Landgericht Mosbach - Wegen gefährlicher Körperverletzung 17-Jähriger zu Jugendstrafe verurteilt

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pmlgm
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Mosbach/Lauda. Die erste Große Jugendkammer am Landgericht Mosbach verurteilte einen jungen Mann wegen gefährlicher Körperverletzung, versuchter Körperverletzung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung und Bedrohung zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und sechs Monaten Der Staatsanwaltschaft hatte eine Jugendstrafe von fünf Jahren beantragt. Die Verteidigung sah eine Jugendstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten als ausreichend an.

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Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Haftbefehl gegen den Angeklagten bleibt aber in Vollzug.

Dem 17-Jährigen deutscher Staatsangehörig war zur zur Last gelegt worden, er habe – zur Tatzeit 16 Jahre alt – am Abend des 12. September 2020 am Bahnhof in Lauda und im Zug zwischen Lauda-Königshofen und Grünsfeld zwei junge Frauen geschlagen und bedroht. Die Frauen hätten sich deshalb im Zug zu einem ihnen unbekannten 35-jährigen Mann begeben.

Am Bahnhof in Grünsfeld seien die beiden Frauen und der 35-Jährige sowie der Angeklagte ausgestiegen. Auf dem Bahnsteig habe der Angeklagte die Gruppe erneut bedroht und auf eine der jungen Frauen losgehen wollen. Als der 35-Jährige den Angeklagten aufgefordert habe, sich zu beruhigen, habe der Angeklagte dem 35-Jährigen zunächst Schläge versetzt.

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Dann habe der Angeklagte ein Messer gezogen und damit mehrfach in Richtung der Kopf- und Halsregion sowie des Oberkörpers des 35-Jährigen eingestochen, um diesen zu töten.

Aufgrund der Abwehr des Geschädigten sei es nur zu einer rund zwei Zentimeter langen Schnitt-/Stichwunde an der linken Augenbraue und einer oberflächlichen Verletzung am Hinterkopf des Geschädigten gekommen. Der 35-Jährige habe sich dann losreißen und sich entfernen können. pmlgm