Konzert

Auftritt sorgte für Gänsehautmomente

Die Kirchenband „Unterwegs“ gastierte in der Barockkirche Heilig-Kreuz in Gerlachsheim

Von 
Peter D. Wagner
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June Weber und Jörg Urbacher (Bild) und ihre musikalischen Mitstreiter von „Unterwegs“ traten in der Barockkirche Heilig-Kreuz in Gerlachsheim auf. © Peter D. Wagner

Gerlachsheim. Ein mitreißend stimmungsvolles und verzauberndes Konzert präsentierte die Band „Unterwegs“ am Freitagabend in der Barockkirche Heilig Kreuz in Gerlachsheim.

Es ist aktuell die insgesamt 18. Musiksaison des Ensembles, das seit seinem Bestehen regelmäßig mit einer abwechslungsreichen Mixtur zwischen modernen und neu arrangierten geistlichen Liedern sowie bekannten und aktuellen Pop-Songs äußerst erfolgreich Kirchen in der Region bis unters Dach und Generationen übergreifend mit begeisterten Zuhörern füllt.

Begonnen hat „Unterwegs“ einst mit Auftritten bei kirchlichen Trauungen. Aufgrund der vielen positiven Resonanzen entstand die Projektidee, außerdem eigene Konzerte zu initiieren und zu veranstalten. Seither richtet die Band zumeist in den Herbst- und Wintermonaten mehrere Aufführungen überwiegend in verschiedenen regionalen Kirchen aus, um dem Publikum eine Auszeit von der Hektik und den Sorgen des Alltags zu ermöglichen.

Nach Corona bedingt fast dreijähriger Auszeit von „Unterwegs“ konnten sich die Fans ganz besonders auf die Konzertsoiree in der imposanten Gerlachsheimer Barockkirche freuen, in der die sechsköpfigen Band zuletzt Anfang Januar 2019 gastierte und die auch diesmal wieder mit vielen hundert Besuchern komplett gefüllt war.

Im vornehmlichen Rampenlicht standen erneut das Gesangsduo mit „Unterwegs-Urgestein“ Jörg Urbanik und June Weber, die vor vier Jahren zu der Kirchenband als neue Sängerin hinzukam. Die Norwegerin, die seit 2016 in Oberlauda lebt, studierte in London Musik und Gesang und wirkte unter anderem im November 2020 in der TV-Castingshow „The Voice of Germany“ sowie als Solosängerin und Hauptdarstellerin in dem Chormusical „Amazing Grace“ mit, das im März 2019 von der Schule für Musik und Tanz im Mittleren Taubertal bei drei Aufführungen in der Stadthalle Lauda dargeboten wurde.

Zudem spielt June Weber seit Anfang 2017 mit Leo Guggenmos als musikalisches Duo „June & Leo“ bei mittlerweile einer Vielzahl gemeinsamer Auftritten in der Region sowie darüber hinaus zusammen. Der Deubacher Musiker ist seit 2018 Gitarrist und Backgroundsänger bei „Unterwegs“. Weitere Instrumentalisten oder Bandmitglieder waren bei dem Gastspiel in Gerlachheim Christian Herz (Keyboard), Frank Moll (Schlagzeug, Percussion) und Torsten Kemmer (Bass).

Zeitgenössische geistliche und spirituelle Lieder waren zum Beispiel „Wo ich auch stehe“, „Schick dein Gebet zum Himmel“, „Keinen Tag soll es geben“ sowie „Wär uns der Himmel immer so nah“. Zusätzlich rezitierte Heike Moll einen besinnlichen Text zum Thema Zeit, der daran erinnerte, wichtig erscheinende Dinge nicht auf irgendwann später zu verschieben. Abwechselnd gab es Popsongs und Balladen unter anderem von Simon & Garfunkel („Sound of Silence“), Leonard Cohen („Halleluja“), Joe Cocker und Jennifer Warnes („Up Where We Belong“), Lady Gaga und Bradley Cooper („Shallow“ aus „A Star is Born“) sowie Hubert von Goisern („Weit, weit weg“).

Weitere wesentliche Höhepunkte waren das gemeinsam mit dem Auditorium gesungene Weihnachtslied „Komm das Wunder anzusehen“, ein Medley mit berühmten Oldies der Beatles und zum Abschluss der ABBA-Klassiker „Thank you for the Music“, bei dem die vielzähligen Besucher vor allem beim Refrain abermals fröhlich mitsingen konnten.

Sowohl June Weber und Jörg Urbanik als Gesangsduo oder solistisch als auch die gesamte Band „Unterwegs“ sorgten für wunderbare Klänge bis hin zu „Gänsehautmomente“. Dezente Strahler, eine farbige Lichtshow, blaue Alabasterschalen, aus denen sanfter Nebel aufstieg, sowie die Präsentation von eingeblendeten Bildern, Titeln oder Texten auf einer großflächigen Videoleinwand waren stimmungsvolle Elemente.

Dass das Konzept wieder prächtig ankam, belegten die stehenden Ovationen des begeisterten Publikums am Ende der rund eineinhalbstündigen Show.