Weinfest - Traditionsveranstaltung lockte am Wochenende mit einem abwechslungsreichen Programm für Jung und Alt viele Besucher an Auf der Beliebtheitsskala ganz oben

Von 
Peter D. Wagner
Lesedauer: 

Nach dem Auftakt Mitte der Vorwoche mit der achten Wood-Rock-Weinprobe fand am Wochenende das traditionelle Weinfest in Lauda bei überwiegend sehr regem Besucherzuspruch statt.

AdUnit urban-intext1

Lauda. Weder der Besucherzuspruch sowie die Anzahl der teilnehmenden Vereine, Betriebe und Institutionen noch die Stimmung wurden durch die nach einer rechtlichen Auseinandersetzung eines Anwohners erwirkte frühere Abendschlusszeit getrübt. Nach dieser musste der Ausschank- und Musikschluss auf 23.30 Uhr und das abendliche Ende des Weinfestes auf 24 Uhr vorverlegt werden, was zu teils heftigen Debatten geführt hatte.

„Jetzt erst recht“

„Es ist eine inzwischen lange Tradition, dass wir im Juni hier feiern und dieses Lebensgefühl beim Weinfest genießen“, betonte bei der offiziellen Eröffnung am späten Freitagnachmittag auf der „Mott“-Bühne Bürgermeister Thomas Maertens, der auch heuer wieder zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft, Kommunen und Institutionen willkommen heißen konnte.

„Kann man in diesem Jahr in Lauda noch feiern“ und „sollen wir überhaupt zum Weinfest kommen“, seien Fragen, die sich möglicherweise manche Menschen gestellt haben. Andererseits verspüre er überall ein trotziges „Jetzt erst recht“, „Lauda darf nicht untergehen“ und „Wir lassen uns unser Lebensgefühl des Feierns nicht nehmen“. Einhergehend bat Maertens um Gelassenheit und appellierte, den Beschwerdeführer zu ignorieren.

AdUnit urban-intext2

Zudem erklärte er, dass dieser das Recht auf Nachtruhe ab Mitternacht auf seiner Seite gehabt habe sowie die Stadt Lauda-Königshofen nicht „nach treten“ werde. „Es ist jetzt, wie es ist“, resümierte der Bürgermeister. Zudem wirke dem Ganzen insbesondere positiv gegenüber, dass nach wie vor wieder insgesamt 22 Vereine, Organisationen, Einrichtungen, Weinbaubetriebe und Gastronomen auf dem Weinfest eine bunte und umfangreiche Palette von kulinarischen Genüssen nebst Weine und Getränke sowie Attraktionen und Aktionen präsentierten. Gleichzeitig dankte Maertens den beteiligten Ehrenamtlichen und Akteuren sowie Mitarbeitern der Stadtverwaltung, speziell den beiden Verantwortlichen Martin Pruszydlo und Marco Uhlich, für ihr hohes Engagement.

Herzzentrum des Weinbaus

Maertens hob den Einsatz und die Verdienste von Professor Dr. Wolfgang Reinhart hervor, dass zum Beispiel die Aufnahmen in städtebauliche Sanierungsgebiete nebst entsprechenden Förderungen in Königshofen und Lauda erfolgt seien sowie das Projekt „Unterführung Nord“ in Lauda angegangen und realisiert werden könne.

AdUnit urban-intext3

„Hoffen wir, dass das Wasser von oben ausbleibt“, meinte Reinhart in Anlehnung an ein von ihm zuvor geäußertes Zitat des Romantik-Schriftstellers Joseph von Eichendorff. Zudem verwies der Landtagspolitiker darauf, dass Wein in der Bibel 167 Mal erwähnt werde. Lauda-Königshofen bezeichnete er als „Herzzentrum des rund 1000 Hektar umfassenden Weinbaus in Tauberfranken“, denn keine der insgesamt 18 Kommunen habe so viele Rebflächen aufzuweisen wie diese Stadt. Die besten Weine von einer Vielzahl an Winzern, die auch auf dem Weinfest präsent seien, attestierte ebenso Weinprinzessin Michaela Wille, bevor sie assistiert von Reinhart und Martens den traditionellen Weinfassanstich erfolgen ließ.

Umfangreiches Programm

AdUnit urban-intext4

Insgesamt wurde auf vier Bühnen am Marktplatz, bei der KJG im Pfarrhof, der Winzerhof-Bühne und der Mott-Bühne, deren Bereich erstmals von der Becksteiner Winzer eG bewirtschaftet wurde, ein gleichsam vielfältiges und attraktives Unterhaltungsprogramm mit Live-Musik präsentiert. Weitere Angebote und Aktionen waren am Samstag und Sonntag unter anderem jeweils ein Kinder- und Erwachsenenflohmarkt, eine Spielstraße mit Hüpfburg für Kinder, Holzschnitzereien und Holzkunst des Bildhauers Heinz A. Theobald aus Lauda, Auftritte der Tanzgarden sowie KJG-Partys im Pfarrkeller mit DJs.

Zudem standen am Samstag ein Kreativmarkt mit Selbstgemachten und eine Stadtrallye des Caritasverbandes für Jugendliche sowie am Sonntag ein Airbrush-Painting der DLRG-Ortsgruppe Königshofen und eine Weinwanderung zum Laudaer Altenberg mit Weingästeführer Manfred Berger auf dem Programm.

Sonderbusverkehr

Die Galerie „das Auge“ präsentierte eine Gemeinschaftsausstellung mit Malereien und Skulpturen verschiedener Künstler, die am Freitagabend mit einer Vernissage feierlich eröffnet wurde und noch weiterhin zu sehen ist (ausführlicher Bericht folgt). Abermals angeboten wurde von der Stadt Lauda-Königshofen am Freitag- und Samstagabend ein Sonderbusverkehr mit insgesamt neun Linien aus Städten, Gemeinden und Ortschaften in der ganzen Umgebung zum Weinfest.