vogelvolieren 15 Zuchtkästen und einige Kleinvolieren auf dem Anwesen in Oberbalbach. Dort leben derzeit etwa 25 Vogelarten, darunter 16 verschiedene Klein- und Großsitticharten, mit insgesamt rund 100 Tieren.

Dazu zählen neben verschiedenfarbigen Wellensittichen zum Beispiel Nymphensittiche, Prachtrosellas, Pennant- Katharina- und Königssittiche sowie einige Groß-Papageienarten wie Neuguinea-Edelpapagei und Grünzügelpapagei. Vier unterschiedliche Fasanensorten wie etwa Amherstfasane und Königsfasane ergänzen das vielfältige ornithologische Spektrum.

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Bereits mit etwa zehn Jahren züchtete und verkaufte Heidinger zur Aufbesserung seines Taschengeldes ebenso wie sein Vater Rasse- und Brieftauben. „Mein Vater hat einerseits manche Tauben geschlachtet sowie andererseits bessere und wertvollere Exemplare veräußert. Und zusätzlich hielt er sich selber bis zu rund 40 Brieftauben“, erinnert sich Robert Heidinger, der noch heute einige wenige Brieftauben hält. „Wir können sie jedoch nicht ins Freie loslassen, weil sie ansonsten sofort hier am Ort oder in näherer Umgebung von Falken gejagt, erlegt und gefressen werden“, berichtet er aus leidiger Erfahrung. So seien vor drei Jahren an einem einzigen Tag drei Exemplare zur Beute und Opfer von Falken geworden. „Damit war bis auf die restlich verbleibenden annähernd 15 Rassetauben Schluss mit dem Freilassen und Aussenden von Brieftauben“, erklärt der Vogelliebhaber, der zuvor bis zu 60 Stück dieser Spezies besaß.

Sein Vater Erwin züchtete bis etwa zu seinem 75. Lebensjahr Tauben, bevor er die Vögel an seinen Enkel und Robert Heidingers Sohn Daniel weitergab, der schon ab Kindesbeinen an sich dafür interessiert und früh geholfen hatte. Damit befindet sich die Vogelhaltung und -zucht der Familie Heidinger inzwischen bereits in dritter Generation. Auch Daniels Schwester Verena habe sich als Kind sehr gern und interessiert mit Tauben befasst sowie sie anstelle Puppen noch dazu gebadet, fügt Robert Heidinger schmunzelnd hinzu.

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Als speziellen Ansporn bei der Zucht nennt er besonders die Diversitäten der Farben und Aussehen der Vögel. Das Hobby sowie die Leidenschaft für Zucht und Halten der Tiere bezeichnet er als ausgleichende Alternative zu seinem beruflichen Büroalltag. Dazu gehören außerdem immer wieder Besuche von großen Vogelbörsen mit Ausstellern, Züchtern und Gästen teilweise aus ganz Deutschland oder sogar aus dem europäischen Ausland.

Nicht das einzige Hobby

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Vögel sind hingegen nicht sein einziges Hobby, denn darüber hinaus schmücken über 70 Kübelpflanzen das Anwesen der Familie Heidinger. „Jede davon ist aus einem Ableger oder Samen entsprungen, die meine Frau und ich in einem Urlaub gesammelt und daraus mitgebracht haben“, erläutert er sichtlich stolz. Um Platz für die Überwinterung einiger exotischer und frostempfindlicher Pflanzen- oder Vogelarten zu schaffen, sei der alte Gewölbekeller des Gebäudekomplexes tiefer gelegt und ausgebaut worden. Die liebevoll detaillierte und schmucke Gestaltung und Pflege der geräumigen Gartenanlage am Hang oberhalb des Wohnhauses sind ebenfalls leidenschaftliche Freizeitaktivitäten des Ehepaars Heidinger.

„Menschen, die sich Vögel zulegen möchten, müssen sich bewusst sein, sie langfristig besitzen zu wollen sowie Arbeit auf sich zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen“, hebt Robert Heidinger hervor. „Vor allem Papageien werden oft so alt, dass sie manchmal mehrere Besitzerwechsel aus Altersgründen erleben müssen“, gibt er zu bedenken. Unbedingt zu beachten sei auch, dass Vögel nicht als Einzeltiere gehalten werden sollten.

„Interessenten können uns nach vorheriger Terminabsprache auch gerne persönlich besuchen sowie die Nachzuchten und Volieren besichtigen als auch bei Fragen mit uns Kontakt aufnehmen“, betont Heidinger.

Von Besichtigungsmöglichkeiten Gebrauch gemacht haben längst nicht nur zahlreiche Einzelbesucher, Kinder oder Familien aus der Region und darüber hinaus, sondern auch Besuchergruppen. Zudem bot Familie Heidinger 2010 beim Festwochenende anlässlich 750 Jahre Oberbalbach einen „Tag der offenen Tür“ zur Besichtigung ihrer Vogelvolieren und der vielen Vogelexemplare.