Kunst - Rudi Neugebauer zaubert mit der Installation „Lasst Blumen sprechen“ ein Lächeln auf die Gesichter der Passanten Blumige Grüße aus der Marienstraße

Von 
Diana Seufert
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Die neue Installation von Rudi Neugebauer unter dem Motto „Lasst Blumen sprechen“ ist in der Altstadt von Lauda zu sehen. © Wolfgang brieden

Bunte Gießkannen, aus denen Blumen sprießen: Die Installation „Lasst Blumen sprechen“ von Rudi Neugebauer zaubert ein freudiges Lächeln auf die Gesichter der Passanten.

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Lauda. Blau oder grün, rot oder orange – die kräftigen Farben passen perfekt in den aktuellen Frühling. Wer derzeit durch die Marienstraße in Lauda läuft, kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Die Mundwinkel gehen beim Anblick des Kunstwerks unwillkürlich nach oben. An dünnen Seilen zwischen den Häusern sind Gießkannen aufgereiht, aus denen Rosen und Tulpen, Gerbera und Forsythien sprießen. Dazwischen „verstecken“ sich einige Raben, mit einem Blumengruß in den Krallen. In Corona-Zeiten mit den vielen Einschränkungen eine schöne Abwechslung.

Gießkannen bemalt

Initiator des Projekts mit dem Motto „Lasst Blumen sprechen“ ist Rudi Neugebauer. 36 Gießkannen, mit Acrylfarbe fröhlich-bunt und mit blumigen Motiven verziert, lassen aber kein Wasser auf die Passanten regnen, sondern Blütenträume. Die Plastikblumen hat Neugebauer fixiert, schließlich soll die Installation zwei Jahre lang die Menschen erfreuen.

Die handelsüblichen Gießkannen, die bei vielen im Garten oder auf der Terrasse stehen und zum Gießen von Blumen und Gemüse genutzt werden, haben für Neugebauer noch eine ganz andere Funktion: Die Installation des Künstlers will einen frischen Farbtupfer setzen.

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Angefangen hatte 2014 alles mit den Regenschirmen, die über die Straße hingen und zum Besucher- und Touristenmagnet in der Marienstraße wurden. 2016 zur Fußball-Europameisterschaft folgten Fußbälle, 2018 flatterten rund 100 Raben quer durch die Luft. Nun sorgen die Gießkannen für ein Flower-Power-Feeling in der Laudaer Altstadt vor der freien Malschule „Palette“.

Die vierte Aktion hat der Laudaer direkt vor der „Galerie zur alten Spenglerei“ in der Marienstraße umgesetzt. Mit Unterstützung einiger Sponsoren, des Gewerbevereins und des Städtischen Bauhofs, der die Gießer an den Drähten aufgehängt hat, ist das Werk seit wenigen Tagen zu bewundern.

Wettbewerb verschoben

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„Am 17. Mai war die Vernissage mit Preisverleihung zum Kunst- und Kulturtag geplant“, erzählt Rudi Neugebauer. Doch die fiel – wie so viele Veranstaltungen – der Corona-Krise zum Opfer. Der Kunstwettbewerb des Gewerbevereins Lauda in Verbindung mit der Malschule „Palette“ unter dem Motto „Kunst im Taubertal – Figurative Malerei“ wurde auf nächstes Jahr verschoben. „15 Anmeldungen hatten wir bereits“, so Neugebauer.

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Auf die Installation wollte der Laudaer aber nicht verzichten. Da schon alle Vorbereitungen getroffen waren, zog der Künstler die Aktion nun ohne eine komplementäre Ausstellung durch.

Zwei Jahre ist das Projekt zu bewundern. „Danach werden die einzelnen Objekte für den guten Zweck veräußert.“ Wie derzeit die Raben, die in der Galerie für einen kleinen Obolus zu haben sind. Der Erlös geht an das Hilfsprojekt des Buchener Arztes Dr. Gerold Jäger, der eine Klinik in Mbarara/Uganda unterstützt.

Dass dieses Kunstwerk in Lauda bei Einheimischen und Gästen gut ankommt, weiß Neugebauer. „Ganze Hochzeitsgesellschaften haben sich unter diesem Ambiente schon fotografieren lassen“, erzählt er strahlend. Sogar auf Mannschaftsfotos von Fußballteams war die 2016er Installation zu finden.

Mit der nächsten Ausstellung in seiner Galerie steht Neugebauer auch schon in den Startlöchern. „Gezeigt werden grandiose Bilder des Naturfotografen Wolfgang Brieden“, informiert er. Schmetterlinge und die blühenden Pflanzen, die ihnen Nahrung spenden, werden zu sehen sein. „Es hängt bereits alles, wir können sofort öffnen.“ Wann und unter welchen Bedingungen er die Galerie wieder für die Besucher freigeben warf, wisse er noch nicht. Bis dahin erfreuen sich die Passanten an den blumigen Grüßen.

Redaktion Hauptsächlich für die Lokalausgabe Tauberbischofsheim im Einsatz